Warme Wohnungen
Datenservice soll Kommunen bei der Wärmeplanung helfen

Thüringen unterstützt Kommunen bei ihrer Wärmeplanung. (Symbolbild) Foto: Marijan Murat/dpa
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Spätestens bis 2028 müssen die Kommunen ihre Wärmeplanung fertig haben. Das ist ein aufwendiges Projekt. Doch Daten können es leichter machen.

Bei ihrer Wärmeplanung können Thüringens Kommunen auf eine Art Datenbank zurückgreifen. Bisher hätten mehr als 200 Städte und Gemeinden das sogenannte Thüringer Wärmekataster genutzt, das seit einem Jahr bei der Thüringer Energieagentur zur Verfügung steht, teilte das Energieministerium in Erfurt mit. Als Beispiele für Nutzer nannte das Ministerium Artern, Vogelsberg, Seligenstädt und Ecklingrode.

Bei der Wärmeplanung, die spätestens 2028 in jeder Kommune bundesweit existieren muss, geht es um eine Bestandsaufnahme und Schritte, wie die Versorgung von Wohnungen, Büros und Wirtschaft mit Wärme auf erneuerbare Energien umgestellt und ausgebaut werden kann. In der Regel geht es um Fernwärme, deren Netz in einigen Thüringer Städten ausgebaut werden soll.

Vielzahl von Daten in Erfurt abrufbar

Bereitgestellt würden Daten zum Wärmebedarf aller beheizten Wohngebäude im Freistaat sowie Informationen über Einsparpotenziale durch energetische Sanierungen, so das Ministerium. Die Gebäudeangaben seien sehr detailliert – von ihrer Höhe über ihre Nutzung, ihr Baujahr bis zur derzeitigen Heizungsart.

"Die hohe Nachfrage zeigt, dass die Datenrecherche einfacher geworden ist und damit Aufwand und Kosten für die Kommunen gesenkt werden", erklärte Energieminister Tilo Kummer (BSW). Immer wichtiger werde die Nutzung von Abwärme aus Industrie, Rechenzentren oder Kläranlagen. "Dort liegen häufig noch ungenutzte Potenziale, die Wärmenetze wirtschaftlicher machen können." Thüringen werde dazu bei der kommenden Energieministerkonferenz einen Antrag vorlegen, kündigte Kummer an.

In Städten Ausbau von Fernwärmenetzen geplant

Nach Ministeriumsangaben ist die Wärmeplanung für etwa 1,1 Millionen Einwohner in Thüringen weit fortgeschritten. Es lägen die Wärmepläne unter anderem für Eisenach, Rudolstadt, Jena oder Sömmerda vor. Dabei zeige sich als Trend, dass Wärmenetze ausgebaut oder verdichtet werden sollen. Erfurt und Jena müssten als Großstädte mit mehr als 100. 000 Einwohnern ihre Planung bereits Ende Juni fertig haben.

Thüringen hat im Vergleich mit anderen Bundesländern bereits ein recht gut ausgebautes Fernwärmenetz. Derzeit basiert die Wärmeversorgung laut Ministerium jedoch noch zu 97 Prozent auf fossilen Brennstoffen, vor allem Gas. Für die Umstellung auf erneuerbare Energie bis 2045 und die dafür erforderlichen Investitionen prüfe die Landesregierung derzeit neue, kreditbasierte Finanzierungsinstrumente.

dpa