Sich als Mann schick zu kleiden, ist im Prinzip eine einfache Sache: gute Hose, saubere Schuhe und ein weißes Hemd. Fertig ist das Outfit. Doch herkömmliche Hemden haben einen entscheidenden Nachteil. Knittrig sehen sie einfach nicht gut aus, aber so kommen sie nun mal aus der Waschmaschine. Wie gut, dass es bügelfreie Modelle gibt, bei denen die Hersteller versprechen, dass der Stoff stets gut (oder mindestens: besser) aussieht und man sich Zeit spart, die sonst fürs Bügeln draufgegangen wäre. Der stern hat im großen Test bügelfreier, weißer Hemden sechs Modelle von unterschiedlichen Herstellern miteinander verglichen. Das sind die Ergebnisse.
Hemden-Test: Das sind die ausgewählten Modelle
Andere interessante Modelle
Folgende Modelle wurden nicht selbst ausführlich getestet, sind aber in der Recherche aufgefallen:
Fazit: Welches weiße, bügelfreie Hemd ist das Beste?
Nur weil ein Hersteller behauptet, ein Hemd sei bügelfrei, heißt das noch lange nichts. Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis aus diesem Test. Nur die Hälfte der Hemden sind nach dem Waschen (und Lufttrocknen) sofort tragbar, alle anderen müssen zwingend geglättet werden. Das beste Gesamtpaket liefert Olymp mit dem Luxor Business-Hemd. Es nimmt beim Tragen kaum Gerüche an, bleibt weitgehend faltenfrei und überzeugt im Test mit dem höchsten Glättegrad nach mehrmaligem Waschen. Es wäre sogar schick genug für formelle Anlässe und bietet im Grunde alles, was ein gutes Hemd leisten muss.
Auch wenn man in einigen Punkten Abstriche machen muss, küren wir das Hemd von Uniqlo zum Preistipp. Ohne „faule Deals“ wie bei Charles Tyrwhitt ist das Hemd für faire 39,90 Euro zu haben und hat dafür viel zu bieten. Allerdings: Viel weiter von einem bügelfreien Hemd könnte Uniqlo nicht entfernt sein. Schon nach einmaligem Waschen ist der Einsatz von Bügeleisen oder Steamer absolute Pflicht.
Wer es etwas moderner mag, sollte sich auch das Hemd von Profuomo anschauen. Das überzeugte im Test mit einem sehr modernen Schnitt und einem tollen, sehr atmungsaktiven Stoff. Lediglich die schlechten Eigenschaften hinsichtlich der Bügelfreiheit kosteten den fünften Stern. Und der Preis dämpfte die Euphorie, aber der fließt in die Gesamtbewertung nicht ein.
Enttäuscht hat uns kein Hemd im Test, Seidensticker verlor als einziges Hemd einen Knopf, was passieren kann, aber im Test nur diesen Hersteller traf. Dafür erfolgte in puncto Haltbarkeit eine Abwertung, was den vierten Stern kostete.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests weiter unten.
Über den Tester
„Suit up!“, sagte schon Barney Stinson. Und so trage ich im Büro auch am liebsten ein Hemd, manchmal sogar mit Sakko. Dabei habe ich die Sicherheit, dass es in der Regel vernünftig aussieht und ich mich wohlfühle. Meine Frau ist überzeugt, dass ich eigentlich keinen ganzen Schrank voller Hemden bräuchte – aber kann man davon wirklich genug haben? Der Hemden-Test war für mich besonders spannend, da man(n) sich über die Jahre auf bestimmte Marken festlegt. Dabei haben andere Hersteller auch schöne Modelle. Oder?
Vergleichstabelle bügelfreie Hemden
| Olymp | Profuomo | Walbusch | Charles Tyrwhitt | Uniqlo | Seidensticker | J.Ver | Eterna | Pure | Marvelis | Tommy Jeans | |
| Gesamteindruck | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Testsieger | ⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️ | ⭐️⭐️⭐️ Preistipp | ⭐️⭐️⭐️ | nicht in der Wertung | nicht in der Wertung | nicht in der Wertung | nicht in der Wertung | nicht in der Wertung |
| Kragenform | New Kent | Cutaway | Kent | Kent | Kent | Kent | Kent | Kent | Cutaway | New Kent | Kent |
| Material | 100% Baumwolle | 100% Baumwolle | 100% Baumwolle | 100% Baumwolle | 100% Baumwolle | 100% Baumwolle | 62% Baumwolle, 35% Polyester, 3% Elasthan | 100% Baumwolle | 87% Polyamid, 13% Elasthan | 100% Baumwolle | 97% Baumwolle, 3% Elasthan |
| Trocknergeeignet | Ja | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja | Keine Angabe | Ja | Nein | Ja | Keine Angabe |
| Passform | Modern Fit | Slim Fit | Comfort-Fit oder Regular Fit | Classic, Slim oder Extra-Slim | Slim Fit | X-Slim bis Comfort | Regular Fit | Super Slim. Slim Fit, Modern Fit, Comfort Fit | Functional Fit (Slim) | Modern Fit | Slim Fit |
| Verfügbare Größen | 37 bis 48 | 37 bis 45 | 38 bis 52 | 37 bis 51 | XS bis 3XL | 38 bis 54 | S bis 6 XL | S bis 3XL | 37 bis 48 | 38 bis 48 | XS bis 3XL+ |
| Besondere Ausstattung | Brusttasche, eingenähte Kragenstäbchen | Herausnehmbare Kragenstäbchen | Brusttasche, eingenähte Kragenstäbchen | Herausnehmbare Kragenstäbchen aus Messing | Herausnehmbare Kragenstäbchen | Brusttasche, eingenähte Kragenstäbchen | k.A. | k.A. | Eingenähte Kragenstäbchen | k.A. | k.A. |
| Blickdichtigkeit | Leicht durchsichtig | Leicht durchsichtig | Ziemlich durchsichtig | Leicht durchsichtig | Etwas durchsichtiger | Etwas durchsichtiger | k.A. | k.A. | Eher blickdicht | k.A. | k.A. |
| Verarbeitung | Gut bis sehr gut | Gut | Ausreichend bis befriedigend | Befriedigend bis gut | Befriedigend | Befriedigend | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Komfort | Gut bis sehr gut | Gut | Gut | Befriedigend | Gut | Befriedigend bis gut | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Tropfentest | 1:20 min. | 0:06 min. | 0:50 min | 6:00 min. | 0:20 min. | 0:45 min. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Weißerhalt und Pflege | Gut | Gut | Gut | Gut | Gut | Gut | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Haltbarkeit | Sehr gut | Sehr gut | Sehr gut | Sehr gut | Sehr gut | Befriedigend bis gut (Testhemd verlor einen Knopf) | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Bügelfreiheit | Gut | Befriedigend | Gut | Befriedigend | Ausreichend | Befriedigend | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Einlaufeigenschaften | Wird minimal enger (-1,38%) | Behält die Form (-0,64%) | Wird minimal enger (-1,22%) | Wird minimal weiter (1,87%) | Wird leicht enger (-2,4%) | Behält die Form (-0,58%) | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. | k.A. |
| Preis | 59,95€* | 89,95 €* | 59,99 €* | zwischen 84,95 € und 39,95 €* | 39,90 €* | 59,99 €* | 22,94 € | 59,99 € | 92,82 € | 33,99 € | 51,95 € |
*Herstellerangaben (UVP)
So haben wir die Produkte ausgewählt
Nach diesen Kriterien haben wir die Produkte für den Hemden-Test ausgewählt:
- weißes Hemd ohne Farbakzente, nach Möglichkeit mit Kent-Kragen
- reine Baumwolle
- explizit als bügelfrei deklariert
- bekannte Marken
- preislich im Mittelfeld, keine Luxusmode
So haben wir getestet
Der Hemden-Test bestand aus mehreren Etappen: erste Begutachtung, Tragetest, Tropfentest und anschließend ein Waschtest.
Bei der ersten Begutachtung haben wir uns Hilfe von den Breuninger-Modeexperten Henning Rieken, Geschäftsführer Breuninger Hamburg, und Roy Sorg, Abteilungsleiter Herrenmode Hamburg, geholt. Nach dem Auspacken wurden die Hemden leicht bedampft, um die Falten durch die Verpackung zu reduzieren. Anschließend haben wir die Hemden professionell vermessen (Rückenlänge, Brustumfang, Ärmellänge und Schulterbreite) und sie auf sechs unterschiedliche Prüfkriterien getestet. Dabei standen Stoffqualität, Nähte, Knöpfe, Knopflöcher, Kragen und Ärmelbündchen im Fokus. Nach ausführlicher Begutachtung durch mehrere gelernte Schneider wurden den Hemden in allen Kategorien Noten gegeben.
Beim Tragetest haben wir jedes Hemd ohne Unterhemd für zwei Arbeitstage getragen. Der Ablauf war dabei immer vergleichbar: langes Sitzen auf einem Stuhl mit hoher Lehne, Spaziergänge, Autofahrten und alltägliche Tätigkeiten ohne außergewöhnliche körperliche Anstrengung. Im Nachgang wurden den Hemden in folgenden Kategorien (subjektive) Noten durch einen Tester gegeben: Hautgefühl, Bewegungsfreiheit, Geruchsbildung, Passform und Knitterbild.
Um festzustellen, ob die Stoffe atmungsaktiv sind, wurde allen Hemden ein einzelner Tropfen Wasser aus einer Pipette appliziert. Je schneller der Tropfen im Stoff verschwindet, desto durchlässiger ist er. Die benötigte Zeit, bis der Tropfen vollständig als Fleck im Hemd landete, wurde per Stoppuhr festgehalten. Daraus lässt sich schließen, wie schnell ein Hemd Flüssigkeiten annimmt und abgibt.
Zuletzt kamen die Hemden in die Trommel. Alle sechs Hemden wurden nach einem strengen Waschprogramm mehrfach gewaschen und wieder getrocknet. Insgesamt gab es fünf Waschgänge, beim dritten Waschgang wurden alltägliche Flecken appliziert, etwa ein Kugelschreiber-Strich, ein Kaffeefleck und ein großer Fleck mit synthetischem Schweiß nach DIN EN ISO 105-E04. Alles mit einer Einwirkzeit von einem Tag.
Das Waschprogramm:
Hemden auf links, Knopfleiste geschlossen, Stäbchen (wenn möglich) raus, Kragen und Manschetten eingeschlagen. Immer nur sechs Hemden in der Trommel, Baumwolle-Programm bei 40 Grad Celsius. Schleudern bei 400 Umdrehungen pro Minute. Kurz nach dem Waschen kurz aufschütteln, Kragen und Manschette ausschlagen, Kragenstäbchen einsetzen und auf einen Bugel hängen, anschließend lufttrocknen. Keine weitere Nachbehandlung.
Nach dem ersten, dem dritten und dem fünften Waschgang mit anschließender Trocknung auf dem Bügel wurde das Knitterbild festgehalten: Könnte man die Hemden so anziehen oder müsste man eigentlich mit dem Steamer (hier im Steamer-Test) oder dem Bügeleisen (hier im Bügeleisen-Test) doch noch nachhelfen? Nach fünf Wäschen folgte dann eine erneute Begutachtung durch die Experten von Breuninger: Wie haben die Hemden insgesamt durchgehalten? Fehlen Knöpfe? Haben sich Nähte geöffnet? Ist der Kragen verzogen? Hat sich das Hemd allgemein verfärbt und wie gut sind die Flecken herausgegangen? Zum Finale eine letzte Messung: Hat das Hemd seine Form behalten oder ist es eingelaufen? Erst dann wurde das Fazit gezogen.
1. Preistipp: Uniqlo
Die japanische Marke Uniqlo (dieses Tiktok-Video verrät Ihnen, wie man sie ausspricht) ist für gute Qualität und günstige Preise bekannt und nicht umsonst eine beliebte Anlaufstelle für Basics aller Art. Auch Hemden gehören zu dem Sortiment des Herstellers. Das Hemd gibt es in drei Farben und es kostet 39,90 Euro. Damit ist es – ohne jeglichen Sale – das günstigste im Test.
Erster Eindruck: Das erste Wort, das den Testern beim Anfassen des Uniqlo-Hemds in den Kopf kommt, ist „seifig“. Der Stoff ist weich, hat aber fast etwas Spültuchartiges an sich. Die Nähte sind weitgehend sauber verarbeitet, die Kunststoffknöpfe sitzen ohne Steg auf dem Stoff. Hält man Kragenende über Kragenende, zeigen sich minimale Unterschiede, die Stäbchen sind beigefügt und herausnehmbar. Die Qualität der Manschetten ist im guten Mittelfeld.
Tragetest: Im Tragetest fallen die etwas gröbere Verarbeitung und der Stoff keineswegs negativ auf, der Stoff ist lediglich etwas durchsichtig. Das Hautgefühl ist gut, ebenso lässt das Hemd genug Platz und die Haut atmen. Im Tropfentest schluckt das Hemd das Wasser in hervorragenden 20 Sekunden. Aber: schon nach einem Tag verfestigt sich der Deo-Geruch deutlich im Stoff. Am negativsten fällt Uniqlo mit dem Knitterbild nach dem Tragen auf, denn besonders die Rückenpartie weist deutlich sichtbare Falten auf, die bei einem erneuten Tragen stören würden.
Während und nach dem Waschtest: Das Hemd von Uniqlo ist haltbar – nach fünf Waschgängen zeigt sich keinerlei Verschleiß. Bügelfrei ist das Hemd allerdings wirklich nicht. Schon nach dem ersten Waschgang muss man es in jedem Fall bügeln, egal, wie schonend man es wäscht. Beim Fleckentest gibt es keine Überraschungen: Der Stoff lässt los, was die anderen auch loslassen. Kugelschreiber müsste man vorbehandeln, das ist aber üblich. Bei der finalen Ausmessung fällt auf, dass der Brustumfang sich um satte zehn Zentimeter verkleinert hat – das Hemd wird damit leicht enger und läuft im Testfeld am meisten ein.
Fazit: Uniqlo überzeugt in erster Linie mit dem stets günstigen Preis. Für ein Hemd, welches ohne jeglichen Rabatt stets 40 Euro kostet, bekommt man ein befriedigendes Produkt. Das Hemd trägt sich gut, hat einen modernen Schnitt und ist atmungsaktiv. Fakt ist aber auch: Wer es tragen will, muss es vorher aufdampfen oder bügeln – so verknittert kam kein anderes Hemd aus der Maschine.
➕ Vorteile:
- Stets günstiger Preis
- Angenehmes Hautgefühl
➖ Nachteile:
- Knittert schnell
- Lief etwas ein
- Kann ungebügelt nicht getragen werden
2. Walbusch
Walbusch ist der einzige Hersteller im Test, der sein bügelfreies Hemd (Modellname „Extraglatt“) nicht ohne Brusttasche anbietet. Auch gibt es das Hemd nur im „Comfort Fit“, also der weiten Passform, oder „Regular Fit“, was einem geraden Schnitt entspricht. Das Paket wirkt in dieser Kombination ziemlich traditionell, da weder Schnitt noch Design besonders modern sind. Optional gibt es beim Hersteller den sogenannten „Walbusch-Kragen“, was im Prinzip bedeutet, dass es keinen obersten Knopf gibt und man die Kragenenge durch die Bindung der Krawatte anpasst – sofern man eine trägt. Das soll besonders komfortabel sein und hat die Marke bekannt gemacht.
Erster Eindruck: Walbusch fällt im Test sofort auf. Der Schnitt, die Brusttasche – das ist alles, aber nicht modern. Klassisch eben. Der Stoff wirkt etwas matt, das Walbusch-Hemd ist jedoch recht durchsichtig, kann ohne Unterhemd schwerlich getragen werden. Die Nähte wirken für die Experten stellenweise etwas grob, als einziger Hersteller schreibt Walbusch nicht auf das Innenlabel, wo es hergestellt wurde. Auf Nachfrage teilt das Unternehmen mit: Das Hemd stammt aus China. Die Knöpfe sitzen sehr eng auf dem Stoff, es gibt keinen Steg. Die Kragenstäbchen sind fest eingearbeitet, die Manschetten sind minimal schief vernäht. Insgesamt hinterlässt das Hemd einen ausreichenden Eindruck.
Tragetest: Wer Platz benötigt, ist bei Walbusch an der richtigen Adresse. Der Comfort Fit versteckt den Körper hinter viel Stoff. Trägt man aber gerne (oder ist) Oversize, ist diese Passform eine optimale Wahl. Das Hautgefühl ist angenehm kühl, stellenweise machen sich die Nähte im Rücken auf nackter Haut leicht bemerkbar. Im Tropfentest schluckt das Walbusch den Tropfen erst nach einer knappen Minute – im Vergleich ist das recht lang. Schwitzig wird es aber zu keinem Zeitpunkt. Ein typischer Arbeitstag hinterlässt auf dem Hemdrücken sichtbare Falten, der Stoff bleibt jedoch absolut frei von Geruch.
Während und nach dem Waschtest: Verschleißerscheinungen nach dem Waschen bleiben bei Walbusch aus. Das Hemd ist haltbar. Auch typische Flecken verschwinden nach dem Waschen aus dem Stoff, Kugelschreiber müsste man, wie bei allen Hemden, leicht vorbehandeln. Das gute Waschergebnis ist auch deshalb erstaunlich, da Walbusch das Versprechen der Bügelfreiheit wirklich hält. Im Test zeigt das Hemd wieder und wieder gute Ergebnisse nach dem Waschen und könnte, wenn trocken, sofort getragen werden. Zwar läuft der Stoff beim Waschen minimal ein, durch den großzügigen Schnitt fällt das aber nicht auf.
Fazit: Walbusch wird seinem Ruf als erste Wahl für Vertreter gerecht. Das Hemd bietet viel Platz, ist bequem und macht in der Pflege kaum Aufwand. Mehr kann man nicht wollen. Allerdings ist die Verarbeitung stellenweise nicht auf höchstem Niveau und die Ausstattung sehr klassisch. Für einen schicken Abend wäre das Hemd daher wohl eher zweite Wahl, für den Arbeitsalltag macht es aber vieles richtig.
➕ Vorteile:
- Ist weitgehend bügelfrei
- Bequeme Passform
- Nimmt kaum Gerüche an
➖ Nachteile:
- Sehr klassische Ausstattung (nur mit Brusttasche)
- Stellenweise lediglich ausreichende Verarbeitung
- Langsam im Tropfentest
3. Seidensticker
Seidensticker ist eine beliebte Wahl unter Hemdenträgern und immer wieder Thema auf Preisvergleichsportalen, da schon ein kleiner Rabatt die ohnehin günstigen Produkte äußerst erschwinglich macht. Ähnlich wie Olymp ist die Marke aus Bielefeld nicht aus der deutschen Hemdenlandschaft wegzudenken und bietet, anders als alle anderen Marken im Test, mit einer schwarzen Rose am linken Ärmel einen kleinen, gut sichtbaren Hinweis auf den Hersteller. Die Logos der Konkurrenz sind, sofern vorhanden, Ton-in-Ton gehalten und daher weniger auffällig.
Erster Eindruck: Das Seidensticker-Hemd setzt auf einen merklich dünnen Stoff, im Test ist es eines der durchsichtigsten. Die Nähte sind gut verarbeitet, die Knöpfe sind ohne Steg angenäht, einige wirken etwas locker, teilweise sind Fäden leicht herausziehbar. Die Stäbchen sind eingenäht und damit ein Kandidat für genauere Betrachtung beim Waschtest. Die Manschetten sind gut verarbeitet, die kleine schwarze Rose ist ein schicker Touch.
Tragetest: Pling! Schon beim ersten Anziehen verabschiedet sich beim Seidensticker-Hemd leider ein Knopf. Das kündigte sich beinahe an, denn schon beim Auspacken fielen den Experten zahlreiche Fäden auf, die sich um die Knöpfe sammelten. Und siehe da: Einer ist lose. Das kann passieren, war bei den anderen Hemden aber nicht der Fall. Das Hautgefühl des dünnen Stoffes ist durchweg angenehm. Die Schwitzneigung ist erstaunlicherweise leicht erhöht, den Wassertropfen nimmt das Hemd erst nach 45 Sekunden auf. Das scheint aber kein Drama zu sein, denn: Auch nach einem Tag im Hemd bleiben keinerlei Gerüche. Zwar ist die Passform mit „Regular“ etwas weiter, doch tendiert das Hemd zu einem schmalen Schnitt, sitzt an den Armen etwas enger. Das Knitterbild nach dem Tragen ist deutlich vorhanden, der Rücken trägt zahllose Spuren des Bürostuhls. Ohne ein schnelles Aufdampfen ist das Hemd am zweiten Tag längst nicht mehr so kleidsam.
Während und nach dem Waschtest: Das Seidensticker-Hemd behält als eines der wenigen Hemden im Test fast vollständig seine Form, wird durch das Waschen also weder enger noch weiter. Das ist sehr erfreulich. Auch die Eigenschaften hinsichtlich der Bügelfreiheit sind gut. Wenn es schnell gehen muss, könnte man das Hemd nach dem Trocknen direkt anziehen. Abgesehen vom Knopf, der schon nach der ersten Anprobe abfiel, zeigt das Hemd auch nach fünf Waschgängen keine weiteren Abnutzungserscheinungen, lediglich Kugelschreiber wird der Stoff ohne Hilfe nicht los (wie alle anderen auch).
Fazit: Wäre der Knopf nicht abgefallen, wäre der Test vermutlich besser gelaufen. Da das Seidensticker als einziges Hemd im Test einen Knopf verlor, muss sich das irgendwie in den Ergebnissen widerspiegeln. Deshalb gibt es einen Abzug in der Bewertung der Haltbarkeit. Alles andere macht das Hemd wirklich gut – und bedenkt man, dass man Produkte des Herstellers meist mit hohen Rabatten bekommt, ist das schon sehr viel Hemd fürs Geld.
➕ Vorteile:
- Ist weitgehend bügelfrei
- Schickes Logo auf dem Ärmel
➖ Nachteile:
- Knopf fiel ab
- Tropfentest etwas langsam
4. Profuomo
Profuomo ist ein eher unbekannter Hersteller aus den Niederlanden, der sich, so beteuern es die Mode-Experten von Breuninger, besonders „für den nordischen Typ“ eignet. Gemeint sind lange Männerkörper mit noch längeren Armen. Viele Kunden wüssten den Standard-Schnitt der Marke deshalb zu schätzen, da weniger nachgearbeitet werden müsse, um die perfekte Passform zu erhalten.
Erster Eindruck: Der Twill-Stoff des Profuomo ist sehr beweglich, in der Hand aber etwas härter als die Konkurrenz. Die Nähte sind sehr sauber gearbeitet, als einziges Hemd setzt es auf Kappnähte mit Verstärkung, was es langfristig haltbarer machen sollte. Etwas kurios mutet die Steppnaht auf der gut verarbeiteten Manschette an, stört aber nicht weiter. Die Kunststoffknöpfe bieten einen Steg, sodass ein Zuknöpfen leichter fällt. Die Knopflöcher weisen leichte Fäden auf. Der Kragen ist stabil, die Stäbchen sind herausnehmbar.
Tragetest: Das Hautgefühl des robusten Stoffs ist etwas rauer als bei anderen Hemden, vermittelt aber gleichzeitig einen hochwertigen Eindruck. Die Atmungsaktivität ist hervorragend. Mit sechs Sekunden im Tropfentest nimmt das Profuomo Wasser schneller auf als alle anderen. Eine Neigung zum Schwitzen gibt es – wenig überraschend – nicht. Etwas eingeschränkt ist man eventuell in der Bewegungsfreiheit, denn der Schnitt der Marke ist, trotz größer gewählter Kragenweite, auf schlanke Körperformen abgestimmt, was sich, beispielsweise im Falle eines breiten Kreuzes, an den Achseln bemerkbar macht. Die tendenziell engere Passform ist, generell, gut. Trotz robustem Stoff ist das Hemd leicht durchsichtig. Nach einem Arbeitstag hinterlässt der Bürostuhl leider merkliche Falten. Ohne Aufdampfen oder -bügeln eignet sich das Profuomo nur schwerlich für einen zweiten Einsatz in Folge.
Während und nach dem Waschtest: Das tolle Ergebnis im Tropfentest hat offenbar seinen Preis: Bügelfrei ist das Profuomo wirklich nicht. Nach dem Waschen muss man es aufdampfen oder bügeln, sonst ist es nicht tragbar. Verschleißerscheinungen gibt es keine, als eines der wenigen Hemden behält es seine Form fast vollständig. Den Kugelschreiber-Strich wird auch das Profuomo nicht ohne Vorbehandlung los, ansonsten kommt der Stoff gut erholt aus der Maschine.
Fazit: Ein schickes Hemd, das sich wirklich gut tragen lässt und einen modernen Schnitt aufweist. Profuomo kann man in die engere Wahl nehmen, wenn der vergleichsweise hohe Preis nicht abschreckt. Die Verarbeitung ist gut, der Stoff angenehm. Einzig die Bügelfreiheit ist eine Eigenschaft, die man dem Hemd wirklich absprechen muss. Ohne Steamer oder Bügeleisen lässt sich das Hemd nach dem Waschen nicht anziehen.
➕ Vorteile:
- Gute Verarbeitung
- Angenehmer Stoff
- Moderner Schnitt
- Einziges Hemd im Test mit Knopfsteg
➖ Nachteile:
- Knittert schnell
- Kann ungebügelt nicht getragen werden
5. Testsieger: Olymp
Olymp ist in der Herrenmode beinahe allgegenwärtig. So gut wie jedes Fachgeschäft führt die Marke, für nahezu jeden Körper hat der Hersteller den richtigen Schnitt im Angebot. Wenn man durch die vielen Namen blickt. „No. 6“ ist die sehr stark taillierte Linie, „Level 5“ passt sich dank minimalem Kunstfaser-Anteil dem Körper an, „Luxor“ zeichnet sich durch Trage- und Pflegevorteile aus und soll besonders Kunden, die im Büro Hemden tragen, ansprechen. „Casual“ ist die Freizeit-Linie und „Signature“ soll dank besonders hochwertiger Stoffe und Verarbeitung den höchsten Tragekomfort bieten.
Erster Eindruck: Die Stoffqualität von Olymp ist gut, das Hemd fühlt sich edel an. Es hat einen leichten Glanz, eignet sich also auch für formellere Anlässe. Die Nähte sind sauber gearbeitet, es fallen keine Fäden auf. Die Knöpfe weisen einen zum Stoff passenden Glanz auf, sitzen aber direkt auf dem Stoff und bieten keinen Steg, der das Zuknöpfen erleichtern würde. Die Verarbeitung der Knopflöcher ist tadellos, ebenso sind die Manschetten vorbildlich gearbeitet. Die Kunststoffstäbchen sind fest eingenäht, das schützt zwar vor Verlust, könnte aber im Waschverlauf zu Problemen führen.
Tragetest: Die guten Eindrücke spiegeln sich auch im Tragetest wider. Das Hautgefühl des kühlen Stoffes ist gut. Besonders atmungsaktiv ist er aber nicht. Im Tropfentest schluckt das Hemd das Wasser erst nach 1:20 Minuten und damit langsamer als die meisten. Der Stoff ist leicht durchsichtig, also weniger als beispielsweise Uniqlo, aber dunkle Tätowierungen scheinen schemenhaft durch. Durch den etwas weiteren „Modern Fit“ bietet das Hemd viel Bewegungsfreiheit. Auffallend gut sind die Geruchseigenschaften nach dem Tragen, denn auch nach 16 Stunden bleibt das Hemd neutral und nimmt weder Körper- noch Deogeruch an. Ungewaschen hält das Hemd auch nach zwei Tagen noch eine annehmbare Form, sodass es theoretisch auch einen dritten, weitgehend knitterfreien Tag ohne Probleme mitmachen würde.
Während und nach dem Waschtest: Kein anderes Hemd ist nach dem Waschen so faltenfrei wie das Olymp. Walbusch kommt zwar in die Nähe, aber Olymp ist ungeschlagen. Selbst nach fünf Waschgängen kann man das Hemd nach der Trocknung überstreifen und den Tag starten. Trotz der offenbar üppigen Veredelung hält der Stoff nicht an typischen Flecken fest, lediglich Kugelschreiber bleibt ohne Vorbehandlung im Stoff. Das Hemd läuft nur minimal ein, die Kragenstäbchen halten auch nach mehreren Wäschen ihre Form.
Fazit: Olymp ist eine sichere Wahl. Das Hemd ist (ohne Brusttasche) schick genug für formelle Anlässe, übersteht aber auch den harten Büroalltag problemlos. Es trägt sich angenehm und kann im Test auch nach zwei Tagen im Bürostuhl noch immer weitgehend falten- und geruchsfrei in den dritten Einsatz starten. Nach dem Waschen und der Lufttrocknung kann man es direkt anziehen, im Grunde finden sich keine größeren Nachteile.
➕ Vorteile:
- Ist weitgehend bügelfrei
- Gute Verarbeitung
- Eignet sich durch den Stoff auch für formellere Anlässe
- Ist nach dem Tragen auch noch knitterfrei
➖ Nachteile:
- Im Tropfentest recht langsam
6. Charles Tyrwhitt
Charles Tyrwhitt ist seit Jahren ein Tipp unter Hemdenkäufern. Die Qualität ist im Grunde verlässlich, die Optionen bei der Bestellung sind vielfältig und die Preise sind günstig. Sofern man durch die merkwürdige Preispolitik des Herstellers geblickt hat. Besucht man die Homepage ohne Umwege, kostet das Hemd im Test 84,95 Euro. Sucht man „Bügelfreies Twill-Hemd - Weiß“, also den exakten Produktnamen, oder die Produktnummer „FON0333WHT“ bei Google, und klickt auf das erste Suchergebnis, sind es nur noch 39,95 Euro. Das kann, wenn man in dem Glauben einkauft, dass der Hersteller einem bei einem direkten Besuch die besten Preise bietet, ärgerlich sein.
Erster Eindruck: Charles Tyrwhitt setzt auf recht ausladende Schnitte, weshalb ein „Extra Slim“ bei italienischen Modemarken wohl einem regulären Fit entspräche. Das sollte man beim Kauf, der bei dieser Marke für die meisten Menschen nur online erfolgen dürfte, beachten. Der Stoff ist ein robuster Twill, was das Tragen nicht unangenehm macht, aber den Stoff auf der Haut härter wirken lässt. Die Nähte sind sauber gearbeitet, die Knöpfe bieten keinen Steg. Die Knopflöcher sind haltbar vernäht, ebenso die Manschetten. Charles Tyrwhitt fällt im Test mit zwei Eigenheiten auf: Die Kragenstäbchen sind aus Messing, was man im Hinterkopf haben sollte, da es folgenreich sein dürfte, das Herausnehmen vor dem Waschen zu vergessen. Und: Die sehr schmale Knopfleiste ist sichtbar doppelt gesteppt, was etwas bieder wirkt.
Tragetest: Als einziges Hemd im Test bietet das Modell von Charles Tyrwhitt keinen Knopf am Hemdärmel, was das Hochkrempeln erschwert, da der Ärmel erst nach drei Umschlägen wirklich gut hält. Dadurch sitzt der Ärmel dann allerdings etwas höher, was manchen zu leger wirken könnte. Das Hautgefühl ist gut, ebenso die Bewegungsfreiheit. Einen Negativrekord stellt das Hemd beim Tropfentest auf. Erst nach sechs geschlagenen Minuten saugt der Stoff den Wassertropfen auf – im Hochsommer möchte man einen so abgedichteten Stoff wohl eher nicht tragen. Die Passform ist – auch bei Extra Slim – für den Tester gut. Das Hemd ist trotz Twill leicht durchsichtig. Die doppelt gesteppte Knopfleiste ist von allen Hemden im Test mit 2,5 Zentimetern die schmalste. Wellt sie sich, etwa beim Sitzen, kann man leicht „ins“ Hemd schauen, sieht also Unterhemd oder Haut. Nach dem Arbeitstag ist festzustellen, dass das Deo tief in die Fasern gezogen ist und sich am Rücken starke Falten gebildet haben. Wie so viele Hemden im Test müsste das Charles Tyrwhitt vor dem nächsten Einsatz mindestens gelüftet und bedampft werden.
Während und nach dem Waschtest: Auf dem Charles-Tyrwhitt-Hemd steht zwar, dass es bügelfrei ist, aber so richtig glauben mag man das nach dem Waschen nicht. Ohne es zu bügeln oder aufzudampfen ist die Menge der größeren Falten überbordend, tragen kann man es so nicht. Das Hemd trocknet etwas langsamer als die anderen, Flecken bleiben, abgesehen von Kugelschreiber, nicht im Stoff. Verschleißerscheinungen können nach fünf Waschgängen nicht festgestellt werden.
Fazit: Eigentlich ist der Test dieses Hemds komplizierter. Denn das Produkt hat zwei offizielle Preise. Bewertet man es für den Preis, den Neukunden über Google erhalten, fällt das Fazit anders aus, als für den Preis, den Charles Tyrwhitt ohne Werberabatt im Online-Shop aufruft. Das Hemd ist insgesamt gut verarbeitet, leistet sich aber ein paar Schwächen, allen voran die kaum vorhandene Bügelfreiheit und der extrem dichte Stoff, der im Tropfentest wirklich seine Probleme hat. Für 40 Euro ein guter Deal, für 85 Euro eine schlechte Wahl.
➕ Vorteile:
- Gute Verarbeitung
- Große Auswahl möglicher Passformen
- Günstiger Preis, wenn man weiß, wie
➖ Nachteile:
- Teurer Preis, wenn man den Rabatt vergisst
- Passform weicht von der Norm ab, Anprobe nötig
- Kann ungebügelt nicht getragen werden
Weiße, bügelfreie Hemden: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Was zeichnet ein bügelfreies Herrenhemd mit Kent-Kragen aus?
Ein bügelfreies Herrenhemd mit Kent-Kragen besteht meist aus einer speziell veredelten Baumwollmischung, die nach dem Waschen glatt trocknet. Der Kent-Kragen gilt als klassischer Allrounder: mittellang, leicht gespreizt und passend zu Krawatte oder ohne. Solche Hemden sind ideal für den Büroalltag, da sie gepflegt wirken, ohne tägliches Bügeln zu erfordern.
Welche Materialien kommen bei bügelfreien Hemden zum Einsatz?
Am häufigsten wird bügelfreie Baumwolle verwendet, teils mit Kunstfaseranteilen:
- 100 Prozent Baumwolle (veredelt): natürlich, atmungsaktiv, hautfreundlich
- Baumwoll-Polyester-Mischungen: formstabil, pflegeleicht, günstiger
- Hightech-Fasern: bieten zusätzliche Knitterresistenz, können aber weniger atmungsaktiv sein.
Die Materialwahl beeinflusst Tragekomfort, Langlebigkeit und Pflegeaufwand.
Wie pflegt man ein bügelfreies Hemd richtig, damit die Funktion erhalten bleibt?
Waschen Sie bügelfreie Hemden bei maximal 40 °C, schleudern Sie nur leicht und hängen Sie sie direkt nach dem Waschen glatt auf. Weichspüler und hohe Trocknertemperaturen sollten vermieden werden, da sie die bügelfreie Ausrüstung beeinträchtigen. Leichtes Nachdämpfen kann die Glättung zusätzlich verbessern.
Woran erkennt man die richtige Passform bei einem Businesshemd?
Die Passform sollte sich an Körperbau und Tragegewohnheiten orientieren:
- Slim Fit: tailliert, für schlanke Figuren
- Modern Fit: leicht tailliert, universell tragbar
- Comfort Fit: weiter Schnitt, mehr Bewegungsfreiheit
Die Schulternähte sollten bündig abschließen, der Kragen zwei Finger Spielraum bieten und die Ärmel bis zum Handgelenk reichen.
Gibt es Unterschiede zwischen einem Kent-Kragen und anderen Kragenformen?
Ja, je nach Stil und Anlass unterscheiden sich Kragenformen optisch und funktional:
- Kent-Kragen: klassisch, vielseitig, für Krawatte und offen tragbar
- Cutaway-Kragen: breiter Winkel, modischer Look
- Button-down-Kragen: leger, ohne Krawatte gedacht
Der Kent-Kragen gilt als die unauffällige, sichere Wahl für formelle und halbformelle Anlässe.
Die FAQ wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und nach den üblichen, strengen redaktionellen Kriterien bearbeitet und geprüft.