Rücktritt nach Missbrauchsskandal Mixa will Verfahren gegen seine Amtsbrüder anstrengen


Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa erhebt nach dem Skandal um angeblichen sexuellen Missbrauch schwere Vorwürfe gegen seine Amtsbrüder und erwägt, am päpstlichen Gerichtshof in Rom ein Verfahren anzustrengen.

Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa erhebt nach dem Skandal um angeblichen sexuellen Missbrauch schwere Vorwürfe gegen seine Amtsbrüder und erwägt, am päpstlichen Gerichtshof in Rom ein Verfahren anzustrengen. Das sei "ein ganz guter Gedanke, den ich sehr wohl erwäge und bedenke", wird Mixa in der Tageszeitung "Die Welt" zitiert. Er wolle im Juli persönlich mit dem Papst sprechen, kündigte er an.

Der 69-Jährige hatte dem Papst Ende April seinen Rücktritt angeboten, nachdem über Prügelstrafen und finanzielle Unregelmäßigkeiten zu seiner Zeit als Pfarrer in Schrobenhausen berichtet worden war. Jetzt sagt Mixa, man habe ihn zu diesem Schritt gedrängt, und er habe die Rücktrittserklärung nicht selbst geschrieben. "Der Druck, unter dem ich die vorgefertigte Resignation unterschrieben habe, war wie ein Fegefeuer. Drei Tage später habe ich sie in einem Schreiben an den Papst widerrufen. Ich wusste in den Tagen weder ein noch aus", sagte Mixa den Angaben zufolge.

Enttäuscht zeigte sich Mixa vom Verhalten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch, sowie des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx. "Es hätte brüderlicher sein müssen." Zollitsch und Marx seien "zum Papst geeilt und haben ihm als Trumpf den sogenannten Missbrauchsfall vorgetragen, der de facto auf nicht mehr beruhte als auf sechs handschriftlichen Sätzen einer höchst dubiosen hingekritzelten Notiz".

Mixa kündigte an, im Juli Papst Benedikt XVI. in Rom zu treffen, um ihm seine Sicht der Dinge zu erläutern. "Er hat mich ja zum Gespräch eingeladen. Vor allem will ich mit ihm also besprechen, wie sich die Situation weiter entwickeln soll", erklärte er. Er wolle wieder in der Seelsorge tätig sein und mit den Gläubigen Gottesdienst feiern.

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