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Hamburger Spendenaktion: Dieses Konzert kostet 22 Euro, findet aber niemals statt - prominente Jury verteilt die Einnahmen

22 Euro kostet das Ticket für das "Keiner kommt, alle machen mit"-Festival in Hamburg. Das Besondere: Es ist ein Konzert, das niemals stattfinden wird. Die Gelder kommen Kulturschaffenden zugute - verteilt von einer prominenten Jury.

"Keiner Kommt"-Festival

Noch ein Hamburger, der nicht kommt. Mit frecher Werbung machen die Verantwortlichen auf die Aktion aufmerksam.

Die Idee ist so gut, dass sie bald bundesweit Schule machen könnte. In Hamburg findet am 12. Mai das erste "Keiner kommt, alle machen mit"-Festival statt. Wie bei einem echten Konzert sind zahlreiche Künstler angekündigt und es werden Tickets zu je 22 Euro verkauft - obwohl es das Konzert gar nicht gar nicht geben wird und die angefragten Bands und Sänger niemals auftreten werden. Die Aktion ist als Unterstützung für die unter der Coronakrise leidende Kulturszene Hamburgs gedacht. Eine 15-köpfige Jury soll die gesammelten Gelder anschließend gerecht verteilen.

Tobias Schlegl, Rolf Zuckowski, Juliane Lauterbach und zwölf andere Prominente und Kunstschaffende sind dafür verantwortlich, die gesammelten Gelder vom MenscHHamburg e.V. zu drei gleichen Teilen an die Bereiche Theater und Literatur, Film und Kino sowie Musik auszuschütten.

"Wichtig sind vor allem Projekte, die sonst kaum Aufmerksamkeit finden. Der Blick in Nischen ist durchaus beabsichtigt, denn Bedürftigkeit geht vor Popularität. Außerdem liegen dem Verein vor allem Kinder und Jugendliche besonders am Herzen", heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Es sollen sowohl Künstler als auch Einrichtungen (Bühnen, Clubs) der Hamburger Kulturszene unterstützt werden.

Bewerbungen für Spenden bis zum 11. Mai möglich

Wer Spenden erhalten will, kann sich bis zum 11. Mai auf www.keinerkommt.de bewerben. Anschließend werden die Bewerbungen einem der drei Bereiche zugeordnet. Die Entscheidung über die Förderung soll bis zum 30. Mai fallen. "Wir zählen auf die Spenden-Freudigkeit aller Hamburgerinnen und Hamburger und vielleicht auch auf den ein oder anderen Euro aus Freiburg, Dresden, Kiel, Fürth oder Stadthagen, weil wir gerade ganz Deutschland ein wenig zum Schmunzeln bringen“, sagt Initiator und Vorstandsvorsitzender von MenscHHamburg e.v. Lars Meier.

"Völlig klar, dass jeder jetzt sein Geld zusammen halten muss, aber wenn wir die Hamburger Kultur jetzt nicht retten, geht ein wichtiger Teil unserer Stadt unwiederbringlich kaputt", lobt Johannes Strate von der Band Revolverheld die Aktion. Fußballstar Per Mertesacker meldet sich mit einem kleinen Seitenhieb auf den HSV zu Wort: "Ihr seid zwar im Moment zweitklassig, aber die Kultur in Hamburg muss unbedingt erstklassig bleiben."

Tickets für das Konzert sind für 22 Euro unter keinerkommt.de/tickets/ erhältlich.

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