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Prenzlau in Brandenburg: Polizisten posieren auf Foto mit Band "Frei.Wild" – Polizei verteidigt Aufnahme

Fünf Brandenburger Polizisten und die "Frei.Wild"-Musiker aus Südtirol präsentieren sich gemeinsam lächelnd auf einem Foto. Die Aufnahme löst Kritik aus.

"Das Publikum tobte", hielt die Regionalzeitung "Nordkurier" fest. Die Band "Frei.Wild" hat im brandenburgischen Prenzlau am Mittwochabend ein Konzert in der ausverkauften Uckerseehalle gespielt. 800 Menschen passen in die städtische Sporthalle.

Vor dem Konzert versammelten sich rund 60 Menschen, die unter dem Motto "Keine Bühne für Rechtspopulisten" friedlich gegen den Auftritt der umstrittenen Band protestierten – und auch die Gegner der Musiker toben nun, allerdings weniger vor Begeisterung.

Polizisten posieren mit "Frei.Wild"

Hintergrund ist ein Foto, das in den sozialen Netzwerken die Runde macht. Es zeigt die vier Mitglieder der Band aus Südtirol – mit fünf lächelnden Polizeibeamtinnen und -beamten in Uniform einträchtig posierend.

Unter anderem verbreitete die Ortsgruppe Barnim der Jugendorgansation der Linkspartei die Aufnahme bei Twitter und schrieb dazu: "Die @PolizeiBB (Polizei Brandenburg, Anm. d. Red.) wird nicht in die rechte Ecke gestellt. Sie geht da freiwillig hin!"

"Frei.Wild" wird immer wieder eine Nähe zur politischen Rechten vorgeworfen, als Beleg dienen Kritikern dabei Auszüge aus Texten der Band, in denen nationalistisches und völkisches Gedankengut propagiert werde. Die Musiker selbst weisen diesen Vorwurf von sich. (Eine längere Auseinandersetzung mit dem Wirken "Frei.Wilds" findet sich zum Beispiel hier.)

Polizei kündigt Nachbereitung an

Brandenburgische Polizisten suchten also offenbar bewusst die Nähe zu einer fremdenfeindlichen Band? Das ist der Vorwurf, der in den Diskussionen um das Foto laut wird.

Die Polizei äußerte sich am Donnerstag zu dem Bild: "Die Band ist nicht verboten und keiner der Songs indiziert", stellte sie richtigerweise dar und versuchte, die Aktion ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rechtfertigen. Dass das gemeinsame Foto jedoch eine unglückliche Wirkung entfalten kann, ist der Behörde jedoch offenbar klar. Sie erklärt weiter: "Dennoch wird das Foto im Rahmen der Nachbereitung des Einsatzes thematisiert." 

Dabei wird es auch um die Umstände gehen, unter denen die Aufnahme entstanden ist – diese sind nämlich noch vollkommen unklar. Auch hat die Polizei sich noch nicht abschließend zur Frage nach der Echtheit des Bildes geäußert.

Quellen: Uckerseehalle, "Nordkurier" I, "Nordkurier" II, "Süddeutsche Zeitung", Linksjugend Barnim, Polizei Brandenburg

wue