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"Buch der 39 Kostbarkeiten" Jan Weilers kurzweilige Reste


"Maria, ihm schmeckt’s nicht!" hat ihn berühmt gemacht. Nach weiteren Romanen reicht Jan Weiler im "Buch der 39 Kostbarkeiten" eine Auswahl seiner Kolumnen, Erzählungen und Gedichte nach.

Jan Weiler hat seine Vergangenheit durchstöbert und zwischen Kisten und zerfallendem Mobiliar alte Schätze zutage gefördert: Die Kolumnen, Erzählungen, Gedichte und Hörspieltexte des Bestsellerautors sind nun im "Buch der 39 Kostbarkeiten" nachzulesen - ein Vergnügen für die Fans kurzweiliger Geschichten über Menschen wie du und ich.

Weiler erzählt mit viel Humor vom Kleinkrieg zwischen einem Patienten und einer Sprechstundenhilfe und vom Ehestreit im Auto auf der Fahrt zur Schwiegermutter. Er berichtet, was er auf seinen vielen Lesereisen erlebt hat und macht sich über das Verhunzen der deutschen Sprache lustig.

"Europa aus dem Kopf"

Besonders gelungen ist das Hörspiel "Liebe Sabine": Uwe diktiert seiner Sekretärin einen letzten Brief an seine Verflossene. Seine Abrechnung nach dem Ende einer "total tollen Beziehung" gerät auch zur Betrachtung menschlicher Gefühle: "Was ist Liebe?", fragt Uwe ins Diktiergerät. "Liebe ist Ficken bis zum Umfallen, anschließend Hypothekenzinsen abbezahlen und im Abstand von drei Jahren ins Gras beißen."

Amüsant ist auch der Text "Europa aus dem Kopf", in dem Weiler aufschreibt, was einem zu europäischen Ländern so alles "durchs Hirn rauscht": In Belgien, schwadroniert er augenzwinkernd, "haben sie ausgezeichnete Pralinen" und in Dänemark "massenhaft durchstrichene Os".

Das Buch enthält zudem Interviews, in denen Jan Weiler Prominenten mit seinen Fragen auf die Pelle rückt. Und dann darf in so einem Sammelband auch ein Stück über die angeheiratete italienische Familie nicht fehlen. Schließlich wurde der Autor mit dem witzigen, autobiografisch gefärbten Roman "Maria, ihm schmeckt’s nicht!" und Folgebänden wie "Antonio im Wunderland" berühmt.

Susanna Gilbert-Sättele/DPA DPA

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