HOME

Angelika Express: Sprachwitz mit gekonntem Powerpop

Auf ihrer zweite Platte "Alltag für alle" gibt das Kölner Trio Angelika Express mächtig Gas: 15 frische neue Songs, die in ihren Texten allerdings bisweilen der Pennälerlyrik recht nahe kommen.

"Geh' doch nach Berlin" - die plakative Parole gegen den Hauptstadt-Hype hat den drei überzeugten Anzugträgern aus Köln im vergangenen Jahr zu größerer Bekanntheit verholfen. Ihre zweite Platte "Alltag für alle" setzt ebenfalls auf griffige Slogans: Die 15 Songs tragen Titel wie "Für immer 1970", "Feierabend of Destruction" ("Gitarren für die Mädchen, Champagner für die Jungs") oder "Sexueller Punkrock".

Im Vergleich zum Debüt gewinnt das Thema Liebe größere Bedeutung, ein Beispiel ist das schmachtende "Nimm mich mit", das im Duktus an Bernd Begemann erinnert. Sehr gut gelang die Hommage an Nico Päffgen ("die traurige Frau aus Köln"), die im vergangenen Jahrhundert mit Velvet Underground zum mysteriösen Szene-Star wurde. Einer der besten Songs ist die Ballade "Cocktail für eine Leiche", die mit der Zeile "Hände hoch, trinkt die Cocktails aus" den Gangster-Mythos à la Bonnie & Clyde aufleben lässt. Sprachwitz und gekonnter Powerpop - im Schatten der Ärzte geben Angelika Express Vollgas.

Torsten Holtz, AP

Tourtermine:

28.04. Kaiserslautern (Kammgarn)
30.04. Bremen (Roemer)
05.05. Jena (Rosenkeller)
06.05. Leipzig (Moritzbastei)
07.05. Erfurt (Engelsburg)
13.05. Heidelberg (Schwimmbad)
14.05. München (Atomic)
15.05. Aschaffenburg (Jukuz)
19.05. Dresden (Church)
21.05. Bielefeld (Leinewebermarkt)
22.05. Unna (Lindenbrauerei)
25.05. CH-Zürich (Rote Fabrik)

Themen in diesem Artikel