VG-Wort Pixel

"Jurassic World" - Filmkritik Wir brauchen mehr Zähne


Blockbuster sind möglich. Nach "Mad Max: Fury Road" erfüllt "Jurassic World" alle Popcorn-Wünsche. Die neuen Dinos sind wirklich fies, vor allem aber haben Spielbergs Erben Humor.
Von Sophie "Dilophosaurus" Albers Ben Chamo

Das Beste an "Jurassic World" - mal abgesehen von Chris Pratt, dem neuen superfiesen Killer-Dino und der angemessenen Portion Demut vor dem eigenen Anfang (Spielbergs "Jurassic Park" ist 22 Jahre her) - ist der Humor. Gleich zu Beginn stellt die skrupellose, langweilig sexistisch porträtierte "Jurassic World"-Park-Managerin Claire (Bryce Dallas Howard) trocken fest, dass ein atmender, brüllender T-Rex niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocke. Deshalb habe man im Labor ein bisschen Gott gespielt und einen neuen Dino geschaffen. Mit mehr Zähnen.

Leider auch mit mehr Grips. Dieser Indominus Rex ist ein Horror-Hybrid, der sowohl unsere Angst vor dem Monster als auch vor der künstlichen Intelligenz bedient. Und er hat wirklich verdammt viele Zähne. Und weil er die in möglichst viele Wesen - ob Mensch oder Tier ist ihm dabei kaltherzlich egal - schlagen will, muss Ex-Marine und Raptor-Flüsterer Owen (der wunderbare "Guardians of the Galaxy"-Held Chris Pratt) auf Jagd gehen, um die Parkbesucher, Claire und deren zwei Neffen vor dem Multisaurierzahn-Tod zu bewahren. (Liebe Eltern, von denen gibt es einige zu sehen)

Alle Blockbuster- und Dino-Wünsche erfüllt

Alles schon gehört, alles schon gesehen? Ja, es geht mal wieder um die menschliche Hybris, die sich im vollen Galopp selbst beide Beine wegschießt. Und um Höchstleistung bei den Spezialeffekten, die Dinosaurier noch perfekter aussehen zu lassen. Wobei sich die Animationen bei Spielberg echt nicht verstecken müssen. Aber: Die vorzeitlichen Monster sind in der "Jurassic World" eben noch ein Stück krasser, noch größer und noch fieser. Und sie sind viele! Was die Macher auch dazu genutzt haben, Fans des Originalfilms mit Referenzen zu versorgen (mein Lieblingssaurier ist auch dabei. Danke!)

Fazit: "Jurassic World" erfüllt alle Blockbuster- und Dino-Wünsche. Die 14 Jahre Pause seit dem letzten "Jurassic Park"-Krampf haben dem Dino-Universum gut getan. Und am Ende sind mehr Zähne tatsächlich hilfreich.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker