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Prothesen: Das falsche Gebiss

Haben Sie Pech, nimmt die Natur Ihnen mit der Zeit die Zähne. Dann heißt es: Vollprothese, mehrere Teilprothesen oder Implantat. Ein kompletter Satz ist am billigsten, aber nicht immer die beste Wahl.

Vollprothese im Reinigungsbad: Die Dritten sollten nicht trocken herumliegen

Vollprothese im Reinigungsbad: Die Dritten sollten nicht trocken herumliegen

Am besten lebt es sich mit den eigenen Zähnen. Wollten die Natur oder ein Unfall es anders, kommt neben Implantaten oder mehreren Teilprothesen auch ein kompletter Zahnersatz in Frage: Vollprothesen sind am preiswertesten, haben aber einige Nachteile. Empfehlenswert ist eine Vollprothese daher nur, wenn Ihnen in einem Kieferteil alle Zähne fehlen.

Die Dritten bestehen meist aus einer Basis aus Kunststoff, der in der Farbe des Zahnfleischs eingefärbt ist. In diesem Plastik sitzen die Kunstzähne. Das Zahnlabor passt sie farblich an, sofern noch echte Zähne in der gegenüber liegenden Kieferseite sitzen. Im Oberkiefer überzieht die Basis den gesamten Gaumen sowie die komplette Kauleiste. Weil im Unterkiefer die Zunge liegt, sieht die Basis der Unterkiefer-Prothese anders aus: Dort klemmen die Dritten nur auf der Kauleiste. Daher sitzt ein künstliches Gebiss unten schlechter als oben. Im oberen Kiefer kann sich die Prothese regelrecht am Gaumen festsaugen, im unteren wird sie immer ein wenig lockerer bleiben.

Vollprothesen sind unkompliziert in der Herstellung und daher recht preiswert. Sollten Sie die Wahl haben zwischen einer Teilprothese und einem kompletten neuen Zahnbesatz, bedenken Sie: Mit Vollprothesen fällt das Sprechen und das Kauen etwas schwerer, weil sie lockerer sitzen. Zudem sind die Dritten schneller als solche zu erkennen.

An eine Vollprothese müssen Sie sich erst gewöhnen

Es kann mehrere Tage dauern, bis Sie sich an eine Zahnprothese gewöhnt haben. Wundern Sie sich anfangs nicht über Druckstellen: Ganz ohne sie geht es meist nicht. Falls Sie nach zwei Wochen immer noch unzufrieden sind, sollte Ihr Zahnarzt noch einmal nacharbeiten.

Tragen Sie Ihren Zahnersatz immer tagsüber. Nachts sollten Sie Ihrer Mundschleimhaut ein bisschen Erholung gönnen, indem Sie die Prothese herausnehmen. Legen Sie die Zähne aber nicht einfach trocken auf den Nachttisch, bewahren Sie das Kunstgebiss in frischem Wasser auf.

Wenn Sie Haft-Gel oder -Puder benutzen möchten, bedenken Sie: Die Substanzen verschlechtern Ihren Geschmacks-Sinn und verringern den Speichelfluss. Haftmittel können auch Ihre Schleimhaut verändern. Möglicherweise sitzt Ihre Prothese danach noch schlechter.

Beate Wagner

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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?