"Das verlorene Paradies" Für dieses Buch erhielt der tansanische Autor Abdulrazak Gurnah dieses Jahr den Nobelpreis. Das erwartet den Leser

Gurnah lebt seit 1968 in England, wo er als Professor in Kent lehrte
Gurnah lebt seit 1968 in England, wo er als Professor in Kent lehrte
© EPA-EFE/NEIL HALL
Tief führt Abdulrazak Gurnah in ein fernes Land zu einer fernen Zeit – Tansania. Gerade wir erfahren hier viel über deutschen Kolonialismus, Gewalt und Verantwortung.

Die Hitze: so stark, dass die Insekten im Sonnenlicht verglühen. Der Hunger: so groß, dass Yusufs Mutter ihm sagt, er solle die Holzwürmer von der Veranda essen. Die Gerüchte: Irgendwo im Hinterland lassen die Deutschen alle Tagelöhner erhängen, die zu faul zum Arbeiten seien. Yusuf ist zwölf Jahre alt; es ist das späte 19. Jahrhundert in Ostafrika. Seine Kindheit ist vorbei, bevor seine Jugend beginnen kann: Die Eltern geben ihn weg, an den sonst so netten Onkel Aziz. Es ist ihre Art, ihre Schulden zu bezahlen. Die Mutter kann nicht einmal mehr weinen.


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