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"Asterix – der Podcast" Asterix-Übersetzer Klaus Jöken: "Ich darf mit niemandem drüber reden, sonst werde ich mit einem Hinkelstein um den Hals versenkt"

Automatix und Verleihnix aus den Asterix-Comics
Automatix und Verleihnix aus den Asterix-Comics
© ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2021 LES EDITIONS ALBERT RENE / GOSCINNY – UDERZO / Egmont Ehapa Media
Warum Asterix auf Deutsch genauso gut und lustig ist wie im Original? Im stern-Podcast spricht Kulturredakteur Matthias Schmidt darüber gleich mit zwei Meister:innen ihres Fachs: der legendären Übersetzerin Gudrun Penndorf und ihrem Nachfolger Klaus Jöken.

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Im Dorf von Asterix gibt es nicht nur wegen des Gesangs von Troubadix regelmäßig böses Blut. Der Schmied Automatix und der Fischhändler Verleihnix sind Nachbarn, geraten aber wegen angeblich nicht ganz so frischer Ware immer wieder aneinander. Ein Zoff, an dem sich auch der Rest der Bewohner liebend gerne beteiligt. Man kann schließlich nicht immer nur Römer verdreschen.

Im Zentrum der fünften Folge des Asterix-Podcasts vom stern-Kulturredakteur und Host Matthias Schmidt stehen die beiden Streithammel jedoch nicht anlässlich ihrer Dauerfehde, sondern wegen ihrer originellen Namen, die in den internationalen Ausgaben ganz anders klingen. Im französischen Original heißt Verleihnix beispielsweise Ordralfabétix und auf Englisch Unhygienix.

"Für die Namen brauche ich keine Wörterbücher. Die fliegen mir so zu."

Asterix ist auch deshalb schon seit Generationen so populär und amüsant, weil die Comics fast von Anfang an sehr gut und eigenwillig übersetzt und kongenial ins Deutsche übertragen wurden. Grund genug also, um mit der großen alten Dame der Asterix-Übersetzung zu sprechen, der Romanistin Gudrun Penndorf, Jahrgang 1938. Sie sagt: "Mir gefallen die ersten Bände am besten. Auch weil darin die Stereotypen voll ausgenutzt werden: Die Briten trinken Tee, die Schweizer sind sauber und die Griechen betreiben Vetternwirtschaft." Penndorf hat für ihre Arbeit das Bundesverdienstkreuz bekommen und gibt sich bescheiden: "Für Namen wie das Römerlager Hintenrum Ost oder den Legionär Nixalsverdrus brauche ich keine Wörterbücher. Die fliegen mir so zu."

Penndorfs Nachfolger heißt Klaus Jöken und ist 20 Jahre jünger. Er berichtet im Gespräch über die besondere Herausforderung, einen Comic zu übersetzen und dass nur rund 20 Prozent der Original-Namen und Wortspiele übernommen werden könnten – der Rest stamme von ihm – eine große Verantwortung. Den Beruf des Übersetzers habe es zudem vor Asterix gar nicht gegeben, sagt Jöken, "das wurde nebenbei erledigt, als Hobby von Professoren-Gattinnen."

Jöken erzählt außerdem von den strengen Geheimhaltungsregeln rund um jeden neuen Asterix: "Ich darf mit niemandem drüber reden, sonst werde ich mit einem Hinkelstein um den Hals in der Seine versenkt."

Prominente Gastauftritte in den Asterix-Comics

In der Rubrik "Beim Teutates" widmet sich Schmidts stern-Kollege Bernd Teichmann diesmal den Cameos, also Gastauftritten von Prominenten in den Comics. Darunter finden sich Filmstars wie Arnold Schwarzenegger, Sean Connery und Dick & Doof, Musikhelden wie die Beatles oder Luciano Pavarotti und Comic-Figuren wie Schulze & Schulze aus den "Tim & Struppi"-Büchern.

Für seinen Asterix-Podcast nimmt Host Matthias Schmidt regelmäßig die Figuren aus dem Universum von Asterix genauer unter die Lupe. Neben Obelix, Troubadix und Miraculix folgen demnächst noch Majestix, Cäsar und natürlich Asterix selbst. Dafür spricht der stern-Kulturredakteur mit Asterix-Expert:innen und prominenten Fans, darunter die Unterhalterin Hella von Sinnen, der Koch Johann Lafer und das Zauber-Duo die Ehrlich Brothers.

"Asterix – der Podcast" erscheint vierzehntäglich immer donnerstags auf stern.de und dem Youtube-Kanal des stern sowie auf Audio Now und allen gängigen Podcast-Plattformen.

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