Bergbaufolgen
Studie hält Sanierung des Störmthaler Kanals für möglich

Eine Studie hält die Sanierung des Kanals für möglich. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Eine Studie hält die Sanierung des Kanals für möglich. (Archivbild) Foto
© Jan Woitas/dpa
Seit fünf Jahren ist der Störmthaler Kanal bei Leipzig wegen Sicherheitsproblemen gesperrt. Jetzt liegt eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung vor. Ist das die Rettung für das Bauwerk?

Fünf Jahre nach der Sperrung des Störmthaler Kanals im Leipziger Neuseenland liegt jetzt eine Machbarkeitsstudie dazu vor, ob das Bauwerk saniert werden kann. Die Studie komme zu dem klaren Ergebnis, dass die Wiederherstellung des Kanals machbar sei und der Kostenaufwand dafür bei rund 17 Millionen Euro netto liege, sagte Henry Graichen, Sprecher der Steuerungsgruppe Neuseenland und Leipziger Landrat. Zuvor hatte die "Leipziger Volkszeitung" berichtet. 

Ob das allerdings die Rettung für die Gewässerverbindung zwischen dem Störmthaler und dem Markkleeberger See südlich von Leipzig bedeutet, ist offen. Der Bergbausanierer LMBV weist darauf hin, dass das Papier auf einem alten Sachstand von 2024 beruhe und eine neue Risikobewertung nötig sei. 

Die Machbarkeitsstudie sei im März an die Mitglieder der Steuerungsgruppe Neuseenland verteilt worden, schreibt die LMBV auf ihrer Internetseite. Das Gremium koordiniert die Gewässerentwicklung in der ehemaligen Braunkohle-Tagebaulandschaft des Mitteldeutschen Reviers. 

Risiken an Kanal und Schleuse müssen neu bewertet werden

"Die Studie basiert auf dem Sachstand, wie er zum Zeitpunkt der Beauftragung (07/2024) bekannt war. Die Ergebnisse können somit nicht den aktuellsten Sachstand widerspiegeln", schrieb die LBMV.

In der Zwischenzeit mussten an dem Kanal und der dazugehörigen Schleuse zusätzliche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergriffen werden. Dadurch hätten sich wesentliche Einschätzungen verändert. Die Neubewertung der Risiko-Gefahrenlage werde derzeit von den Fachleuten beim Oberbergamt, der Landesdirektion und der LMBV geprüft. Erst danach könne die Machbarkeitsstudie "richtig eingeordnet werden", erklärte der Bergbausanierer.

Der Störmthaler Kanal war im März 2021 überraschend gesperrt worden, weil Risse in der Böschung festgestellt worden waren. Der 850 Meter lange Kanal mit einer Schleuse verbindet seit 2013 die beiden Bergbaufolgeseen Störmthaler und Markkleeberger See. Zudem führt eine Brücke der Autobahn 38 über den Kanal. Der Kanal führt über Kippengelände. 

Region hofft auf Wiederherstellung des Kanals

Landrat Graichen formuliert die "klare Erwartungshaltung, dass die festgestellte Machbarkeit zügig umgesetzt" und der Kanal saniert wird. Das sei die Aufgabe des Bergbausanierers. Die touristischen Investitionen an den beiden Seen beruhten auf der Annahme, dass es eine Gewässerverbindung gebe. Aus seiner Sicht habe die bundeseigene LMBV allerdings zuletzt etwas den Blick für die Chancen der Regionalentwicklung in der ehemaligen Bergbauregion verloren und sich vornehmlich auf Sicherheitsaspekte konzentriert, sagte Graichen.

dpa