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"Showgirl"-Tournee: Kylie küsst Hamburg wach

Um die Hanseaten in Stimmung zu bringen, musste sich Kylie Minogue bei ihrem Konzert in der Hamburger Color Line Arena am Montagabend mächtig Mühe geben.

Mit 15 Trucks im Schlepptau, aufwendigster Bühnentechnik und einer Schar erstklassiger Tänzer war Kylie Minogue am Montagabend angetreten, um 10.000 Fans in der nicht ganz ausverkauften Hamburger Color Line Arena in Stimmung zu bringen. Doch die Hanseaten machten es ihr nicht ganz einfach. Erst in der zweiten Hälfte des Konzerts sprang der Funke über.

Dabei war die Show von Beginn an perfekt. In blaues Scheinwerferlicht getaucht und in einem Kostüm, das an den Pariser Lido erinnerte, schwebte Kylie auf den Händen von starken Jungs die Treppe herab. Mit dem Hit "Better The Devil You Know" startete die 36-Jährige einen Reigen von 26 Best-of-Songs aus drei Jahrzehnten. Zwölf Tänzer und eine siebenköpfige Band unterstützten sie dabei.

7,5 Millionen Euro teure Show

Auffällig lange waren zu Anfang die Pausen zwischen den einzelnen Songs. Bevor es von "Shocked" über "Spinning Around" zu "I Believe In You" weiterging, brauchte Kylie offenbar Zeit, um ihre Kostüme zu wechseln. Gut und gern ein Dutzend Mal wandelte sie ihr Outfit, das unter anderem von Modeschöpfern wie Karl Lagerfeld und John Galliano entworfen worden war.

Die kostspieligen Kostüme passen in den Rahmen: 7,5 Millionen Euro schwer ist die Produktion mit der extrem aufwendigen Bühnentechnik. Auch stimmlich bot Kylie viel Perfektion. Im Gegensatz zu manch anderer Popgröße stellte sie eindrucksvoll unter Beweis, dass sie live gut bei Stimme ist.

Hamburg wacht auf

Fast schien es so, als seien die Hamburger von so viel Perfektion derart fasziniert, dass sie in stille Bewunderung verfallen waren. Doch als der Hit "Your Disco Needs You" ertönte und sie auf deutsch skalierte "du bist niemals allein, du weißt, was du tun musst, lass dein Volk nicht im Stich, deine Disco braucht dich", wachte die Halle auf. Mit ihren frühen Hits wie "Locomotion" und "I Should Be So Lucky" hatte Kylie ihr Publikum von da an fest im Griff.

Und die nur 1,55 Meter große Sängerin kennt ihr Publikum ganz genau. Männerphantasien heizte "Geili-Kylie" mit ihren knappen Kostümen an, Mädels waren bei "Especially For You" außer Rand und Band und die nicht minder große schwule Fangemeinde war besonders von ihren knackigen Tänzern eingenommen.

Nach München und Hamburg können sich heute Abend die Kölner noch von Kylies Qualitäten überzeugen lassen. Hoffentlich müssen wir danach nicht wieder drei Jahre warten, bis sie erneut durch Deutschland tourt.

Jens Maier
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