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Mit 82 Jahren: Fotograf Peter Beard gestorben: Die Liebe seines Lebens war der afrikanische Kontinent

Der Fotograf und Autor Peter Beard war ein Ausnahmekünstler. Sein Herz gehörte dem afrikanischen Kontinent, dessen wachsende Bedrohung er seit Jahrzehnten begleitete. Ein neuer Bildband zeigt sein Œuvre.

Peter Beard im Vorgarten seiner Ranch, er füttert Giraffen

Peter Beard und Giraffen, Vorgarten der Hog Ranch, 1985

Dieser Text wurde nach dem Tod von Peter Beard aktualisiert. Er war urspünglich am 14.4.2020 zur Ankündigung des neuen Bildbandes "Peter Beard" publiziert worden.

"Als ich mich im August 1955 zum ersten Mal nach Ostafrika aufmachte [...], war es noch eine der absolut unberührten Regionen dieser Welt für wild lebende Tiere. Heute ist es ein touristenverseuchter Parkplatz." Die ersten zwei Sätze des Vorwortes, das Peter Beard 2006 verfasste, sagen bereits viel aus über den Fotografen, der sein Herz an Afrika verlor. Über seine Wut, die aufkam, als er beobachten musste, wie aus dem wilden Kontinent eine "denaturierte" Landschaft wurde, in der Menschen und Tiere verhungerten.

Cover mit dem fotografierenden Fotografen Peter Beard

"Peter Beard", Peter Beard und Nejma Beard, Taschen. Hardcover, 770 Seiten, 100 Euro. Der 5,09 Kilogramm schwere Bildband erscheint im April, kurz nach Ostern. Er ist hier bereits bestellbar.

Peter Hill Beard kam am 22. Januar 1938 in New York City zur Welt, ist Fotograf, Künstler und Autor und wurde vor allem durch seine Wildtierfotografie bekannt. Er wuchs in einer reichen Familie auf, sein Urgroßvater James Jerome Hill hatte die Great Northern Eisenbahngesellschaft gegründet, und er führte ein Jetset-Leben mit Freunden wie Truman Capote, Bianca Jagger und Caroline Lee Radzuwill, der Schwester von Jacqueline Kennedy Onassis. Er porträtierte Stars wie David Bowie und Mick Jagger oder Legenden wie den irischen Maler Francis Bacon – und arbeitete als Modefotograf für die "Vogue".

Beard war ein Dokumentar Afrikas

Von 1957 bis 1962 studierte Beard an der Yale University Kunst bei Joseph Albers, doch die kunstwissenschaftlichen Überbau empfand er als einschränkend. 1961 baute er in Kenia seine Hog Ranch, unweit des Areals der mit ihm befreundeten dänischen Schriftstellerin Karen Blixen ("Jenseits von Afrika", Sie wissen schon ...). Er begann, die verhungernden, sterbenden und toten Elefanten in Afrika zu fotografieren, 1965 erschienen seine Aufnahmen in dem Bildband "The End of the Game", der 2008 in einer überarbeiteten Fassung beim Taschen Verlag unter dem Titel "Die letzte Jagd" erschien und Menschen auf allen Kontinenten erschütterte.

Der Bildband "Peter Beard" zeigt, wie unorthodox der Fotograf arbeitete. Seine Bilder dienten ihm teils als Zentrum für seine "Diaries" voller Notizen und Kritzeleien. Er beklebte seitenweise Handgeschriebenes mit Zeitungsschnipseln oder versah seine Werke mit Tierblut. Seine Arbeiten über den afrikanischen Kontinent wurden oft zu einer wütenden Nachricht an die Welt. Wer den Koloss von einem Buch durchblättert, versteht, warum.

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