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Aufgedeckt: Fünf Irrtümer über Magen und Darm

Stinken alle Fürze und greift Säure den Magen an? All zu schnell gluben wir an Volksweisheiten ohne sie zu hinterfragen. Wir haben nachgefragt und klären auf, was hinter den gängigen Annahmen steckt.

"Ab und zu muss der Darm entschlackt und entgiftet werden."

Sooft man auch Spezialtees schlürft, sich Einläufe verpasst, eine Schroth- oder #Heilfastenkur# macht - den Darm entgiftet und "entschlackt" das nicht. Denn Medizinern sind weder "#Schlacken#" noch Gifte als Rückstände der Verdauung bekannt. Bereits der normale Verdauungsvorgang entleert den Darm rückstandslos.

"Zu viel Säure greift den Magen an."

Der Muskelsack produziert normalerweise täglich - je nach zu verarbeitender Nahrung - bis zu zwei Liter sauren Saft. Und er kann problemlos noch ein bisschen mehr vertragen - vorausgesetzt, er ist gesund. Erst wenn die Schleimhaut verletzt oder der Schließmuskel zur #Speiseröhre# nicht dicht ist, beginnt die Säure das Gewebe zu attackieren.

"Candida-Pilze machen krank."

In geringer Konzentration finden sich die Hefepilze bei vielen Menschen im Speichel und im Stuhl, ohne dass die Betroffenen davon Beschwerden bekämen. Die #Pilze# (verlinken nach Diagnostik: Stuhluntersuchung auf Keime) sind natürlicher Bestandteil der Darmflora. Bei Kranken mit geschwächtem Immunsystem können sich die Winzlinge allerdings so stark vermehren, dass es gefährlich wird. Nur dann ist eine Behandlung mit Antipilzmitteln notwendig.

"Fürze stinken."

99 Prozent aller entweichenden Darmgase sind geruchsfrei, nur ein Prozent riecht übel. Die Gase entstehen durch Gärung und Fäulnis des Verdauungsbreis. Der gesunde Mensch, so haben "Flatus"-Forscher herausgefunden, gibt täglich 0,2 bis zwei Liter dieses Stickstoff-Sauerstoff-Kohlendioxid-Wasserstoff-Gemischs ab.

"Mundgeruch kommt aus dem Magen."

In etwa 90 Prozent der Fälle kommt das Übel - wie der Name sagt - wirklich aus dem Mund, meist hervorgerufen durch einen Bakterienpelz auf dem Zungenrücken.

Horst Güntheroth

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