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"Staub auf unseren Herzen" im Kino Susanne Lothar in ihrer letzten großen Rolle


Sie war eine leidenschaftliche, verletzliche Schauspielerin. Ein halbes Jahr nach ihrem viel zu frühen Tod kommt Susanne Lothars letzter großer Film "Staub auf unseren Herzen" ins Kino.
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Es wurde ihre letzte große Rolle. Für das Drama "Staub auf unseren Herzen" stand Susanne Lothar als Frau vor der Kamera, die verzweifelt um ihre Kinder kämpft. Und wie immer spielte Lothar so intensiv, leidenschaftlich und lebensnah, dass es dem Zuschauer unter die Haut geht. Im Juli vergangenen Jahres starb Lothar im Alter von nur 51 Jahren - weitere Angaben zu den Umständen ihres Todes wurden nicht gemacht.

"'Staub auf unseren Herzen' wird etwas von der wunderbaren Susanne Lothar weitertragen", sagte die 33-jährige Regisseurin Hanna Doose bei der Verleihung des First Steps Award, bei dem ihre Regiearbeit als bester abendfüllender Spielfilm ausgezeichnet wurde. "Suse (Lothar) wollte gerne mit jungen Filmemachern zusammenarbeiten, sie sagte oft, es gibt nichts Tolleres, als wenn sich Unschuld mit Professionalität paart."

Alle sind unglücklich

In Dooses Spielfilmdebüt steht ein ungleiches Mutter-Tochter-Gespann im Mittelpunkt. Chris (Lothar), von Beruf Psychologin, mischt sich massiv und unaufgefordert in das Leben ihrer alleinerziehenden Tochter Kathi (Stephanie Stremler) ein. Als dann Chris' Ehemann (Michael Kind) wieder auftaucht, der die Familie vor Jahren verlassen hat, eskaliert die Situation.

Alle sind irgendwie unglücklich mit der Situation, doch keiner kann so richtig aus dem seit Jahren eingeübten Verhaltensmuster ausbrechen. Stephanie Stremler - die Regisseur Andres Veiel für seinen Dokumentarfilm "Die Spielwütigen" jahrelang während ihrer Ausbildung zur Schauspielerin mit der Kamera begleitete - spielt eine junge Frau mit großen Träumen, aber wenig Selbstvertrauen. Schauspielerin möchte Kathi bezeichnenderweise werden. Das klappt nie, sagt Mutter Chris. Und überhaupt ist Kathi ihrer Ansicht nach nicht einmal in der Lage, ihr Kind richtig zu versorgen.

Wenn sich die beiden Frauen in den Dialogen so richtig fetzen, dann ist die Brillanz beider Schauspielerinnen zu spüren - auch wenn der so oder ähnlich in vielen Familien ausgetragene Konflikt um Eigenständigkeit und Zusammenhalt auf Dauer ziemlich zäh und ermüdend ist. Nur sehr langsam entwickeln sich die Figuren. Keiner scheint aus dem emotionalen Kreislauf der Abhängigkeit ausbrechen zu können. Lothars zerbrechliche Figur Chris scheint alle Zuversicht zu verlieren. Nur Stremlers Kathi kommt am Ende auf ihrem Weg ins eigene Leben einen winzig kleinen Schritt voran.

Elke Vogel, DPA DPA

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