HOME

Mixa-Nachfolger Konrad Zdarsa: Vorschusslorbeeren für Augsburgs neuen Hirten

Die Augsburger haben ihren neuen Bischof Konrad Zdarsa mit Spannung erwartet. Bei der offiziellen Einführung in sein Amt feierten nun 2500 Gläubige ihren neuen Oberhirten. Jetzt, so hoffen viele, kehrt wieder Ruhe in das krisengeschüttelte Bistum ein.

Immer wieder brandet Applaus auf. Die Gläubigen im Augsburger Dom feiern ihren neuen Bischof Konrad Zdarsa bei seiner offiziellen Amtseinführung. "Er hat uns sein Herz geöffnet", sagt Diakon Georg Leichleiter nach der Feier. Er und rund 2500 andere Katholiken sind am Samstag in den gut zweistündigen feierlichen Gottesdienst gegangen. "Es ist wichtig, dass wir jemanden haben, der uns Perspektiven aufzeigt und uns auf unserem Weg begleitet", sagt Leichleiter.

Auch andere Besucher zeigen sich erleichtert über den Neuanfang, den sie sich von dem neuen Oberhirten erwarten. "Ich hoffe, dass vieles anders wird und er länger bleibt", sagt die Augsburgerin Madelaine Winter.

Zdarsas Vorgänger Walter Mixa war im Frühjahr vor allem wegen Vorwürfen, er habe in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen, immer mehr unter Druck geraten. Am 21. April bot er dem Papst seinen Rücktritt an. Benedikt XVI. nahm diesen am 8. Mai an und ernannte nur zwei Monate später Zdarsa zum neuen Oberhirten in Augsburg. "Das Schlimme war, dass Mixa so lange gelogen hat und geleugnet hat", meint Besucherin Waltraud Körber vor dem Gottesdienst.

Die vergangenen Monate seien für das Bistum, aber auch für Mixa "eine schwierige Zeit der Bedrängnis, der Abschottung, der Auseinandersetzung, häufig der Anfeindung von außen" gewesen, fasste der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Robert Zollitsch, die Ereignisse bei dem feierlichen Gottesdienst zusammen.

Mitte September hatte Zdarsa, bisher Bischof von Görlitz, zum ersten Mal seine neue Diözese besucht und sah sich mit den Erwartungen und "schweren Aufgaben" konfrontiert. "Ich habe mich zunehmend gegen diese negative Darstellung eines ganzen Bistums zur Wehr gesetzt", sagt der 66-Jährige bei der Feier in dem für die Fernsehübertragung hell erleuchteten Dom. Er bedankt sich bei den Gläubigen für "die vielen guten Worte und Zeichen auch durch all die Wochen und Monate".

Um mögliche neue Unruhe zu vermeiden, übergibt dem neuen Bischof nicht sein Vorgänger Mixa den Hirtenstab, sondern der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset. Zuvor überreicht er dem Dompropst und Weihbischof Anton Losinger die päpstliche Ernennungsurkunde und führt Zdarsa dann zusammen mit dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx zum Bischofsstuhl. Als Zdarsa dort exakt um 10.22 Uhr Platz nimmt, übernimmt er damit offiziell die Leitung des Augsburger Bistums.

Marx, Vorsitzender der katholischen Bischöfe in Bayern, begrüßt Zdarsa von Herzen. "Die Menschen erwarten dich", sagt Marx an den neuen Oberhirten gewandt. Er hatte beim Einzug durch das Bronzeportal des Doms noch den neuen Bischofsstab getragen. Gestaltet wurde der aus Palisanderholz und mit Silber überzogener Bronze gefertigte Stab vom Münchner Bildhauer Max Faller.

Nach dem Abschluss des Gottesdienstes applaudieren viele Gläubige in den Reihen des Kirchenschiffes dem neuen Bischof. Zdarsa zeigt sich erfreut, lacht und winkt den Gläubigen zu. Und auch vor dem Dom feiern die vielen Wartenden den neuen Oberhirten. Gemeinsam mit ihm begeben sie sich auf einen Fußweg durch Augsburg zum Haus St. Ulrich. Dort versammeln sie sich zu einem Fest der Begegnung - um ihren neuen Bischof endgültig bei sich willkommen zu heißen.

Katia Rathsfeld, DPA / DPA