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DVD: "Apocalypse Now Redux"

Als Francis Ford Coppola im vergangenen Jahr die um 49 Minuten verlängerte und neu geschnittene Fassung von "Apocalypse now" präsentierte, sorgte er für den Höhepunkt des Filmsommers.

Francis Ford Coppola ist an seinem Anti-Kriegs-Film »Apocalypse Now« fast zugrunde gegangen. Die Dreharbeiten im Dschungel waren 1979 für alle Beteiligten ein Martyritum und verschlangen viel zu viel Geld. Am Ende hatte Coppola kaum noch Zeit, um den Film richtig zu schneiden. Die Zeit hat sich der berühmte Regisseur erst 25 Jahre später genommen: Die Redux-Version zeigt einen um 49 Minuten verlängerten und völlig neu geschnittenen Film. Beeindruckend ist dabei nicht nur die extrem hohe Bildqualität, sondern auch der neue Dolby-Digital-5.1-Sound, der die Boxen eines Heimkinos so richtig zum Brummen bringt.

Einmal mehr zieht der desillusionierte und kriegsmüde Captain Willard (Martin Sheen in der Rolle seines Lebens) aus, um über den Fluss von Vietnam nach Kambodscha zu gelangen und hier den abtrünnigen Colonel Kurtz (Marlon Brando) zu töten, der eine Schreckensherrschaft mitten im Dschungel aufgebaut hat. Der Trip mitten durch den blutigen Vietnamkrieg zeichnet ein Bild der Zerstörung und der Degeneration, das monatelang auf der Netzhaut der Zuschauer kleben bleibt: Manche werden ein Leben lang von den Motiven des Films verfolgt.

Vor allem im Heimkino gerät der Boattrip zu einem unvergesslichen Ereignis. Wenn etwa die Hubschrauber des surfenden Colonen Lilgore (Robert Duvall) zu den Klängen von Wagners »Ritt der Walküren« über den Fluss brettern, brechen die Boxen fast auseinander. Kiffende Soldaten, mit dem Hubschrauber eingeflogene Playboy-Bunnys, sinnlose Massenmorde und immer wieder die Angst vor dem unsichtbaren Feind im Dschungel sorgen für eine Paranoia, die von der unterlegten Doors-Musik (»This is the End«) nur noch geschürt wird.

Ein Muss ist das DVD-Special »Destruction of Kurtz Compound«. Hier zeigt Coppala, wie das Ende des Films auch hätte aussehen können.

Bild: 1,99:1; Laufzeit: 195 Minuten

Carsten Scheibe

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