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Serie bei Prime Video "Ringe der Macht": Das neue Fantasy-Epos fällt bei Fans durch

Szene aus "Ringe der Macht"
"Ringe der Macht" ist das neue Fantasy-Epos bei Prime Video
© Amazon Prime Video
IMDB und Rotten Tomatoes sind die erste Anlaufstelle für Filmbegeisterte. Wenn eine Serie dort gut bewertet wird, lohnt sich das Schauen in jedem Fall. Doch "Ringe der Macht" kommt dort nicht gut weg. 

Fast eine Milliarde Dollar soll Amazon-Chef Jeff Bezos in die Produktion der neuen Serie "Ringe der Macht" gesteckt haben, wie unter anderem "Forbes" berichtet. Umso wichtiger also, dass die Serie beim Publikum gut ankommt und das Geld auch wieder einbringt, etwa in Form neuer Abos von Prime Video. Die Serie ist ein Spin-off von "Herr der Ringe" und spielt vor der Haupthandlung.

Viele Filmbegeisterte informieren sich bei den großen Filmbewertungsplattformen IMDB und Rotten Tomatoes. Doch dort kommt die Serie ziemlich schlecht weg. Bei IMDB etwa haben bislang knapp 90.000 abgestimmt. Jeder vierte davon vergab die schlechteste Bewertung von einem Stern. Beim aktuell vielleicht größten Konkurrenten "House of the Dragon" waren es nur knapp 5 Prozent, die dieses Urteil abgaben. 

Zahlen bei IMDB
So wird "Ringe der Macht" bei IMDB bewertet
© IMDB / Screenshot stern.de

Auch bei Rotten Tomatoes sind die "Ringe" (39 Prozent) den "Drachen" (84 Prozent) im Audience Score deutlich unterlegen. "Das war schmerzhaft", schreibt dort etwa ein User über "Ringe der Macht". Ein anderer meint: "Ich musste mich zwingen, die erste Folge durchzuhalten, weil die Handlung so verworren war, dass ich kaum verstehen konnte, was vor sich ging". Außerdem bemängeln viele, die Charaktere und die Handlung seien "langweilig und uninteressant" und die Dialoge "zu oberflächlich." Einzig "die schönen Bilder" werden positiv hervorgehoben. 

"Ringe der Macht" wird mit Review Bombing konfrontiert

Tatsächlich ist auffällig, dass es bei diesem Fantasy-Epos so viele negative Bewertungen von Zuschauerseite gibt, während die Serie in der Fachpresse größtenteils gelobt wird. In der Fachsprache heißt dieses Phänomen Review Bombing. Dabei werden dutzende negative Nutzerbewertungen online veröffentlicht, um die Popularität eines Produkts zu mindern. Das kann durch Bots geschehen, durch Nutzer mit mehreren Konten oder schlicht durch eine verärgerte Fangemeinde. 

So beschweren sich auch einige Zuschauer über die weibliche Hauptperson oder die divers besetzten Hobbits. Andererseits ist auch Konkurrent "House of the Dragon" deutlich diverser als sein Vorbild und muss sich nicht mit derlei schlechten Bewertungen rumschlagen. Amazon hat jedenfalls zurzeit sämtliche Bewertungen seiner neuen Serie einbehalten. Sie sind nicht öffentlich sichtbar. Wie das Branchenmagazin "Deadline" schreibt, könnte das die neue Praxis werden: 72 Stunden später erst sollen die Kommentare veröffentlicht werden, um so Bots und sogenannte Trolle auszusieben. Genug Zeit also, damit sich jeder selbst ein Urteil bilden kann. 

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