Kegel & Scheibe Mahlzeit, allerseits! Fünf elektrische Kaffeemühlen im stern-Test

Kaffee lebt von den Bohnen, die dafür gemahlen werden. Und das ist eine kleine Wissenschaft für sich. Welche Kaffeemühle meistert das am besten? Der große stern-Test.
Kaffeemühle Test: Der große stern Kaufkosmos Vergleich
Klein gegen Groß: Im stern Kaffeemühle Test mussten fünf beliebte Modelle ihr Mahlkünste unter Beweis stellen
© Jan Sägert / stern

Für die einen ist Kaffee schlicht der Wachmacher, um überhaupt in den Tag zu kommen. Also nicht mehr als ein Lebensmittel. Andere machen aus den unscheinbaren, zunächst grünen Samen der Kaffeepflanze eine kleine Wissenschaft. Egal, aus welchen Motiven er getrunken wird: Kaffee ist eins der beliebtesten Getränke weltweit.

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, dürfte bemerkt haben, dass Aroma und Geschmack leiden, je leerer das Päckchen mit dem braunen Pulver wird. Kaffeekenner nehmen das Mahlen deshalb selbst in die Hand und zerkleinern die Bohnen erst unmittelbar vor dem Aufbrühen. Früher war dafür Muskelkraft gefragt. Seit den 1960er Jahren helfen elektrische Kaffeemühlen. Mittlerweile gibt es Mühlen mit Hochleistungs-Mahlwerken, die die Bohnen in teils Dutzende unterschiedliche Mahlgrade zerkleinern können. Vom  Allerfeinsten für den Espresso bis zum Grobkörnigen für die French Press.

Für den stern Kaffeemühlen-Test mussten fünf beliebte Modelle ihr Können unter Beweis stellen. Dabei war das Mahlen selbst oft nicht die größte Herausforderung.

Diese Kaffeemühlen haben wir getestet

Auch diese Kaffeemühlen sind einen Blick wert

Folgende Kaffeemühlen haben wir nicht selbst getestet. Dennoch möchten wir sie hier kurz vorstellen, weil sie uns bei der Recherche aufgefallen sind.

Fazit: Multitalent holt den Testsieg

Egal, ob Kegel, Scheibe oder Messer – die Mahlwerke der fünf getesteten Kaffeemühlen konnten ausnahmslos überzeugen. Den entscheidenden Vorsprung auf dem Weg zum Testsieg holte sich die De'Longhi Dedica KG520 dank ihrer Vielseitigkeit und dem zwar sensiblen, aber doch unwiderstehlichen Äußeren. Die Graef CM702 ist etwas umständlicher zu reinigen und mahlt weniger homogen. Mit ihren Funktionen kann sie aber ebenfalls überzeugen und kostet nur etwa die Hälfte. Sie ist damit der Preis-Leistungs-Tipp im stern Kaffeemühlen-Test. Clever durchdacht und optisch herausragend präsentierte sich die OutIn Fino. Die Akku-Kaffeemühle für Camping und Trekking ist der Design-Tipp der stern-Redaktion.

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

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© Domenic Driessen

Über den Tester

In meiner sächsischen Heimat ist der "Bliemchengaffee" (dt.: Blümchenkaffee) so bekannt wie das Leipziger Allerlei. Es heißt, er sei so dünn, dass man beim Trinken das Blümchendekor auf der Untertasse erkennen kann. Eine gruselige Vorstellung für alle Kenner (mit oder ohne Siebträger), die ihren Kaffee gern zelebrieren. Ich zähle mich dazu. Umso mehr interessierte mich, was eine gute Kaffeemühle auszeichnet, warum das Mahlwerk so wichtig ist und wie nervig das Reinigen der Geräte sein kann. Dies und mehr steht im großen stern Kaffeemühlen-Test. Weitere Informationen über Jan Sägert

Vergleichstabelle Kaffeemühlen

 De'Longhi 
Dedica KG 520
Graef CM702OutIn FinoKitchenaid GoMelitta MolinoBodum Bistro 10903Eureka Mignon Filtro Baratza Encore
Gesamteindruck (max. 5 Sterne)⭐️⭐️⭐️⭐️

Testsieger
⭐️⭐️⭐️⭐️

Preis-Leistungs-Tipp
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Design-Tipp
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️nicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertung
Abmessungen 
(H x B x T)
38,2 x 15,4 x 24 cm37,5 x 15 x 26 cm19,9 x 7,3 cm21,4 x 13,4 x 15,1 cm24 x 10 x 15 cm27,5 x 12 x 15,6 cm35 x 12 x 18 cm34 x 13 x 15 cm
Stellfläche in cm²37539038,5ca. 140150ca. 190ca. 220195
Gewicht in kg2,751,90,6851,21,191,65,63,1
Max. Leistung*150 W150 W2 x 1000 mAh2.000 mAh100 W160 W310 W70 W
Lautstärkeca. 80 dBca. 80 dBca. 70 dBca. 75 dB> 80 dBk.A.k.A.k.A.
Einstellbare Mahlgrade182428-1712stufenlos40
Kapazität Bohnenbehälter in g*35025025113200220150227
Kapazität Kaffeemehlbehälter*170 g 
(ca. 14 Tassen)
bis ca. 12 Tassenca. 4 Tassenk.A.k.A.k.A.k.A.k.A.
Mahlwerk-KonstruktionKegelKegelKegelMesserScheibeKegelScheibeKegel
Durchmesser Mahlwerk in mmk.A.k.A.38k.A.42k.A.5040
SiebträgerfunktionJaJaNeinNeinNeinNeinopt. als ZubehörNein
Automatische AbschaltungJaNeinJaNeinJaJaJaJa
Zubehör inklusiveReinigungsbürste, 
Espressofilter-Halterung 
Kaffeemehlbehälter, Reinigungspinsel, 
2 Halter für Siebträger
Deckel für Mahlgutbecher, Reinigungsbürste mit Luftgebläse,
USB-C Ladekabel, Inbusschlüssel
USB-C KabelReinigungspinsel---
Preis (UVP)235 Euro129,99 Euro199,99 Euro179 Euro61,95 Euro129,90 Euro239 Euro149,95 Euro

* Herstellerangabe

So haben wir die Testprodukte ausgewählt

Auch in diesem Test lag der Fokus darauf, möglichst viele Kaffeefans in ihrem Alltag abzuholen. Deshalb besteht das Testfeld aus kompakten Modellen für jede Küchenzeile, etwas opulenteren Geräten für Koffeinjunkies mit täglicher Kaffee-Flatrate und robusten Akku-Mühlen für draußen und unterwegs. Die Kaffeemühlen kommen von renommierten und bekannten Herstellern mit dem Schwerpunkt Kaffee, aber auch Marken, die andere Haushaltsgeräte im Sortiment haben. Die Kapazität der Bohnenbehälter spielte bei der Auswahl der Testgeräte nur eine Nebenrolle. Wichtiger war uns, dass die Geräte im Onlinehandel möglichst zuverlässig verfügbar und für viele Geldbeutel erschwinglich sind.

So haben wir getestet

Wie üblich widmeten wir uns zunächst ganz oberflächlich den äußeren Werten der Testgeräte. Wobei das Augenmerk hier vor allem auf einer möglichst Ressourcen schonenden Verpackung und überflüssigen Plastikfolien lag. Auch das Unboxing ist aus unserer Sicht mehr als lästiges Vorgeplänkel. Erster Check vor dem Aufbau: Liegt die Kaffeemühle nebst Zubehör vollständig und unbeschädigt im Karton? 

Die beiden Akku-Geräte landeten direkt an der Steckdose. Alle anderen wurden laut Betriebsanleitung zusammengebaut. Im Testverlauf fokussierten wir uns auf die vier folgenden Kernpunkte:

  • Haptik & Einstellmöglichkeiten
  • Lautstärke beim Mahlen
  • Mahlergebnisse auf zwei Mahlgrad-Stufen
  • Reinigung

1. Kleines Krümelmonster: Melitta Molino

Mit der Melitta Molino bekommt dieses Mal der günstigste der fünf Testkandidaten den Vortritt. Schon zum Angebotspreis von um die 50 Euro (Stand 23.01.2026) ist das Gerät des Traditionsunternehmens aus Ostwestfalen bei vielen Onlinehändlern zu haben. Ausgestattet wurde die Molino mit einem Scheiben-Mahlwerk, was in dieser Preisklasse nicht verwundert. Kann die günstige Kaffeemühle an anderer Stelle überraschen?

Gehäuse & äußerer Eindruck
Das Gehäuse der Melitta Molino besteht zu 100 Prozent aus Kunststoff. Mit ihren kompakten Abmessungen sollte sich auch in kleinen Küchen noch ein Plätzchen für sie finden lassen. Von den drei getesteten Kaffeemühlen mit Stecker ist sie unbefüllt mit knapp 1200 Gramm die leichteste. Die vier kleinen Gummifüßchen unter dem Gerät sorgen für sicheren Stand auf der Arbeitsplatte. Mahlkammer und Auffangbehälter kommen in transparentem Plastik, sodass sich jederzeit der Füllstand überprüfen lässt. Über einen Drehregler an der linken Seite kann zwischen 17 Mahlgraden gewählt werden. An der Front bestimmt man über die Tassenanzahl, wie viele Bohnen die Molino tatsächlich durchs Mahlwerk jagt. Um die kleine weiße Markierung zu finden, mussten wir dreimal auf das Drehrädchen schauen. Direkt darunter sitzt das Startknöpfchen.

Technik & Mahlen
Ein Scheibenmahlwerk mit bemerkenswerten 42 Millimetern Durchmesser zerkleinert in der Molino die eingefüllten Kaffeebohnen. Leider ist auch die Lautstärke dieses Mahlwerks bemerkenswert. Eine Smartphone-App zeigte in der Spitze Werte von mehr als 90 Dezibel in einer Entfernung von 30 bis 40 Zentimetern. Das Kaffeemehl landet nach dem Mahlen in einem Auffangbehälter. Im empfohlenen mittleren Mahlgrad kamen bei der Voreinstellung von sieben Tassen am Ende 53 Gramm feines Pulver in der Schale an. Wenn wir von sechs bis acht Gramm Kaffeemehl pro Tasse Filterkaffee ausgehen, hat die Molino hier ihre Aufgabe ordentlich gemeistert. In der Gegenprobe mit Mahlgrad 15 flogen klar erkennbar grobere Krümel in den Auffangbehälter. Leiser wurde es in der Küche bedauerlicherweise nicht.

Kaffeemühlen Test: Kaffeemehl aus der Melitta Molino im Vergleich
Grob & fein: Die auf Mahlgrad 15 gemahlenen Bohnen (links) sind bei der Molino sichtbar krümeliger als das Kaffeemehl, das bei Mahlgrad 7 in der Schüssel landete
© Jan Sägert / stern

Reinigung
Unser größter Kritikpunkt am günstigsten Gerät im Test. Schon nach dem ersten Mahldurchgang sammelte sich im Mahlschacht eine große Menge an Kaffeemehl, das es nicht in den Auffangbehälter geschafft hatte. Das Reinigen mit der mitgelieferten Bürste gestaltete sich mehr als umständlich und nervig, denn das übrige Kaffeemehl rutschte teilweise zurück ins Mahlwerk. Kleiner Lichtblick: Die Mahlscheibe lässt sich aus dem Mahlwerk drehen und separat säubern. Bevor hier Hand angelegt wird, sollte allerdings die Anleitung studiert werden. Um Mehlreste und grobe Krümel aus Mahlwerk und Mahlkammer zu bekommen, mussten wir das gesamte Gerät auf den Kopf stellen. Zwei, drei beherzte Hiebe auf den Geräteboden lösten schließlich die letzten braunen Bröckchen. Für das Reinigen des Auffangbehälters empfiehlt der Hersteller lauwarmes Wasser und einen Lappen. Dem können wir nur zustimmen. 

Kaffeemühlen Test: Klebende Kaffeekrümel an der Melitta Molino
Krümelchaos: Nach dem Mahlen sah es am Übergang zwischen Mahlkammer und Auffangbehälter so aus
© Jan Sägert / stern

Fazit
Für Hobby-Baristas und solche, die es einmal werden wollen, ist die Melitta Molino nichts. Wer sein Frühstückskäffchen gelegentlich mal mit frisch gemahlenen Bohnen zubereiten möchte, macht mit dieser Budgetlösung mit erstaunlich üppigem Bohnenbehälter aber nichts verkehrt. Die Melitta Molino Kaffeemühle ist solide, keineswegs billig, verarbeitet, mahlt leider sehr laut und ist vor allem umständlich zu reinigen.

2. Feingeist mit Putzproblem: Graef CM702

Schon etwas tiefer greifen Fans von frisch gemahlenem Kaffee bei der Graef CM702 in den Geldbeutel. Für um die 100 Euro (Stand 23.01.2026) müssen sie aber auch etwas mehr Platz schaffen, denn das Gerät beansprucht deutlich mehr Raum als die Budgetlösung von Melitta. Doch heißt mehr Material gleich doppelter Spaß beim Mahlen?

Gehäuse & äußerer Eindruck
Elegant und wuchtig zugleich wirkt die Graef CM702 beim Auspacken. Die Mühle an sich kommt in mattem Schwarz und bringt stolze 1,6 Kilogramm auf die Waage. Dazu gibt's allerlei Plastikteile, die vor dem Start an das Hauptgerät gesteckt oder geschraubt werden müssen. Darunter sind der stabile Behälter für die Bohnen samt Deckel, ein Auffangbecher fürs Kaffeemehl (ebenfalls mit Deckel), eine Auffangschale für Kaffeekrümel sowie je zwei Aufnahmen für Siebträger und Trichter, die ein größeres Krümel-Chaos verhindern sollen. An der Verarbeitung gab es nichts zu meckern. Scharfe Kanten oder Ähnliches: Fehlanzeige. Mit ein paar intuitiven Handgriffen war die Graef Kaffeemühle aufgebaut und einsatzbereit. Die über einen Drehring einstellbaren Mahlgrade sind von vorn leicht abzulesen. Bei jeder der 24 Stufen rastet das Mahlwerk hörbar ein. Kurzum: Die Graef CM702 kann sich sehen lassen. Doch wie steht es um die inneren Werte?

Technik & Mahlen
Das Graef-Gerät ist zwar nicht das einzige im Test mit Kegelmahlwerk, punktet dafür aber mit einem speziell auf Siebträger zugeschnittenen Mechanismus. Das Mahlwerk nimmt seine Arbeit auf, sobald der Siebträger oder der Auffangbehälter für das Kaffeemehl gegen einen Kontaktpunkt gedrückt werden. Um das Kaffeemehl möglichst gezielt in die Behälter zu bringen, wird ein flexibler Silikonstutzen über den Auslass gestülpt. Zudem sind Trichter im Paket, die auf den Siebträger oder den Auffangbehälter gesetzt werden. Eine smarte Idee, die in unserem Test gut funktionierte. Schön: Graef liefert die passenden Halterungen und Trichter für Siebträger mit Durchmessern von 60 und 70 Millimetern mit. Für den Auffangbehälter eignet sich die kleinere Variante.

Kaffeemühle Test: Kaffeemehl aus der Graef Kaffeemühle
Beim Gerät von Graef muss schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, welches das grober gemahlene Kaffeemehl ist
© Jan Sägert / stern

Der Druckpunkt für den Start des Mahlvorgangs passte perfekt und das Kaffeemehl landete zunächst dort, wo es hinsollte. Mehr als 100 Gramm fasste der Auffangbehälter leider nicht. Auf den letzten Metern krümelte das Kaffeemehl deshalb auch auf die Hand des Testers. Beim groben Mahlgrad 22 sprangen die Kaffeekörnchen trotz Trichter schon früher aus dem Behälter. Grundsätzlich eine saubere Sache also für alle Siebträger-Fans und Filterkaffee-Trinker, die nicht auf Vorrat mahlen.

Das Kaffeemehl, das auf dem mittleren Mahlgrad 12 (von 25) aus der Graef Kaffeemühle rutschte, war in unserem Test gleichmäßig gekörnt und sehr fein. Interessant fanden wir, dass der Unterschied zu auf Mahlgrad 22 (sehr grob) gemahlenen Kaffeebohnen weit weniger offensichtlich war als bei der günstigen Melitta-Kaffeemühle. Das deutet darauf hin, dass sich die Kaffeemühle eher an Espresso- und Filterkaffee-Trinker richtet und für grobes Mehl eher ungeeignet ist.

In Bezug auf die Lautstärke beim Mahlen wich unser subjektives Empfinden etwas von der Smartphone-App ab. Trotz gefühlt leiserem Mahlen lag die Graef CM702 laut App beinahe gleichauf mit der Molino von Melitta.

Reinigung
In diesem Punkt konnte uns auch das Graef-Gerät nur bedingt überzeugen. Einmal pro Woche empfiehlt der Hersteller, die Kaffeemühle gründlich zu reinigen. In unserem Test war es nach dem Mahlen von rund 150 Gramm Bohnen (ausreichend für ca. 20 Tassen) dringend notwendig. Die mitgelieferte Reinigungsbürste erwies sich auch hier als überschaubar hilfreich. Dass der obere Teil des Mahlwerks fürs Reinigen akkurat aus der Mühle genommen werden kann, ist lobenswert. Leider ist der untere Teil mit der kleinen Plastikbürste schwierig bis gar nicht zu erreichen. Tipp: Ein runder Reinigungspinsel mit Natur- oder Kunsthaar erleichtert und verkürzt das Reinigen derartiger Mahlwerke enorm. Was uns außerdem störte, waren die üppigen Krümel- und Kaffeemehlreste, die beim Reinigen mit dem Pinsel aus allen Ritzen rieselten. Vor allem beim Kaffeemehl hängt das vermutlich mit der Öligkeit zusammen, die dazu führt, dass der gemahlene Kaffee zum Kleben neigt. Doch auch im Mahlwerk blieben aus unserer Sicht zu viele grob zerkleinerte Kaffeebohnen hängen, die wir mühsam aus dem Gerät klopfen mussten.

Kaffeemühlen Test: Graef Kaffeemühle zerlegt
Trotz herausnehmbarem Mahlkranz ist das Reinigen der Greaf Kaffeemühle mühsam
© Jan Sägert / stern

Fazit
Die Graef CM720 präsentierte sich uns als zuverlässige Kaffeemühle für Siebträger-Einsteiger. Am Gehäuse, der Verarbeitung und dem beiliegenden Zubehör (abgesehen von der überflüssigen Reinigungsbürste) hatten wir nichts auszusetzen. Schon gar nicht bei dem Preis. Der raffinierte Mechanismus für Siebträger funktionierte super. Auch das Mahlergebnis konnte sich sehen lassen, wenngleich grobes Mehl für die French Press nicht zur Kernkompetenz dieser Mühle gehört. Schwächen offenbarte das Gerät in puncto Reinigung. Diese ist trotz praktischer Gadgets wie einem Einfüllstutzen, Trichtern und Halterungen unausweichlich und etwas mühsam. 

3. Auf leisen Bohnen: Outin Fino

Der nächste Testkandidat kommt ohne Netzstecker aus. Als wahres Outdoor-Wunder wird die Outin Fino Kaffeemühle im Netz angepriesen. Klar, dass wir uns das anschauen und der Kaffeemühle für Garten, Camping & Co. etwas genauer ins Mahlwerk gucken wollten. Mit einem Preis von sportlichen 199 Euro (Stand 23.01.2026) geht das in Denver, Colorado (USA), gegründete Unternehmen auf den europäischen Markt. Das ist eine Ansage. Wird die Design-Kaffeemühle to go diesem Preis gerecht?

Gehäuse & äußerer Eindruck
Nicht viel größer als ein Thermo-Trinkbecher ist das, was wir im edlen Karton der Outin Fino finden. Sie liegt kompakt in der Hand und fühlt sich schwerer an als die knapp 700 Gramm, die die Waage anzeigt. Akkurat sortiert, kommen unter der Mühle noch der Deckel für die Kaffeedose, eine ungewöhnliche Reinigungsbürste sowie das USB-C-Ladekabel und ein samtiger Transportbeutel zum Vorschein. Wo sollen hier die Bohnen rein? Fragten wir uns beim ersten Drehen und Wenden der Fino. Die Aluminium-Aufnahme für die Bohnen wurde clever integriert. Insgesamt lässt die Fino optisch und haptisch aus unserer Sicht zunächst keine Wünsche offen. Doch auch hier wollten wir uns vom edlen Chassis nicht täuschen lassen.

Kaffeemühle Test: OutIn nebst Zubehör
Survival Kit für Kaffee-Junkies: Die OutIn Fino kommt mit allem, was man im Outback braucht. Selbst ein Täschchen ist inklusive
© Jan Sägert / stern

Technik & Mahlen
Für die Fino-Power sorgen zwei 1000-mAh-Akkus, die wir vor dem ersten Betrieb per USB-C-Kabel voll aufladen. Laut Hersteller sollen maximal 25 Gramm Kaffeebohnen in die Outin Fino passen. Das reicht für etwa vier Tassen. Vor dem Einfüllen der Bohnen mussten wir zunächst den Schaft gegen den Uhrzeigersinn bis zum Einrasten drehen. Danach rutschte das Mahlgut elegant ins Innere der Fino. Dort wartet eine 38-Millimeter-Kegelmühle darauf, die Bohnen zu zermalmen. Über ein leise klickendes Einstellrädchen noch den Mahlgrad bestimmt und los ging die wilde Fahrt auf einer mittleren Stufe. Angenehm leise verrichtete das Mahlwerk nun seine Arbeit. Drückt man den Power-Button kurz zweimal, kümmert sich die Fino selbst ums Mahlen und stoppt erst, wenn die letzten Kaffeekrümel in den Becher gefallen sind. Das klappte in unserem Test nicht auf Anhieb. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Kaum mehr als 70 Dezibel zeigte unsere Smartphone-App dafür während des Mahlens an. Ein guter Wert. Um das Mahlergebnis zu begutachten, muss der kleine Auffangbecher an der Unterseite abgeschraubt werden. Am Mahlgut hatten wir nichts zu beanstanden. Sowohl auf Stufe fünf als auch auf Stufe zehn glänzte die Outin Fino mit gleichmäßig und präzise gemahlenem Kaffeemehl. Der Unterschied zwischen dem groben Mehl für die French Press und dem mittelfeinen für Filtermaschinen oder Kaffeevollautomaten war offensichtlich.

Kaffeemühle Test: Einfüllen von Kaffeebohnen in die OutIn Fino
Immerhin 25 Gramm Kaffeebohnen passen in den smarten Einfüllstutzen der OutIn Fino Kaffeemühle
© Jan Sägert / stern

Reinigung
Ein Kinderspiel. Jedenfalls auf den ersten Blick. Weil der Becher aufgeschraubt wird, krümelt zunächst nichts daneben. Lediglich dort, wo das Pulver aus der Mühle fällt, sammeln sich Mehlreste. Die ließen sich elegant mit dem runden Pinsel in den Becher fegen. Um die letzten Krümel kümmert sich dann das kleine Luftgebläse. Etwas umständlich mutete zunächst das Reinigen des Mahlwerks an. Tatsächlich mussten wir dafür einen kleinen Inbusschlüssel bemühen. Letztlich war aber auch das kein Hexenwerk und das Luftgebläse machte sich beim Auspusten des Innenlebens tatsächlich bezahlt. Kaum zwei Minuten brauchten wir, um ein paar versprengte Kaffeekrümel aus dem Mahlwerk zu kehren und selbiges wieder einzusetzen. 

Powerpulver: Der Unterschied zwischen den Mahlgraden ist bei der OutIn Fino offensichtlich
Powerpulver: Der Unterschied zwischen den Mahlgraden ist bei der OutIn Fino offensichtlich
© Jan Sägert / stern

Fazit
Gut Ding will hier zwar etwas Weile haben, dafür überzeugte uns die Outin Fino sowohl in punkto Design und Verarbeitung als auch beim Mahlen und dem unbeliebten Reinigen nach dem Betrieb ohne Wenn und Aber. Mehr kann man von einer Kaffeemühle in diesem kompakten Format nicht erwarten. Der Straßenpreis ist aus unserer Sicht vertretbar.

4. Mahlen mit Feingefühl: Kitchenaid Go

Der Name lässt es erahnen: Auch die Testmühle der beliebten US-Marke wird von einem Akku gespeist. Beim vom Hersteller empfohlenen Preis muss sich die Kitchenaid Go schon mal nicht vor der Outin Fino verstecken. Dass man dafür ein Gerät bekommt, das die Kaffeebohnen mit einem wenig feinfühligen Schlagmesser zertrümmert, verwundert etwas. Ist diese Mahlart doch eher im günstigeren Segment verbreitet. 

Gehäuse & äußerer Eindruck
Die Kitchenaid Go kommt absolut clean und ohne Schnickschnack. Aus dem Karton purzeln neben der Mühle selbst nur der 2Ah-Akku und ein USB-C-Ladekabel. Sie ist kompakt, mit 1,2 Kilogramm aber deutlich schwerer als die Outin Fino, das zweite Akku-Modell im Test. Die Kitchenaid Go besteht aus drei Teilen: dem Korpus mit Taster, einem Aluminium-Mahlbehälter mit Schlagmesser und einem Deckel aus transparentem Kunststoff. Unter den matt-schwarzen Korpus wurden fünf Gumminoppen platziert, die für sicheren Stand sorgen. Insgesamt bekommen wir, was wir von einem der renommiertesten Küchengeräte-Herstellern der Welt erwartet haben. Eine auffällig unauffällige Kaffeemühle ohne Kabel, Ecken und Kanten. Mit einer Ausnahme: der Rand des Alu-Behälters könnte einen etwas runderen Schliff vertragen. Leider vergeblich suchten wir einen Deckel für den Behälter, der das Kaffeemehl auffängt, sowie Optionen zum Einstellen des Mahlgrades.

Kaffeemühlen Test: KitchenAid Go zusammengebaut
Schlicht und stabil: Für die KitchenAid Go braucht es beim Mahlen viel Feingefühl und gutes Timing
© Jan Sägert / stern

Technik & Mahlen
Und damit geht's direkt ans Eingemachte. Mehr als 100 Gramm Bohnen passen in den Alu-Becher. Damit ist die Kaffeemühle definitiv nicht unterdimensioniert, denn das reicht in gemahlenem Zustand locker für zehn bis zwölf Tassen Kaffee. Doch vorher muss das Edelstahl-Schlagmesser ran, das Kitchenaid der Go verpasst hat. Ins Rotieren bringt man das über einen Taster an der Frontseite der Go. Der Druckpunkt des Tasters ist gut austariert. Eine Einrastfunktion hat er aber nicht. Die ist auch nicht notwendig, denn der Mahlgrad lässt sich nicht voreinstellen. Heißt: Wird der Taster betätigt, kommt das Messer in Fahrt. Wird der Taster entlastet, stellt das Messer seine Arbeit ein. Im Gegensatz zu den anderen Geräten im Test ist hier also Fingerspitzengefühl der Mahlgradmesser. Und es bleibt auch uns nichts anderes übrig, als sich an die gewünschte Körnung für die verschiedenen Zubereitungsarten heranzutasten. In Sachen Lautstärke landete die Kitchenaid Go laut Dezibel -App im Mittelfeld unseres Kaffeemühlen-Tests. Spannend: Je feiner der Mahlgrad, desto lauter kam uns die Mühle vor. Das Schlagmesser brauchte keine Minute, um etwa 50 Gramm Bohnen zu gleichmäßigem Kaffeemehl zu zerschlagen. Das gröbere Mehl für die French Press war schon nach weniger als 30 Sekunden fertig zum Überbrühen.

Reinigung
Hier macht die Kitchenaid Go einen Punkt gegen die Mühlen mit Scheiben- oder Kegelmahlwerk. Je grober das Mehl, desto weniger bleibt im Alu-Behälter kleben. Und dieses Teil ist auch das einzige, was gereinigt werden sollte. Im Test wurde etwas Kaffeepulver über den Rand geschleudert, sodass auch der Deckel von wenigen Krümeln befreit werden musste. Mit einem runden Kaffeepinsel war das aber ein Kinderspiel. Bei feinerem Kaffee hilft ein feuchter Lappen, um auch kleine Ölrückstände aus dem Mahlbehälter zu entfernen. Notfalls landet der Deckel einfach im Geschirrspüler.

stern Kaffeemühlen Test: Die KitchenAid Go zerlegt
Drei Teile plus Akku. Mehr braucht es fürs Mahlen mit der KitchenAid Go nicht
© Jan Sägert / stern

Fazit
Wer nach dem Mahlen möglichst wenig mit der Kaffeemühle zu tun haben möchte, liegt mit der KitchenAid Go absolut richtig. Bohnen rein, drücken bis der Mahlgrad passt, umfüllen in Siebträger, Filter oder French Press, fertig. Die Go ist die mit Abstand pflegeleichteste Kaffeemühle im Test. Dafür brauchen Kaffeetrinker wegen der fehlenden Mahlgrad-Einstellung schon morgens viel Feingefühl und ein gutes Timing, wenn sie einen kräftigen Espresso oder den perfekten French-Press-Kaffee für den Start in den Tag zaubern wollen. 

5. Sensibles Glanzstück: De'Longhi Dedica KG520 

Zum (krönenden?) Abschluss des stern Kaffeemühlen-Tests durfte ein Gerät aus dem Land von Cappuccino und Espresso seine Mahlkünste zum Besten geben. Das mit einem Kegel-Mahlwerk aus Edelstahl ausgestattete Hochglanzstück aus dem Traditionshaus De'Longhi wird für stolze 235 Euro (Stand 23.01.2026) vom Hersteller angeboten. Kann die elegante Italienerin unsere Erwartungen erfüllen?

Gehäuse & äußerer Eindruck
Optisch macht die Testkonkurrenz der Dedica KG520 nichts vor. In teils mattem, teils hochglänzendem Silber steht das Gerät stolz auf dem schwarzen Fuß. Das sieht zwar toll aus, hat aber einen unschönen Nachteil: Die Oberfläche reagiert höchst sensibel auf Berührungen. Schon nach dem Auspacken und Aufstellen war unser Testgerät mit diversen Fingerabdrücken verziert. Unser Eindruck: Nervig, aber kein Drama. Auf der Mühle thront ein mächtiger Bohnenbehälter, der Platz für 350 Gramm Bohnen bietet. Ein Fest für faule Vieltrinker, die nicht ständig Bohnen nachfüllen wollen. Knapp drei Kilogramm wiegt das Kraftpaket, das sich insgesamt aber gut bewegen lässt. Vier Gumminoppen unterm Fuß sorgen für sicheren Stand. Was direkt auffällt: Durch die Spiegelung auf der Oberseite kann der eingestellte Mahlgrad nur mit Mühe abgelesen werden. Das Rädchen fürs stufenlose Wählen der Tassenanzahl schnurrt dagegen einwandfrei. 

Kaffeemühlen im stern-Test: Detail der De'Longhi Dedica KG520
Stufenlos einstellbar: Kaffee für bis zu 14 Tassen kann die De'Longhi Dedica Kaffeemühle mahlen
© Jan Sägert / stern

Hinter dem Auffangbehälter fürs Kaffeemehl hat De'Longhi den Stauraum clever ausgenutzt. In der stabilen Schublade kann die Aufnahme für einen Siebträger sicher aufbewahrt werden. Ein Plastikteil, das sonst nur irgendwo in der Küche herumliegt. Damit ist klar: Die Dedica KG520 ist auch eine gute Option für Besitzer einer Siebträgermaschine. Insgesamt ist die Dedica Kaffeemühle ein gut durchdachtes Statement, das vor allem in etwas größeren Küchen eine glänzende Figur abgibt.

Technik & Mahlen
Ein teilweise herausnehmbares Kegelmahlwerk aus Edelstahl schlummert im Inneren der Dedica KG520. Für den Test kippten wir etwas mehr als 100 Gramm Bohnen in den üppigen Behälter. Unsere beiden Mahlaufgaben löste die Mühle mit Bravour. Nur wenige Sekunden benötigte sie, um auf Mahlgrad zwei und Tassenstufe vier etwa 20 Gramm feinstes Kaffeemehl zu mahlen. Genug für zwei einfache oder einen doppelten Espresso. 46 Gramm grobes und gleichmäßiges French-Press-Mehl landete bei Mahlgrad 16 und unveränderter Tassenstufe im Auffangbehälter. Die richtige Menge für 750 Milliliter kochendes Wasser und damit drei bis vier Tassen Kaffee. Als Leisetreter fiel die Dedica im Test nicht auf. Ähnlich wie die Kaffeemühle von Graef zeigte die App auf dem Smartphone in einer Armlänge Abstand eine Lautstärke um die 80 Dezibel an. 

stern Kaffeemühlen Test: De'Longhi Dedica als Draufsicht
Sowohl für die French Press (links) als auch für Siebträger lieferte die De'Longhi gute Ergebnisse
© Jan Sägert / stern

Im Gegensatz zur Testkonkurrenz hat die Dedica einen separaten Ein-Aus-Schalter. Einmal am Strom, zeigt die Mühle dann über zwei LED-Symbole an, ob sie in den Kaffeemehlbehälter oder den Siebträger mahlt. Sie erkannte in unserem Test zuverlässig den Behälter, sobald dieser korrekt platziert war, und zeigte das entsprechend an. Per Druck auf das Symbol nahm das Mahlwerk seine Arbeit auf. Auffällig: In keinem unserer Mahltests spritzten Krümel umher. Das schafften die anderen Mühlen mit Kabel nicht.

Reinigung
Die mitgelieferte Reinigungsbürste ist auch bei der De'Longhi-Mühle nur bedingt hilfreich. Für den Mahlkranz ist das Tool aber nutzbar. Der kann nur entnommen werden, wenn der Bohnenbehälter vollständig leer ist. Für die Krümelreste im Kaffeemehlbehälter bemüht man besser einen weichen Rundpinsel. Laut Hersteller ist dieser Behälter aber auch für die Spülmaschine geeignet. Wer die edle Oberfläche fleckenfrei halten will, sollte stets ein Mikrofasertuch parat haben und das Gehäuse damit regelmäßig abwischen.

Fazit
Die De'Longhi Dedica KG520 sieht nicht nur gut aus – sie überzeugte uns auch mit ihren inneren Werten. Das Gesamtpaket war letztlich auch entscheidend, um als Testsieger hervorzugehen. Sie mahlt für Siebträger wie French Press gleichermaßen zuverlässig, homogen und krümelfrei. Dazu kommen ein üppiges Bohnendepot, clever verstautes Zubehör und ein smarter Sensor, der erkennt, wofür das Kaffeemehl gedacht ist. Mini-Wermutstropfen: Für den täglichen Glanz in der Küche müssen reinliche Kaffeefans die Oberfläche regelmäßig von Fettfingern befreien.

Weitere Modelle für kleine und große Küchen

Baratza Encore

Eindrucksvolle 40 Mahlgradstufen lassen sich bei der Encore Kaffeemühle von Baratza einstellen. Von Cold Brew bis Espresso ist bei dem Gerät mit Kegelmahlwerk damit je nach Gusto fast alles möglich. Mit knapp 3,5 Kilogramm ist die Mühle wegen des kombinierten Kunststoff-Metallgehäuses noch etwas schwerer als unser Testgerät von De'Longhi und ähnlich hoch wie die Graef CM702. Mit einer Nennleistung von 70 Watt ist die Baratza Encore vergleichsweise schwach auf der Brust, dafür nimmt sie es mit bis zu 300 Gramm Bohnen auf. Knapp 150 Euro sind für das Gerät der US-Marke fällig. Kein Schnäppchen, aber ein angemessener Preis für den Grinder aus Seattle.

Bodum Bistro 10903

Auch die Schweizer können Kaffeemühlen. Die Bodum Bistro 10903 kommt mit einem konischen Kegelmahlwerk aus Edelstahl, das Bohnen in bis zu zwölf Mahlgrade zerbröseln kann. Der Bohnenbehälter fasst bis zu 220 Gramm, wobei eine Zeitschaltuhr unkontrolliertes und verschwenderisches Mahlen verhindern soll. Besonders: Die Pulverbehälter wurden aus Borokilikatglas gefertigt. Das soll die statische Aufladung verhindern und dabei helfen, dass das frisch gemahlene Pulver weniger stark an der Oberfläche haftet. Die Kaffeemühle aus der Schweiz gibt's in zwei Farben. Für einen Straßenpreis von teils deutlich unter 100 Euro (Stand: 23.01.2026) ist das Gerät eine gute Option für den Alltag.

Eureka Mignon Filtro

Ein kleines, aber gewichtiges Schmuckstück ist die Mignon Filtro, des italienische Premium-Marke Eureka, die mit einem hochwertigen 50-Millimeter-Scheibenmahlwerk ausgerüstet wurde. Das Herzstück soll die Bohnen angenehm leise und sehr präzise bearbeiten. Die Mahlgrade lassen sich stufenlos an jeden speziellen Kaffeewunsch anpassen. Zusammen mit dem stabilen Metallgehäuse bringt es die Mignon Filtro auf ein stolzes Gewicht von 5,6 Kilogramm, wobei der Platzbedarf nicht größer ist als bei den Testgeräten von Graef oder De'Longhi. Fazit: Ein nicht ganz günstiges, aber reizvolles und technisch raffiniertes Vergnügen aus der Toskana, das auch Kaffee-Feingeister überzeugt.

Kaffeemühlen: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Welche Mahlwerk-Art ist die beste?

Drei Mal dürfen Sie raten: Es kommt darauf an. Genau genommen müsste die Frage lauten: Welches Mahlwerk ist für die Kaffeebohnen das beste? Die noch vor einigen Jahren weit verbreiteten Schlagmahlwerke sind es nicht. Das rotierende Schlagmesser zertrümmert die Bohnen, ähnlich wie ein Mixer. Das Mahlgut wird dadurch häufig ungleichmäßig. Das mag für die French Press ausreichend sein. Espressotrinker sollten von dieser Mahlwerkart eher Abstand nehmen und stattdessen Mühlen mit konischen Mahlwerken ins Visier nehmen. Sogenannte Kegelmahlwerke gelten als die schonendste und damit die Variante, bei der das Aroma der Kaffeebohnen am wenigsten leidet. Sie mahlen zwar etwas langsamer, dafür wird es im Mahlwerk nicht so heiß, was den Bohnen zugute kommt. Dazu sind sie in der Regel etwas leiser als Kaffeemühlen mit Scheibenmahlwerk. Womit wir bei der am häufigsten verbauten Mahlwerk-Art wären. Hier werden die Bohnen mit bis zu 1400 Umdrehungen pro Minuten zwischen zwei Scheiben aufgebrochen und nach außen geschleudert. Weil dabei viel Hitze entsteht, lösen sich mehr Kaffeeöle aus den Bohnen, was den Kaffee in der Tasse an Aroma kostet. Kegel und Scheiben bestehen meist aus Edelstahl oder Keramik (Scheibe) und gelten als robust und langlebig. Die Mahlergebnisse sind bei Scheibenmahlwerken etwas präziser, bei konischen berichten Baristi dagegen von etwas homogenerem Kaffeemehl.

Wie fein sollte man den Mahlgrad einstellen können?

Grundsätzlich gilt: Wer einen perfekten Espresso trinken möchte, braucht nicht nur sehr homogenes, sondern auch besonders feines Kaffeemehl. Für Filterkaffee, die French Press oder Kaffeevollautomaten darf es etwas grober sein. Kurzum: Je anspruchsvoller Kaffeetrinker sind, desto mehr Mahlgrade sollte die elektrische Kaffeemühle haben. Für Alltagstrinker gelten 20 bis 30 Mahlgrade als absolut ausreichend. 50 und mehr gehen nicht nur ins Geld, sondern lohnen sich auch eher für die Perfektionisten und Hobby-Baristi, weil sich das Mahlgut zwischen einzelnen Graden nur noch in Nuancen unterscheidet. Wichtig: Mahlgrad eins ist in der Regel die feinste Körnung.

Wie laut ist eine elektrische Kaffeemühle?

Kaffeemühlen mit Schlag- und Scheibenmahlwerk gelten allgemein als etwas lauter als Mühlen mit einem Kegelmahlwerk. Im Test zeigten Dezibel-Apps bei der Molino im Abstand von etwa 40 Zentimetern Werte jenseits der 80 Dezibel an. Das entspricht etwa der Lautstärke eines Rasenmähers. Deutlich leiser war dagegen das Outdoormodell von Outin, das die Testerohren nur mit etwa 70 Dezibel Schalldruck belästigte. Alle anderen Testgeräte pendelten sich zwischen diesen Werten ein.

Welche Kaffeemühlen eignen sich am besten für Einsteiger?

Eine schwer zu beantwortende Frage. Bei der Wahl der richtigen Kaffeemühle kommt es aus unserer Sicht weniger darauf an, welches Mahlwerk die Bohnen zerkleinert. Wichtiger ist, dass die Mahlgrade entsprechend der Kaffeevorlieben stufenlos und möglich fein einstellbar sind. Wer sich noch ans Thema Kaffeegenuss herantastet, ist mit einem Scheibenmahlwerk zunächst sehr gut bedient. Diese Geräte sind häufig etwas günstiger in der Anschaffung. Kaffeefans mit größerem finanziellen Spielraum machen mit einer Mühle mit konischem Mahlwerk sicher auch nichts falsch.

Was ist beim Reinigen von Kaffeemühlen wichtig?

Das Reinigen ist der große Schwachpunkt vieler Kaffeemühlen, was nicht zwingend immer am Gerät selbst, sondern dem Kaffeemahlen an sich liegt. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die feinen Kaffeekörnchen beim Mahlen in jeder noch so kleinen Ritze des Geräts verkrümeln. Dazu findet nicht das gesamte Mahlgut den Weg in den Mehlbehälter. Zudem werden beim Mahlen Öle und Fette frei. So kleben nach jedem Mahlvorgang auch Krümel am Gerät. Einen Königsweg gibt es fürs Reinigen nicht. Als universeller Ersthelfer hat sich ein weicher Rundpinsel erwiesen, der grobe, aber auch feine Krümel von der Oberfläche lösen kann. Zudem erreicht man damit auch Winkel und Ritzen im Mahlwerk. Vorteilhaft fürs Reinigen sind Mahlwerke, die aus der Mühle genommen und separat gesäubert werden können. Fakt ist: Kaffeemühlen sollten nach jedem Betrieb zumindest grob von Kaffeemehlresten befreit werden. Die mitgelieferten Bürsten waren in unserem Test dafür nur bedingt geeignet. 

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