PREMIERE »be.angeled« in Berlin uraufgeführt

Die Love Parade 2000 auf Zelluloid gebannt: Viel Beifall gab es Mittwochabend für Roman Kuhns Film »be.angeled«.

Wie auch immer die Zukunft der Berliner Love Parade aussehen wird - acht Geschichten von Liebe und Rausch beim Riesenrave im Jahr 2000 können sich Techno-Fans künftig auf Film gebannt ansehen. Mit viel Beifall ist am Mittwochabend in Berlin die Uraufführung des mit Nachwuchsschauspielern und den DJs Mark Spoon und Lexy besetzten Spielfilms »be.angeled« gefeiert worden. Regisseur Roman Kuhn wollte in seinem ersten Kinofilm, den er unter anderem während des Techno-Spektakels im vergangenen Jahr drehte, einen möglichst authentischen Eindruck vom dortigen »Ausnahmezustand« geben. Der Film kommt am 14. Juni bundesweit in die Kinos.

»Die Leute sind bei der Love Parade auf einem Niveau, das Dinge möglich macht, die man sich sonst nicht traut«, sagte Kuhn bei der Premiere mit rund 600 Gästen im Cinemaxx am Potsdamer Platz. In dem 110-minütigen Film thematisiert er, verwoben mit pulsierenden, gerafft abgespielten Bildern von der tanzenden Masse, Extreme des Lebens: Schwangerschaft und Tod, Liebe und Verachtung, Drogenrausch und Absturz. »Ich wollte die Lupe auf das Terrarium legen«, sagte Kuhn.

Dem Szene-Publikum bei der Premiere gefiel der Film, obwohl er nicht nur eine »Demonstration der Lebensfreude« zeigt. Unter den Gästen waren auch die Schauspielerin Mavie Hörbiger und Regisseur Oscar Roehler. Es sei interessant, Geschichten von der Love Parade zu sehen, sagte Schauspielerin Zoudé Dennensch. Besonders für Leute, die wie sie die Parade noch nicht selbst erlebt hätten.

Der blinde Ilias (Martin Glade) gerät beispielsweise in der Menschenmenge in Panik, nachdem er seinen Freund Philip (Marius Frey) verloren hat. Dann lernt er Sundri (In-Sook Chappell) und die Liebe kennen und akzeptiert seine Behinderung. Robert (Sebastian Songin) dagegen versucht, die unter Drogen stehende Tänzerin Zoe (Anne Sarah Hartung) zu vergewaltigen, während seine hochschwangere Freundin Billa (Solveig Arnarsdottir) durch die Stadt irrt. Sie trifft Aaron (Anatole Taubman), der sie tröstet und plötzlich wieder verschwindet. Die DJs Mark Spoon und Lexy stehen auch im Film an den Turntables. Den Song zum Film haben Jam & Spoon zusammen mit Reamonn produziert.

»be.angeled - seid ge-engelt, passt auf euch auf« bedeute der Filmtitel, sagte Kuhn. Der »Engel« Aaron spreche die Botschaft des Films aus: »Trust yourself, vertrau dir selbst«. Fast sieben Millionen Mark hat der Streifen gekostet, der zum Teil mit 14 Kameras während der Love Parade 2000 gedreht wurde. Zu einem möglichst »echten« Eindruck von der Parade sollten auch die relativ unbekannten, jungen Schauspieler beitragen. Deutsch, Englisch und Französisch wird in dem Film gesprochen, unsynchronisiert soll die Internationalität der Parade deutlich werden.

Anke Hüsig, dpa


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