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Sex-Studie: Wie es deutschen Frauen gefällt

Nun. In Mecklenburg-Vorpommern stehen sie nicht so sehr auf Experimente, in Berlin dagegen, oh la la: 2000 deutsche Frauen haben für eine Art Lust-Atlas nun Auskunft über ihre sexuellen Vorlieben gegeben - und verraten, was sie wie erregt: Vom "Dirty Talk" bis zur Terrorgefahr.

Mit Striptease kurbeln viele Frauen ihr Sexleben wieder an

Mit Striptease kurbeln viele Frauen ihr Sexleben wieder an

Die Frauen in Berlin sind in Sachen Sex am experimentierfreudigsten. Das ergab eine von der Zeitschrift "Men's Health" in Auftrag gegebene repräsentative Studie, in der das Institut für rationelle Psychologie 2000 Frauen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren befragt hat. Auf einer Skala von eins (überhaupt nicht experimentierfreudig) bis zehn (absolut) rangieren die Hauptstädterinnen auf 8,9, wenn es darum geht, im Bett mal etwas Neues auszuprobieren. Am meisten halten sich die Frauen in Mecklenburg-Vorpommern (3,8) zurück. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 6,2. Damit wagen die deutschen Frauen mehr als ihre Nachbarinnen in Österreich (5,7) und der Schweiz (5,1). "Dirty Talk", also das Reden über erotische Themen, ist für 94 Prozent der Frauen das Mittel der Wahl, um das Sexleben wieder anzukurbeln. Danach kommt das gemeinsame Anschauen von Pornos (90 Prozent) und ein eigener Striptease. Fesselspiele würde dagegen nur jede fünfte Frau wagen.

Körpergeruch ist Lustkiller schlechthin

Was aber stört die Frauen bei potentiellen Bettgefährten am meisten? Laut "Men’s Health" ist Körpergeruch der größte Abtörner: über 90 Prozent der Befragten vergeht dabei die Lust auf jedes bisschen mehr. Doch auch Unerfahrenheit, Passivität und Egoismus rangieren in der Studie ganz weit oben. Beruhigend für manchen Mann mag die Erkenntnis sein, dass es gerade einmal sechs Prozent der Frauen stört, wenn der Partner nach dem Sex sofort einschläft. Ein Streit mit dem Liebsten behindert allerdings bei 84 Prozent der Frauen die Libido. Manche Frauen sind besonders sensibel und fühlen sich auch durch schlechtes Wetter (zwei Prozent) oder Terrorgefahr (ein Prozent) in ihrer Lust gestört.

Wenn der Mann einfach nur schlecht im Bett ist, sind die deutschen Frauen recht einfühlsam. 34 Prozent der Frauen halten sich mit schonungsloser Kritik zurück und hüllen sich in Schweigen. Der Grund: Sie selbst wollen auch nicht wegen ihrer Bett-Qualitäten angegriffen werden. Vier Prozent sind jedoch knallhart und sagen es ihrem Liebhaber direkt ins Gesicht, was sie von seiner jämmerlichen Vorstellung gehalten haben. Ob sich diese Frauen danach sofort nach einem besseren Partner umsehen, bleibt offen. Bedingungslos treu sind die deutschen Frauen jedenfalls nicht. Wie die "Men’s Health"-Studie herausgefunden hat, schließen nur 14 Prozent einen Seitensprung kategorisch aus. Über die Hälfte könnte sich einen vorstellen, wenn sie alleine in Urlaub fährt. Wenn ihnen ein toller Typ über den Weg läuft, können fast 40 Prozent nicht Nein sagen, und manche gehen einfach nur aus Rache fremd, wenn der Partner sie vorher betrogen hatte (24 Prozent).

Lust auf Sex vergeht schon nach 24 Monaten

Die Studie ergab jedoch auch: die Frauen in Deutschland sind in den letzten zehn Jahren im Bett anspruchsvoller geworden. Sie verlangen von den Männern mehr Zärtlichkeit und Einfallsreichtum. Demnach erwarteten im Jahr 1997 genau 88 Prozent der Frauen Zärtlichkeit, jetzt sind es 95 Prozent. Wert auf Einfallsreichtum legten früher 70 Prozent, heute aber 77 Prozent.

Ernüchternd: die Lust auf Sex lässt bei knapp jeder dritten Frau bereits nach zwei Jahren Partnerschaft nach - jede zweite Frau empfindet dies jedoch als ganz natürlich. 40 Prozent geben allerdings dem nachlassenden Interesse am Partner die Schuld. Die Frauen haben für dieses Dilemma jedoch auch Lösungsansätze für ihn: Mit erotischen Geschichten (59 Prozent) oder Tantrasex (31 Prozent) könnte der abgefahrene Zug durchaus noch eingeholt werden. Oder vielleicht auch mit einer Versetzung nach Leipzig – dort leben laut Umfrage die Frauen, die mit ihrem Sexleben am zufriedensten sind.

and/DPA/AP / AP / DPA
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