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Krebsrisiko: Rauchende Eltern machen Kinder krank

Rauchende Eltern bescheren ihren Kindern ein dramatisch höheres Krebsrisiko: Raucherkinder erkranken 70 Prozent häufiger an Lungenkrebs. Auch Blasen- und Nierenkrebs treten öfter auf.

Wenn Eltern rauchen, steigt bei ihren Kindern das Risiko für eine spätere Krebserkrankung. Einer neuen Studie zufolge erhöht Passivrauchen in der Kindheit beispielsweise das Risiko für Nasen- und für Lungenkrebs. Außerdem erkranken Kinder rauchender Mütter häufiger an Blasen- und an Nierenkrebs, teilte das Deutsche Krebsforschungszentrum mit. Die Forscher hatten Daten von 60.000 Elternteilen mit Lungenkrebs und ihren Kindern analysiert.

Kinder rauchender Mütter hatten jeweils ein 1,5-faches Risiko für Krebserkrankungen der oberen Luftwege und für Blasenkrebs. Bei Nasenkrebs stieg das Risiko fast um das 3-fache und bei Lungenkrebs um das 1,7-fache. Nachkommen männlicher Lungenkrebspatienten wiesen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Nasenkrebs und etliche andere Krebsarten auf, nicht jedoch für Blasen- und Nierenkrebs.

Blasen- und Nierenkrebsrisiko steigt schon im Mutterleib

Die Gefahr für Blase und Nieren ist laut der Studie unabhängig davon, ob der Vater des Kindes raucht. Für das Krebsrisiko verantwortlich sind wahrscheinlich Nikotinabbauprodukte, die das Kind einer rauchenden Mutter im Mutterleib oder mit der Muttermilch aufnimmt und über Nieren und Blase ausscheidet. Nach Auffassung der Krebsforscher sind diese Organe in der Wachstumsphase besonders empfindlich.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler Daten des nationalen schwedischen Familien-Krebsregisters ausgewertet. Es erfasst über Generationen hinweg Krebserkrankungen in schwedischen Familien.

Die Forscher analysierten Daten aus den Jahren 1958 bis 2002 von rund 18.000 Müttern und 42.000 Vätern mit Lungenkrebs. Bei deren Nachkommen sind nahezu 174.000 Krebserkrankungen verzeichnet. Durch den Vergleich mit nicht rauchenden Eltern ermittelten die Wissenschaftler spezifische Krebsrisiken, die nicht mit den Rauchgewohnheiten der Betroffenen oder mit erblichen Risiken zu erklären sind.

DPA / DPA
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