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"Taffe Mädels" im Kino: Mit Frauenpower und Wortwitz auf Verbrecherjagd

Die eine derb und sexy, die andere strebsam und steif. In "Taffe Mädels" ermitteln Melissa McCarthy und Sandra Bullock als Polizistinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Polizeiermittlungen sind ein beliebter Stoff für Filme, oder "Nur 48 Stunden". Die Muster von Filmen wie "Rush Hour" oder "Nur 48 Stunden" sind oft ähnlich: Zwei Männer, von Grund auf verschiedene Charaktäre, müssen als Ermittler einen kniffligen Fall lösen. Natürlich kommt es zu heftigen Reibereien, bevor sie sich zusammenraufen, um den Gaunern gemeinsam das Handwerk zu legen. Bei "Taffe Mädels" mit Sandra Bullock und Melissa McCarthy ist die Geschichte ähnlich: Arrogante FBI-Agentin jagt mit schwergewichtiger, derber Lokalpolizistin einen Drogenbaron. Alles schon gesehen? Von wegen! "Taffe Mädels" des "Brautalarm"-Regisseurs Paul Feig überzeugt mit komischen Einfällen, lustigen Dialogen und jeder Menge Wortwitz.

Nach "Brautalarm" glänzt McCarthy auch in "Taffe Mädels" wieder in der Rolle der selbstbewussten Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Wobei sie als Polizistin Mullins noch um einiges derber und schlagfertiger agieren darf. Wo sie zulangt, wächst so schnell kein Gras mehr. Sie hat ihren Stadtteil fest im Griff. Von einer dürren FBI-Streberin (Sandra Bullock) will sie sich die Herrschaft deshalb auch nicht abnehmen lassen. Stur und unüberwindbar stellt sie sich ihr in den Weg.

Kinotrailer: "Taffe Mädels"

Mut und weibliche Intuition

Das Gegenstück der Kraftwumme aus dem Multi-Kulti-Stadtteil East Boston ist die strebsame Bundespolizistin Sarah Ashburn aus New York, herrlich stocksteif dargestellt von Sandra Bullock. "Sie ziehen sich an, als wollten sie denen die Steuer machen", schimpft Mullins beim Versuch, die blasse, klapperdürre Anzugträgerin zur sexy Verführerin zu stylen - im Namen für die Verbrechensbekämpfung natürlich.

Ganz politisch korrekt läuft es nicht immer ab, etwa wenn über Albinos gespottet wird. Genüsslich spielen die psychologisch geschulte Ashburn und die lieber hart zupackende Mullins "Guter Bulle, böser Bulle". Es fliegen jede Menge Fäuste und Kugeln, Menschen sterben. Die Ermittlerinnen machen Fehler und geraten sogar in Lebensgefahr, doch am Ende hilft ihnen vor allem eines weiter: Mut und weibliche Intuition.

Obwohl die Geschichte dazu verleiten könnte, gleitet der Film nicht in Stereotype ab, sondern lotet die Klischees des Genres genüsslich aus. Verbunden mit der brillanten Leistung der Schauspieler und den amüsanten Dialogen bietet der Film knapp zwei Stunden kurzweiliges Kinovergnügen.

juho/Cordula Dieckmann, DPA / DPA