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Hitler-Roman "Er ist wieder da": Heiße Ware unter dem Weihnachtsbaum

Der Schriftsteller Timur Vermes lässt Hitler wieder auferstehen. Sein Roman "Er ist wieder da" ist zynisch, absurd, grenzwertig - und ein Riesenerfolg.

Von Stefan Schmitz

Das Cover des Buches zeigt den Haaransatz Hitlers, der Titel steht da, wo man das Bärtchen vermuten würde: "" xlink:show="new">Er ist wieder da". Das ist auch schon die Grundidee dieser absolut grenzwertigen Satire. Unversehrt und im Uniformrock findet sich 66 Jahre nach Kriegsende Adolf Hitler auf einmal in Berlin-Mitte wieder. Er ruft nach seinem Intimus Martin Bormann und fragt einen kickenden Jungen im Ronaldo-Trikot: "Hitlerjunge Ronaldo, wo geht es zur Straße?"

Dann macht er sich auf zu einer Reise durch Deutschland, von der Blitzreinigung Yilmaz bis ins Innerste des Privatfernsehens. Da gibt es natürlich viele Dinge, die nicht so laufen wie sie sollten. Der Auferstandene kritisiert alles. Und zwar in der ihm eigenen Diktion, die sich Vermes in Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" und in seinen Reden abgeschaut hat.

Das alles auch noch in Ich-Form. Vermes zwingt den Leser, sich zumindest gelegentlich mit diesem Hitler zu identifizieren. Das klingt brandgefährlich, zynisch und wie der neueste Auswuchs einer Hitler-Vermarktungsmaschine, die jedes Tabu bricht, um Auflage und Geld zu machen. Aber Vermes gibt sich Mühe, seine Kalauer zu vergiften.

Eine Frau etwa, die den Haufen ihres Hundes in einer Tüte entsorgt, hält Vermes' Hitler für verrückt und fragt sich, "ob sie wohl schon sterilisiert war". Zumindest kommerziell geht das Konzept auf. 250.000 Bücher zum Preis von – Achtung: Gag - 19,33 Euro sind gedruckt, 130.000 Bücher verkauft; dazu 65.000 Hörbücher, gelesen von Christopfh Maria Herbst. Die Lizenzen zur Übersetzung fanden in 17 Ländern Abnehmer.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo