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Unerlaubte Fotos Meta entfernt "Upskirting"-Aufnahmen von Facebook erst nach BBC-Recherche

Eine Hand hält ein Smartphone mit der geöffneten Facebook-App hoch, im Hintergrund der Schriftzug "Meta"
Laut BBC-Recherchen entfernte Meta die Posts von Facebook nicht sofort, da sie nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen würden
© Revierfoto / Picture Alliance
Nach einer BBC-Recherche hat Meta Facebook-Accounts entfernt, die "Upskirting"-Aufnahmen verbreiten, auf denen Frauen heimlich unter den Rock fotografiert werden. Als die Posts zuvor gemeldet wurden, hatte Meta diese zunächst nicht entfernt.

Meta hat nach einer Recherche der BBC von seiner Plattform Facebook zahlreiche Gruppen und Accounts gelöscht, die in der Öffentlichkeit heimlich erstellte, intime Aufnahmen von Frauen geteilt haben. Das berichtete der britische öffentlich-rechtliche Rundfunk BBC am Mittwoch in einem Videobeitrag. 

Meta habe allerdings erst im zweiten Schritt reagiert: Nachdem die BBC Facebook zuerst über die Melde-Funktion zum Entfernen der "Upskirting"-Posts aufforderte, seien diese zunächst nicht gelöscht worden – weil sie laut Facebook gegen keine seiner spezifischen Gemeinschaftsstandards verstoßen würden. 

BBC findet tausende Nutzer, die auf Facebook "Upskirting"-Posts verbreiten

Unter den englischen Begriffen "Upskirting" oder auch "Downblousing" versteht man, wenn Frauen ungewollt unter den Rock oder in ihren Ausschnitt fotografiert werden. Die BBC hatte in seiner Recherche nach eigenen Angaben "tausende" Nutzer auf Facebook gefunden, die solches "Upskirting"-Material in Gruppen verbreitet haben. Ein Facebook-Nutzer lud in einer Gruppe Videos hoch, auf denen er Schulmädchen in New York verfolgte und unter ihren Rock filmte. Die New Yorker Polizei hat nun Ermittlungen aufgenommen. Ein anderer Mann fragte in einer Facebook-Gruppe nach Tipps, wie man solche Aufnahmen von den Opfern unbemerkt am besten machen könne. Auch dieser Post ist von Meta laut BBC zunächst nicht entfernt worden.

"Upskirting" in Deutschland seit zwei Jahren gesetzlich strafbar

Die britische Parlamentsabgeordente Jess Phillips (Labour Party), Schattenministerin für häusliche Gewalt und Schutzmaßnahmen, äußerte gegenüber der BBC Unverständnis darüber, dass die Aufnahmen nicht sofort von Facebook gelöscht wurden. Sie verstehe nicht, wie Facebook denken könne, dass die gemeldeten Aufnahmen nicht gegen ihre Gemeinschaftsstandards verstießen: "Sie arbeiten mit Missbrauchstätern zusammen."

Facebook selbst ließ über ein Statement mitteilen, dass das Teilen von intimen Fotos ohne Einwilligung, wie beim Upskirting der Fall, auf Facebook nicht erlaubt sei. Aufgrund der BBC-Recherche habe man eine große Anzahl an solcher Gruppen und Accounts entfernt und weitere Maßnahmen eingeleitet, um entsprechende Hashtags zu blockieren.

In Großbritannien ist "Upskirting" seit 2019 gesetzlich strafbar, in Deutschland seit 2020. In beiden Ländern müssen Verurteilte mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen. 

Quellen: BBC, Deutschlandfunk Nova

ckön

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