Im Prozess um auf mehrere Menschen abgefeuerte Kunststoffkugeln in Ilmenau haben die beiden Angeklagten Bewährungsstrafen erhalten. Sie wurden am Dienstag jeweils zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen verurteilt, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Arnstadt mitteilte. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Angeklagte waren geständig
Die beiden 22-Jährigen hatten die Vorwürfe eingeräumt. Sie gaben zu, dass einer von ihnen an einem Abend im April 2025 mehrfach mit einer CO2-Pistole Plastikkugeln auf Menschen geschossen und diese verletzt habe. Währenddessen sei der andere mit ihm im Auto unter anderem über den Campus der TU Ilmenau gefahren.
Da vor allem ausländische Studierende beschossen worden sein sollen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft zunächst, dass ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden könne. Auch in der Öffentlichkeit wurde über einen möglichen rassistischen Hintergrund spekuliert.
Kein rassistisches Motiv nachweisbar
Die beiden jungen Männer hatten im Prozess aber angegeben, "kein Problem mit Ausländern" zu haben. Die Opfer seien zufällig ausgewählt worden, "ohne jegliche Hintergründe", so der Mann, der die Schüsse abgab. Beide Angeklagte sagten, sie bereuten die Taten. Ein rassistisches Motiv wurde aus Sicht des Gerichts nicht nachgewiesen.
Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und neun Monate für den einen und ein Jahr und sechs Monate für den anderen Angeklagten gefordert. Der Nebenklägervertreter hatte keine konkrete Forderung gestellt.