"Odette Toulemonde" Ode an die Liebe


Erstmals wagt sich der französische Bestseller-Autor Eric-Emmanuel Schmitt an die Verfilmung eines seiner Romane. Demjenigen, der eine ordentliche Prise Kitsch nicht scheut, erzählt "Odette Toulemonde" eine schöne Geschichte über Liebe und persönliches Glück.

Wie aus dem Ei gepellt tänzelt die jung gebliebene Odette Toulemonde jeden Morgen zu ihrem Arbeitsplatz in der Kosmetikabteilung eines französischen Kaufhauses. Auf dem Weg entflieht sie ihrem Alltag und verschlingt die Bücher ihres Lieblingsschriftstellers Balthazar Balsan. Bei seiner Lesung verliert Odette zwar vor Glück fast die bewährte Haltung, der Künstler bemerkt sie zunächst aber nicht. Doch das Schicksal schlägt zu und kurz darauf steht Balsan vor Odettes Tür. Diesmal reißt er sie leibhaftig aus der Tristesse ihres Alltags. Mit "Odette Toulemonde" hat der französische Bestseller-Autor Eric-Emmanuel Schmitt erstmals einen seiner Romane verfilmt und gibt damit sein Kinodebüt.

Immer an der Grenze zwischen Ernst und Humor, erzählt der Autor und Regisseur die Geschichte von Madame Toulemonde (zu Deutsch: Jedermann) und ihren Gefährten auf der Suche nach ihrer persönlichen Definition von Glück. Mit viel Fantasie und einer dicht gestrickten Handlung entführt Schmitt die Zuschauer in die fabelhafte Welt der Odette.

Die ewig gut gelaunte Madame Toulemonde (Catherine Frot) bezaubert Balthazar Balsan (Albert Dupontel) mit ihrem häuslichen Charme. Selbst im Nachthemd beweist die Mittvierzigerin französischen Stil. Als die Familie den abtrünnigen Schriftsteller zurückfordert, gibt Odette die gute Seele und will ihn ziehen lassen. Als Lehrerin des Faches Glück gibt sie nicht nur ihrem schwulen Sohn (Fabrice Murgia) und der arbeitslosen Tochter (Nina Drecq) Nachhilfe. Auch Balsan begreift: Geld, Ruhm und ein schöner Hintern allein machen nicht glücklich.

Der Film spart nicht mit Klischees. Parallelen zu der Rosamunde-Pilcher-Reihe im ZDF finden sich bei den Figuren ebenso wie in den Handlungsabläufen: Frau trifft Mann, den sie zunächst nicht haben kann - und ein (oder mehrere) Schicksalsschläge machen die beiden doch zum Paar. Diverse Hindernisse stehen dem Happy End im Weg, lösen sich durch einen Unfall oder eine vorübergehende schwere Krankheit auf - So geschehen auch in diesem Film. Für ein Kino-Publikum, das Kitsch nicht scheut, ist "Odette Toulemonde" eine Ode an die Liebe und das Glück.

Anne Gottschalk/DPA DPA

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