Ein grimmig dreinblickender Engel mit roter Kappe, Schnauzbart und Bierwampe auf einer Wolke: Wer mal eine touristische Reise nach München unternimmt, kommt an dieser eigentümlichen Gestalt kaum vorbei. Und die Münchner kennen ihn sowieso: Der Engel Aloisius, bekannt aus Ludwig Thomas berühmter Satire "Der Münchner im Himmel" (1911), ist längst so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt. Über hundert Jahre nach Veröffentlichung der originalen Kurzgeschichte kommt jetzt eine neue, moderne Interpretation ins Kino.
Außerdem neu in dieser Woche: "Glennkill – Ein Schafskrimi" handelt von ungewöhnlichen tierischen Ermittlern, die einen Mord aufklären wollen, und in "Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus" hilft die Titelheldin einem verletzten Vogel auf dem Weg in den Süden.
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
Den ganzen Tag lang mit einer Harfe auf einer Wolke sitzen, um abwechselnd zu frohlocken und "Hosianna" zu singen, so sieht es die göttliche Ordnung in "Der Münchner im Himmel" für Aloisius vor. Im Jahr 2026 läuft es anders. "Von 5 bis 7 Uhr früh Yoga im Wolkenmeer und von 9 bis 10 Uhr Wasser-TRX auf dem Sonnendeck." Manna gibt es jetzt nur noch auf Sojabasis. Und der Engel heißt nicht mehr Aloisius, sondern Wiggerl (Maximilian Brückner). Der hat auf das himmlische Programm aber genauso wenig Lust wie einst Aloisius.
Ludwig Anton Brunner alias Wiggerl ist kein grantiger Choleriker mit großem Bierdurst, sondern eher ein Hallodri und Schlawiner. Er mogelt sich als kleinkrimineller Taxifahrer durch den Tag, vergnügt sich mit verheirateten Frauen und vernachlässigt gleichzeitig seine eigene Familie, allen voran Tochter Toni (Momo Beier). Seiner Ex-Frau Kathi (Hannah Herzsprung) hat er bei der Trennung einen großen Schuldenberg hinterlassen.
Entsprechend schlecht fällt sein Zeugnis aus, als Wiggerl nach einem Autounfall plötzlich im Himmel landet. Da wollen sie den aufmüpfigen Münchner aber sowieso nicht haben. Man schickt ihn rasch zurück zur Erde, auf dass er einen Brief mit göttlichen Ratschlägen an die bayerische Landesregierung überbringe. Er solle sich ruhig Zeit lassen. Die Ratschläge werden nie ankommen, ganz ähnlich wie damals bei Aloisius.
Weil Ludwig Thomas "Der Münchner im Himmel" für einen ganzen Spielfilm nicht genug hergibt, haben die Autoren Marcus Pfeiffer und Christian Lex sich für Regisseur David Dietl (Sohn von "Monaco Franze"-Schöpfer Helmut Dietl) eine weitestgehend neue Story ausgedacht: Um richtig zurück ins Leben zu gelangen, muss Wiggerl ein paar gute Taten vollbringen, und während er sich zwischen Isartor und Feldmoching durch München wurstelt, trifft er auf allerlei bekannte Gesichter. Als Gaststars gehören unter anderem Michaela May, Simon Pearce, Maxi Schafroth, Heiner Lauterbach, Sigi Zimmerschied und Ina Müller zum neuen "Münchner im Himmel"-Ensemble.
Glennkill – Ein Schafskrimi
"Wenn es ein Geheimnis für mein Glück im Leben gibt, dann ist es, mich um die freundlichsten Wesen dieser Erde zu kümmern: Schafe." Kein Zweifel, Schäfer George (Hugh Jackman) liebt die großen Wollknäuel wirklich sehr. Er füttert und pflegt sie nicht nur, er liest ihnen vor dem Einschlafen sogar regelmäßig Bücher vor. Krimis mögen sie am liebsten – ein entscheidendes Puzzlestück in der ungewöhnlichen Kinokomödie "Glennkill – Ein Schafskrimi".
Schäfer George glaubt nicht so recht daran, dass seine Schafe irgendetwas verstehen, wenn er ihnen vorliest. Doch, sie verstehen. Und wie sich bald zeigt, können sie noch viel mehr. Sprechen und in Mordfällen ermitteln zum Beispiel. Als sie ihren geliebten Schäfer George eines Tages tot auffinden, ist das ein großer Schock für die ganze Herde. Und die gut geschulten Krimi-Fans schöpfen einen schlimmen Verdacht: "Unser Schäfer wurde ermordet und wir werden das Verbrechen aufklären!"
Was die Schafe in "Glennkill" (Regie: Kyle Balda, Drehbuch: Craig Mazin) zeigen, ist ein Paradebeispiel für professionelle Film- und Fernseh-Ermittlerarbeit. Zu wem hatte der Tote zuletzt Kontakt? Hatte George irgendwelche Feinde? Wer hätte ein Motiv gehabt, den gutmütigen Schäfer zu ermorden?
Neben Hugh Jackman und vielen schön animierten Schafen verschiedener Größe und Fellfärbung ergatterte auch Emma Thompson eine tragende Rolle in der kuriosen Krimigeschichte, die auf einem Roman von Leonie Swann basiert. Die Schafe wurden für die deutsche Fassung unter anderem von Bastian Pastewka und Anke Engelke synchronisiert.
Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus
"Conni backt Pizza", "Conni lernt die Uhrzeit", "Conni beim Frisör", "Conni macht das Seepferdchen": So lauten einige der Episodentitel aus der 52-teiligen Trickserie "Meine Freundin Conni", die 2012 bei KiKA startete. Ähnlich wie in den Buchvorlagen von Liane Schneider erlebt das blonde Mädchen mit dem weiß-rot gestreiften Shirt dort viele kleine, pädagogisch wertvolle Zwölf-Minuten-Abenteuer. Manchmal kommt Conni bekanntlich auch ins Kino – da werden die Abenteuer entsprechend größer, wie jetzt auch im zweiten Teil der neuen Animationsreihe.
2016 und 2017 liefen bereits zwei "Conni & Co"-Filme mit Emma Schweiger in der Titelrolle im Kino. 2020 folgte dann der Animationsfilm "Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau", produziert von derselben Firma, die zuvor auch die TV-Serie auf den Weg gebracht hatte. Nur dass eben alles eine Spur spektakulärer wurde. Conni ging damals zum ersten Mal ohne ihre Eltern auf eine große Reise und überführte dann sogar noch einen Dieb. Im zweiten neuen Film, der jetzt startet, erlebt Conni ein "Abenteuer mit Kranich Klaus" (Regie: Dirk Hampel, Buch: Oliver Huzly und Sven Severin).
Der titelgebende Vogel taucht irgendwann plötzlich bei Familie Klawitter auf. Das Staunen bei Conni und ihren Freunden ist riesig, so einen Kranich sieht man ja nicht alle Tage. Aber irgendetwas stimmt nicht: "Sein Flügel hängt so komisch herunter." Oh weh, so kann der gefiederte neue Freund, den sie Klaus nennen, natürlich nicht mehr fliegen. Also unternehmen Conni, Anna und Simon alles, um ihn wieder aufzupäppeln. Eine freundliche Tierschützerin hilft ihnen. Aber die Zeit drängt: Wenn Klaus nicht schnell wieder fit wird, verpasst er den großen Vogelzug in den Süden. Und dann ist da ja auch noch der doofe Nachbar Herr Oswald, der überhaupt kein Herz für verletzte Kraniche hat und alles noch viel schwieriger macht.