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Hautpflege: Säure fürs Gesicht? Das ist überhaupt nicht so gruselig, wie es klingt

Mechanische Peelings – also die, mit irgendwelchen Körnchen drin – sind Stress für deine Haut. Es ist aus vielen Gründen effektiver und milder, abgestorbenen Hautschüppchen und Unreinheiten mit Säuren an den Kragen zu gehen. Das geht inzwischen ganz wunderbar im heimischen Badezimmer!

Säurepeelings für die Geichtspflege

Säure fürs Gesicht? Das kann eine tolle Sache für die Haut sein!

Unsplash

Peelings sind eine tolle Sache. Man entfernt alte, abgestorbene Hautschüppchen, regt die Durchblutung und Zellneubildung an, gibt dem Gesicht eine Tiefenreinigung. Nichts macht so schnell eine so zarte, klare Haut. Aber wenn wir bisher zu Hause ein Peeling benutzten, dann meist eines zum Rubbeln, richtig? Hunderte Produkte, in denen schlechtestensfalls Plastikkügelchen und bestenfalls natürliche Partikel aus Pflanzen für den erwünschten Abrieb- und Massageeffekt sorgen, gibt es in den Drogerien.

Wenn jemand den Begriff "Säurepeeling" benutzt, dann schrecken viele erst einmal zusammen. Wir denken an furchtbare Attacken, bei denen Menschen mit Säure das Gesicht verätzt wurde. Oder zumindest an professionelle chemische Peelings, nach denen man wochenlang nicht das Haus verlassen kann, weil sich wortwörtlich die oberste Hautschicht abpellt und rotes, rohes Fleisch zum Vorschein kommt. Abschreckende Bilder, in der Tat. Aber: Damit hat der neue Trend der Säurepeelings für zu Hause absolut nichts zu tun.

Zarte Haut statt rohes Fleisch

Hier kommt der überraschende Fakt: Säurepeelings sind VIEL milder und besser für die Haut als mechanische Peelingprodukte! Mind blown. Denn die Rubbelkörnchen sorgen für kleinste Risse und Verletzungen in der Haut und stressen unsere Gesichter deshalb unnötig. Es mag erst einmal verrückt klingen, aber gerade für sensible Haut eignen sich Säurepeelings um ein Vielfaches besser als mechanische Peelings. Deshalb gibt es inzwischen eine ganze Reihe von chemischen Peelingprodukten, die auf den Beautyblogs der Welt begeistert abgefeiert werden.

Aber was sind Säurepeelings und wie funktionieren sie? Zuerst einmal gibt es zwei Typen von Säuren, die in Hautpflegeprodukten verwendet werden: AHA (alpha hydroxy acids) und BHA (beta hydroxy acids). Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkungsweise. Darüber hinaus gibt es auch noch einige andere interessante Säureprodukte, PHA (polyhydroxy acids) gegen Hautalterung etwa, oder Azelainsäure gegen Akne und Rosazea – aber die würden hier und jetzt den Rahmen sprengen. 

Säure-Peelings für zu Hause:
Pixi, "Glow Tonic"

AHA: Pixi, "Glow Tonic" – Dieses Tonic mit 5% Glycolsäure ist für die tägliche Anwendung gedacht und wird benutzt wie ein normales Gesichtswasser. Neben der AHA-Säure, die für reine, frische Haut sorgt, sind Aloe Vera und Ginseng enthalten, die die Haut pflegen und beruhigen. Alkohol ist keiner drin. (z.B. bei Douglas, 22 Euro)

AHA ist wasserlöslich und wirkt vor allem auf der Hautoberfläche. Es hilft der Haut, alte Hornschüppchen abzustoßen und verfeinert das Hautbild – auch Pickelnarben können durch regelmäßige AHA-Peelings weniger sichtbar werden. BHA ist hingegen fettlöslich und wirkt in der Tiefe der Poren, aus denen es Fett, Talg und Schmutz "herausziehen" und entfernen kann. Allgemein kann man sagen, dass trockene Haut eher von AHA profitiert und ölige Haut eher von BHA. Meist ist es aber eine gute Idee, beide Säuren im Wechsel anzuwenden.

AHA, BHA – was zur Hölle?

AHA-Produkte sind meist entweder mit Glycolsäure, Milchsäure, Mandelsäure oder Fruchtsäuren (wie Apfel oder Zitrone) hergestellt. Je feiner die Moleküle der jeweiligen Säure sind, desto effektiver wirkt sie – desto eher reizt sie empfindliche Haut aber auch. Glycolsäure hat die feinsten Moleküle und ist deshalb sehr beliebt in konzentrierten Säurepeelings. Milch- und Mandelsäure bestehen aus größeren Molekülen und wirken deshalb weniger intensiv, werden dafür aber auch von empfindlichen Hauttypen gut vertragen.

BHA-Produkte setzen vor alle auf Salicylsäure (bekannt aus den Aspirin-Tabletten), die in den Poren entzündungshemmend und antibakteriell wirkt. BHA-Peelings reinigen die Haut gründlich und beugen der Entstehung neuer Unreinheiten vor.

Die meisten Säurepeelings werden in Serum- oder Gel-Form angeboten. Man verteilt sie mit den Fingern auf dem sauberen Gesicht – spart dabei natürlich die Augenpartie aus! – und lässt sie etwa 15 Minuten einwirken. Hände waschen nach dem Auftragen ist eine gute Idee. Nach der Wartezeit entfernt man die Reste mit einem feuchten Wattepad oder, noch besser, einem pflegenden Gesichtswasser, und fährt ganz normal mit seinem Pflege- und/oder Schminkritual fort. Je nach Empfindlichkeit der eigenen Haut und Stärke des Produkts kann man Säurepeelings täglich, mehrmals wöchentlich oder lediglich einmal pro Woche benutzen. Da diese Produkte die Empfindlichkeit gegenüber der Sonne erhöhen können, ist es ratsam, sie eher abends als morgens anzuwenden.

Freie Bahn für Feuchtigkeitspflege

Ein Tipp übrigens: Nachdem man das Gesicht mit einem handelsüblichen Reiniger gewaschen hat, steigt der pH-Wert der Haut kurz in einen unnatürlich hohen, alkalischen Bereich. So können die Säuren (die, der Name sagt es schon, sauer sind) nicht optimal wirken. Wer das Säurepeeling also nach der normalen Gesichtsreinigung anwenden möchte, sollte nach dem Waschen ein paar Minuten abwarten, bis sich der pH-Wert der Haut wieder normalisiert hat. Wer es eiliger hat, kann einen pH-neutralisierenden Toner wie das CosRx "AHA/BHA Treatment" (erhältlich u.a. bei Zalando) zwischenschalten, der den ph-Wert sofort wieder auf das normale Level bringt.

Säurepeelings sind also eine rundum gute Sache. Natürlich sollte man bei der Benutzung auf das eigene Hautgefühl achten und sich behutsam herantasten. Also erst einmal ein eher niedrigdosiertes Produkt wählen und nur einmal wöchentlich anwenden. Verträgt man das gut, kann man dazu übergehen, es häufiger zu benutzen und beim nächsten Mal vielleicht ein etwas potenteres Peeling wählen.

Und natürlich freut sich die Haut nach so einem Peeling über ein wenig Zuwendung in Form von Feuchtigkeit. Empfehlenswert sind feuchtigkeitsspendenden Seren oder Gele mit Aloe, Hyaluronsäure oder Panthenol. Das Gute: Wenn alte Hornschüppchen entfernt sind und der Schmutz aus allen Poren beseitigt ist, steht der Pflege wortwörtlich nichts mehr im Wege – sie wirkt direkt viel besser!

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