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"Power Up" Neues Album von AC/DC: Die alten Herren machen das Unmögliche möglich

AC/DC
AC/DC gehören zu den erfolgreichsten Bands der Welt
© Josh Cheuse
AC/DC kehren zurück: Auf dem neuen Album "Power Up" ist wieder Sänger Brian Johnson zu hören. Der Sänger hatte in den vergangenen Jahren mit allerlei Rückschlägen zu kämpfen – wie auch der Rest der Band.

Eigentlich klingt es wie ein Ding der Unmöglichkeit: Der Sänger einer Band ist auf einem Ohr taub, der Schlagzeuger steht wegen Anstiftung zu zweifachem Mord vor Gericht und der Gitarrist ist tot. Dann findet sich diese Band zusammen, um noch einmal an die großen Zeiten anzuknüpfen. Das hört sich an wie die Zusammenfassung einer mittelprächtigen Hollywood-Komödie.

Und doch ist nun wieder ein neues Album von AC/DC in der Welt. Die Überväter des Hardrock haben es noch einmal geschafft, sich allen Widrigkeiten zum Trotz zusammenzuraufen und mit "Power Up" ihr 17. Studioalbum zu veröffentlichen. Nicht nur das: Die Band hat das Album sogar (fast) in der traditionellen Besetzung aufgenommen. Sänger Brian Johnson, der jahrelang krankheitsbedingt nicht auftreten konnte, am Mikrofon, Phil Rudd sitzt nach diversen Prozessen wieder am Schlagzeug, Cliff Williams – auch schon seit 1977 dabei – spielt Bass, und Gitarrist Angus Young war ohnehin immer da. Stevie Young vertritt seinen verstorbenen Onkel Malcolm Young an der Rhythmusgitarre.

AC/DC kehren (fast) in alter Formation zurück

Dass es AC/DC in dieser Form noch einmal geben würde, damit hatten die wenigsten gerechnet. 40 Jahre nach "Back in Black", einem der erfolgreichsten Alben der Weltgeschichte, behauptet Angus Young zwar, ein Abschied sei ihm "nie in den Sinn gekommen". Doch die Umstände ließen zwischenzeitlich anderes vermuten. Allein dass Sänger Brian Johnson, 73, auf der neuen Platte mit von der Partie sein kann, ist nur dank eines speziell für ihn entwickelten Hörgeräts möglich. Johnson war bei der AC/DC-Tour 2016 kurz davor gewesen, sein Gehör komplett zu verlieren. Seitdem hörte er nur noch auf einem Ohr.

Die Rückkehr von Johnson dürfte für viele Fans eine Sensation sein. Mit seinem Vertreter Axl Rose, hauptberuflich Sänger von Guns N'Roses, fremdelten die meisten doch sehr. Auf "Power Up" ist nun wieder die unverwechselbare Stimme von Brian Johnson zu hören, die die ganze Welt aus Hits wie "Hells Bells" kennt. Johnson selbst hatte 1980 die Rolle des Sängers von dem verstorbenen Bon Scott übernommen. Die neuen Songs schrieb der 65-jährige Angus Young noch teilweise mit seinem Bruder Malcolm, der 2017 mit 64 Jahren verstarb. Malcolm Young galt als einer der besten Rhythmusgitarristen aller Zeiten.

Indira Weis

AC/DC wollen wieder auf Tour gehen

Die größte Überraschung an diesem Altherren-Album ist somit, dass es überhaupt existiert. Ansonsten setzen AC/DC auf "Power Up" auf Altbewährtes: rauhe Riffs und das Falsett von Johnson. Warum auch nicht, wenn so eine der erfolgreichsten Bands der Welt entstanden ist. AC/DC haben also – passend zum Albumtitel – noch einmal den Power-Knopf gefunden.

Dem Lebenswerk der Band fügt "Power Up" sicherlich nichts Entscheidendes mehr hinzu – die Fans auf der ganzen Welt dürften sich dennoch freuen, ein kommerzieller Erfolg wird die neue Platte ganz sicher auch werden. Darum geht es Brian Johnson, Angus Young und Kollegen nach dieser Karriere aber höchstwahrscheinlich nicht mehr: Die Altrocker haben das Glück, erneut das tun zu können, woran sie am meisten Spaß haben. Bald wollen sie sogar wieder auf der Bühne stehen, kündigte Angus Young kürzlich im ARD-"Morgenmagazin" an: "Wir warten, bis das mit Corona vorbei ist. Wenn das alles vorbei ist, geht es sofort auf Tour." Bei allem, was die AC/DC-Mitglieder schon erlebt haben, ist nicht davon auszugehen, dass sie sich von einer Pandemie stoppen lassen.


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