"Unsere Besten" Das ZDF sucht die Lieblingsbücher


Zwischen 6. Juli und 6. August haben die Zuschauer bei "Unsere Besten - Das große Lesen" Gelegenheit, per Postkarte oder Internet dem ZDF ihr Lieblingsbuch mitzuteilen.

Nach den besten Deutschen sucht das ZDF nun mit Hilfe von Elke Heidenreich die besten Bücher. "Unsere Besten - Das große Lesen" heißt die Aktion, die am Dienstag um 22.15 Uhr mit einer Extraausgabe von Heidenreichs Sendung beginnt. Am 1. Oktober (21.15 Uhr) präsentiert Johannes B. Kerner dann im Countdown die 50 Bücher, die die Zuschauer per E-Mail oder Postkarte wählen. Heidenreich gestand bei der Vorstellung der Aktion in Köln, dass sie von Ranglisten nichts hält: "Ich habe ein Problem mit 'Unsere Besten'." Sie hofft auf persönliche Antworten, auf "Lebensbücher": "Ich würde gern von wirklich geliebten Büchern erfahren."

Prominente präsentieren ihre Lieblingsbücher

Das ZDF will mit der Aktion an den Zuschauererfolg der Suche nach den größten Deutschen anknüpfen. "Das gleiche werden wir mit dem Lesen erreichen können", sagte Programmdirektor Thomas Bellut voraus. Wieder gibt es sehr gut gestaltete Filmspots, in denen Prominente für ihre Favoriten werben. Gregor Gysi, der Marx für den besten Deutschen hielt, plädiert bei dieser Aktion für Goethes "Faust". Fußballtrainer Ottmar Hitzfeld, Sängerin Jeanette Biedermann und Komiker Helge Schneider bekennen sich zu ihren Lieblingsbüchern. Sänger Reinhard Mey spricht sich für Erich Maria Remarques "Im Westen nichts Neues" aus und liefert ein leidenschaftliches Plädoyer gegen den Krieg.

Heidenreich zeigt sich skeptisch

Das ZDF gibt 200 Bücher vor, aber jeder kann die Liste erweitern. Welches Buch am Ende auf Platz 1 der Hitparade steht, entscheiden die Zuschauer. Bellut ist bewusst, dass er wieder den "Spagat zwischen Bildung und Show" versucht. Die Diskussion darüber führten er und Heidenreich auf offener Bühne. "Ich stehe voll und ganz hinter dieser Aktion", sagte Heidenreich, wehrte sich aber gegen die Rangliste: "Ich war auch nie ein Freund des Kanons von Marcel Reich-Ranicki - so sehr ich ihn schätze." Deshalb sei noch längst nicht sicher, ob sie beim Show-Finale am 1. Oktober auftrete, meinte Heidenreich.

Kein Fallobst

Einig war sie sich mit Bellut, dass jede Aktion, die dem Lesen nützt, gut und richtig sei. "Wenn wir damit einige tausend Leute in die Buchhandlungen bewegen können, bin ich schon sehr zufrieden", sagte Bellut. Dass es schwierig ist, die Bibel, Grimms Märchen und Thomas Manns "Buddenbrooks" in eine Rangfolge zu bringen, gesteht Bellut ein. "Aber ich vergleiche lieber Äpfel mit Birnen, als nur über Fallobst zu reden."

Heidenreich will, dass nicht nur die üblichen Verdächtigen weit vorne liegen und dass die Zuschauer sagen, welche Bücher für sie persönlich wichtig sind. "Ich hoffe, dass die Antworten von Ehrlichkeit und nicht von intellektueller Wichtigtuerei geprägt sind", sagt sie und gesteht ihre eigenen Lücken gleich ein: Von den 200 Büchern, die das ZDF zur Auswahl vorschlägt, habe sie nur 106 gelesen, sagt sie.

Jürgen Hein, DPA DPA

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