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Neue ZDF-Telenovela: "Auf die Liebe muss man jeden Tag aufpassen"

Ein Mord, ein Unfall, die große Liebe und eine Puppe im OP: Die neue Telenovela des ZDF wartet mit platten Dialogen und guten Schauspielern auf.

Von Sophie Nadolny

Telenovelas sind stark im Kommen. Seit dem Erfolg der ersten ZDF- Serie "Bianca" überschwemmen Sendungen wie "Verliebt in Berlin", "Julia - Wege zum Glück", und "Sophie - Braut wider Willen" das Nachmittagsprogramm. Und nun der neueste Coup des ZDF: Mit "Tessa - Ein Leben für die Liebe" hofft das Zweite auf dicke Einschaltquoten.

In 230 Kapiteln erfahren die, die es wissen wollen, alles über das Privat- und Liebesleben von Tessa Thalbach (Eva-Maria Grein). Das blonde Mädchen vom Lande verliebt sich nämlich in der Großstadt in den Assistenzarzt Felix (Oliver Boysen), in dessen Klinik der fiese Oberarzt Marcel (Alexander Wüst) sein skrupelloses Unwesen treibt. Und Tessa, die ihm auf die Schliche kommt, wird glatt von ihm mit dem Auto angefahren. Leider hat sie nun Amnesie, erkennt weder ihre große Liebe Felix noch den fiesen Oberarzt wieder, und irgendwie hängt der Tod ihrer Mutter vor gut zwanzig Jahren auch noch mit der Klinik zusammen. Und dann ist da noch der Mord an Tessas Freundin Susanne. Die wollte sich verjüngen lassen und hatte es außerdem mit der Wirbelsäule. Lag ihr Tod wohl an Marcels unpatentierten Medikamenten?

Das große Leben, alles in einer Folge. Seit Montag läuft "Tessa - Leben für die Liebe" um 15.10 Uhr im ZDF. Und obwohl die Geschichte schwarzweiß ist, die Dialoge teilweise platt sind und die Charaktere sich recht stereotyp verhalten, ist die Telenovela gar nicht mal so schlecht. Das ZDF war nicht knauserig: Es wurde hochwertig gefilmt, die Ausstattung und Qualität der Sendung ist anderen Telenovelas ein gutes Stück voraus. Und die Jungschauspieler Eva- Maria Grein und Oliver Boysen spielen im Gegensatz zu ihren Kollegen ähnlicher Sendungen richtig gut.

Ein wenig erinnert es an ein Märchen: Da wäre die böse, rothaarige Hexe, die blonde, tugendreiche Tessa vom Lande und Felix, der kinderliebe Märchenprinz. Interessant ist vor allem, dass sich Prinzessin und Prinz bereits im ersten Teil der Serie unkompliziert verliebt haben. Das könnte Zeit für eine Nebenstory lassen. Schließlich ist es wirklich interessant zu erfahren, inwiefern Marcel den Tod von Susanne verschuldete, oder wie Tessas Vater Stephan (William Mang) in den Unfall seiner Frau verwickelt ist. Besser als das sonst übliche Wer-mit-Wem ist es allemal. Auch die Landschaftsaufnahmen aus der Steiermark und Brandenburg sehen zwar aus wie aus einem Hochglanz-Urlaubsmagazin, aber beweisen immerhin die Wertschätzung von Außenaufnahmen, wo sonst lediglich im Studio gedreht wird.

Alles in allem scheint "Tessa- Leben für die Liebe" dem ZDF keine Schande zu machen. Und für Fans gibt es unter www.tessa.zdf.de sogar noch das Tagebuch der schönen Tessa zu lesen.

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