Die Jugendweihe steht als Ritual zum Übergang in das Erwachsenenleben in Thüringen weiter hoch im Kurs. In diesem Jahr hätten sich bislang rund 8.300 Mädchen und Jungen dafür entschieden, sagte Anke Lappann vom Landesverband Thüringen der Interessenvereinigung Jugendweihe. Damit liege die Teilnehmerzahl leicht unter der des Vorjahres, als sich annähernd 8.400 Jugendliche für die Feiern angemeldet hätten.
"Die Jugendweihen gehören mit zu den größten Familienfesten in Thüringen", sagte Lappann. Bis Ende Juni seien im Freistaat 164 Feierstunden geplant, bei denen die Jugendlichen Urkunden und Bücher erhielten. Den Auftakt gebe es am Karsamstag in Eisfeld und Sömmerda. Am 20. Juni werde die diesjährige Jugendweihe-Saison mit Feierstunden in Gera und Neustadt an Rennsteig beendet.
Tradition und Bedeutung der Jugendweihe
Die Jugendweihe steht als weltliche Alternative zu kirchlichen Feiern wie Konfirmation und Firmung für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts und hat in vielen Familien Tradition. In der DDR war die Jugendweihe mehr oder weniger Pflichtprogramm für Achtklässler und ideologisch aufgeladen.
Der Begriff Jugendweihe wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals in Nordhausen geprägt. Mit den Feiern beschließen die Mädchen und Jungen rund um das 14. Lebensjahr symbolisch ihre Kindheit.
Glaubensbekenntnis bei kirchlichen Feiern
Aber auch die Angebote von Kirchen werden in Thüringen gut angenommen: In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die sich im Wesentlichen über Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt, werden den Angaben nach etwa 2.900 Jugendliche bis Pfingstsonntag konfirmiert.
Mit der Konfirmation sind die Mädchen und Jungen zur selbstständigen Teilnahme am Abendmahl zugelassen, können Taufpatinnen und -paten werden und dürfen mit vollendetem 14. Lebensjahr das aktive Wahlrecht in der Kirche ausüben. Im Konfirmationsgottesdienst werden die Jugendlichen gesegnet.
Im Bistum Erfurt haben sich den Angaben nach in diesem Jahr 832 Mädchen und Jungen zur Firmung angemeldet. Sie ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Die Firmlinge bestätigen dabei ihren Glauben und werden vollständig in die Kirche aufgenommen. Zu dem Ritus gehört auch die Salbung der Firmlinge mit dem sogenannten Chrisam - einem vom Bischof geweihten Öl aus Olivenöl und Balsamharz.