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Viel Geld und Nerven: Der bittere Beigeschmack von Adeles neuem Album

Adele ist wieder da: Mit ihrer neuen Single "Hello" verspricht das kommende Album "25"  jetzt schon die Charts zu stürmen. Doch die Platte war alles andere als eine leichte Geburt - und ihr Erfolg dürfte nicht alle gleichermaßen freuen.

Am 20. November erscheint Adeles neues Album "25". Jetzt schon sprechen alle von einem Megaerfolg. Doch zu welchem Preis?

Am 20. November erscheint Adeles neues Album "25". Jetzt schon sprechen alle von einem Megaerfolg. Doch zu welchem Preis?

Adele steht für Herzschmerz wie keine andere. In ihrer Mega-Ballade "Someone like you" besang die Britin ihren Liebeskummer so herzerweichend schön, dass man es bedauerte, wenn man selbst gerade keinen hatte. Das ist vier Jahre her. Seit ihrem zweiten Album "21" war es still um die Sängerin geworden. Warum?

Weil es ihr offenbar zu gut ging – alles was sie seither schrieb, sei wenig inspirierend gewesen, so die Sängerin. Oder sagen wir: wenig lukrativ. Schließlich verkaufen sich Lieder darüber, wie schön rosarot das Leben mit Fame, Mann und Baby doch ist, nur halb so gut wie ehrliche Schwarztöne. Kurzum: Ihr Leben war zwischenzeitlich zu perfekt geworden, um daraus ein gutes Album zu machen.

Nun hat sie es aber trotzdem geschafft. Zumindest verspricht die erste Albumauskoppelung "Hello" Großes. Doch dass das neue Album "25" alles andere als eine leichte Geburt war, gestand die Sängerin noch bei der Songvorstellung. In den letzten Jahren habe sie viele Songs geschrieben, die es letztlich aber nicht auf das dritte Album geschafft hätten. Denn ursprünglich wollte die 27-Jährige über ihre Mutterschaft singen – ein ganzes Album habe sie dazu schon fertig geschrieben, sagte sie im britischen Radio. Aber weil Windeln und Mutterglück im Gegensatz zu Liebeskummer natürlich wahnsinnig öde sind, landete alles im Müll. Es sei einfach nicht gut genug gewesen, so die Mutter eines dreijährigen Sohnes.

"Das neue Album ist ziemlich mittelmäßig"

Als "ziemlich mittelmäßig" bezeichnete Blur-Frontman Damon Albarn kürzlich allerdings auch das Album, das es schließlich unter Vertrag geschafft hat. Das vernichtende Urteil könnte allerdings auch ein persönlicher Racheakt des britischen Popsängers sein. Denn er half Adele bei insgesamt fünf Songs, wovon es wohl keiner auf das Album schaffen wird, wie er der britischen Zeitung "Sun" sagte. "Wird sie irgendwas davon verwenden? Ich denke nicht. Warten wir es ab". Klingt nach Frust.

Ganz einfach scheint auch die Zusammenarbeit mit Phil Collins nicht gewesen zu sein. Auch ihn bat die ideenlose Sängerin, bei einigen Songs zu helfen. Er beendete einen ihrer Songs und witzelte dann in den Medien, dass er Angst hatte, versagt zu haben, weil sich Adele eine zeitlang überhaupt nicht dazu geäußert haben soll. Er bezeichnete sie als "glitschigen kleinen Fisch". Adele entschuldigte sich bei ihm. Sie habe mit Haus und Kind einfach zu viel zu tun gehabt, um sich um die Musik zu kümmern. Im Februar dieses Jahres nahmen die beiden die Arbeit schließlich wieder auf, um "25" fertig zu machen.

Kann sich Adele einfach alles leisten?

Jahre der Ideenlosigkeit, vergebliches Herumprobieren, familiäre Prioritäten, verpatzte Deadlines und teure Musiker - alles in allem soll die Erstellung des neuen Albums vier Millionen Pfund (rund 5.5 Millionen Euro) gekostet haben – wovon die Hälfte in Material für die Tonne floss. Selbst für eine Sängerin ihres Kalibers seien höchstens zwei Millionen Pfund angemessen, zitiert die Zeitung "Daily Mail" einen Musikmanager. Ein Album, das vier Jahre auf sich warten lässt, doppelt so viel kostet, als angebracht wäre und die Nerven von einflussreichen Musikern strapazierte. Kann sich Adele das alles leisten?

Ob es sich finanziell lohnen wird, ist angesichts des Erfolgs von "Hello" wohl eine eher rhetorische Frage. Und sollten Collins und Albarn zukünftig ihre Dienste verweigern, kann sich Adele sicher sein, dass genügend andere Kollegen bereitstehen, um ihr beim nächsten Album zu helfen  - zumindest wenn man Katy Perrys Tränen Glauben schenken darf. Aber vielleicht ist Adeles Leben bis zum nächsten Album ja auch einfach wieder ein bisschen weniger perfekt.

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mh
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