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George R.R. Martin über "Game of Thrones"-Porno "Meine Bücher sind versauter als Pornos"


Das Fantasyepos "Game of Thrones" sorgt für gute Quoten und klingelnde Kassen, nun will auch die Pornobranche mit einem Erotik-Remake mitverdienen. Doch der Autor macht sich nur darüber lustig.

An nackten Tatsachen mangelt es dem Fantasyepos "Game of Thrones" wahrlich nicht: Wenn nicht gerade Köpfe rollen oder Intrigen gesponnen werden, geht es in der HBO-Serie recht feuchtfröhlich zur Sache. In der ersten Staffel gibt es in allen zehn Episoden Nacktszenen, in der zweiten Staffel wird in acht von zehn Folgen Körperflüssigkeiten ausgetauscht. Was liegt also näher für die adaptionsfreudige Pornobranche als ein Erotik-Remake von "Game of Thrones"? Das dachte sich wohl auch Regisseur Lee Roy Myers, der bereits mit einem "Buffy"-Porno Erfahrungen sammelte und sich nun an "Game of Bones: Winter is Cumming" austobt.

Unnötig und nicht versaut genug

Hauptdarsteller des Fantasypornos ist der 27-jährige Schauspieler James Deen, der durch seine Hauptrolle im US-Thriller "The Canyons" an der Seite von Lindsay Lohan auch über die Pornobranche hinaus bekannt wurde. Er spielt im Erotik-Remake Jon Snow, den unehelichen Sohn von Lord Eddard Stark aus dem verschneiten Königreich Winterfell. Ganz an die literarische Vorlage werden sich Myers und sein Team aber nicht halten. Dem US-Portal "AVN" sagte der Regisseur: "Die ganze Angelegenheit bezüglich der sexuellen Beziehung zwischen den Geschwistern Cersei und Jaime Lannister ist tabu." Er selbst sei aber ein riesiger Fan der Serie und wolle sie deshalb "so nuttig wie möglich" feiern.

George R.R. Martin, der Autor der "Game of Thrones"-Bücher, kann das Lob nicht teilen. Er findet die Porno-Version seiner Fantasysaga nicht nur unnötig, er hält sie sogar für weniger schmutzig als seine eigene Fantasie. "Es gibt eine inzestuöse Beziehung, die in 'Game of Thrones' von großer Bedeutung ist und man findet es gleich zu Beginn des ersten Buchs heraus", sagte Martin während des Santa Fe Independent Film Festivals. "Aber in der Porno-Version wurde die Inzest weggelassen, weil es zu schockierend sein könnte. Also sind meine Bücher eigentlich sogar noch versauter als die Porno-Version!"

Ein Thron aus Dildos

Es ist nicht die einzige Abweichung vom Original: So besteht der Eiserne Thron nicht aus Hunderten von Schwertern gefallener Gegner, sondern stilecht aus Dildos und Sexspielzeug. König Joffrey, brutaler Spross aus der Bruder-Schwester-Beziehung, wurde im Remake kurzerhand durch eine weibliche und vor allem volljährige Version ersetzt. Eine Idee, mit der sich womöglich auch mancher Liebhaber der echten Serie anfreunden könnte, immerhin zählt Jungkönig Joffrey mit seiner blonden Prinz-Eisenhart-Frisur wohl zu den unsympathischsten Figuren des Fantasyuniversums. Ein Zickenkrieg mit Drachenmutter Daenerys Targaryen wäre dann ebenfalls programmiert.

cf

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