Die intensive Arbeit an seiner Rolle im Marvel-Film "Black Panther" wirkte für Schauspieler Michael B. Jordan lange nach. Nach eigenen Worten begann der 38-Jährige deshalb nach dem Film eine Therapie, um sich von der Figur zu lösen und das Erlebte zu verarbeiten. "Nach dem Film blieb das eine Weile bei mir. Ich ging in Therapie, redete darüber und fand einen Weg, mich zu erholen", sagte Jordan bei "CBS Sunday Morning".
In "Black Panther" spielte der 38-Jährige den Antagonisten N'Jadaka beziehungsweise Erik "Killmonger" Stevens. Diese Figur habe kaum Liebe erfahren und sei von Verrat und kaputten Systemen geprägt gewesen, sagte der Schauspieler. "Das hat ihn geformt – seine Wut und seine Frustration."
Jordan: Ich bin in mein Loch gekrochen
Für die Vorbereitung auf die Rolle habe er sich stark zurückgezogen. "Eine Zeit lang habe ich kaum mit meiner Familie gesprochen. Ich war ziemlich isoliert, bin in mein Loch gekrochen und habe versucht, so zu leben, wie er gelebt hätte", sagte Jordan. Erst im Nachhinein habe er erkannt, dass er lernen müsse, sich bewusst von einer Rolle zu distanzieren.
Die Therapie habe sich für ihn zu einem Prozess der Selbstfindung entwickelt. "Das wurde ein größeres Gespräch darüber, was notwendig ist für Menschen", sagte Jordan. Besonders Männer müssten lernen, über Belastendes zu sprechen. "Ich schäme mich dafür überhaupt nicht – im Gegenteil, ich bin sehr stolz darauf."
Die Gespräche hätten ihm über die Jahre hinweg geholfen, ein ausgeglichener Mensch und ein besserer Kommunikator zu werden – "innerlich wie äußerlich".
Michael B. Jordan ist bei den Golden Globes als bester Hauptdarsteller (Drama) für seine Doppelrolle im Horrorfilm "Blood & Sinners" nominiert. Die Preisverleihung findet am 11. Januar statt.