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CD-Kritiken: Mountain Goats: "Tallahassee"

Auf dem neuen, mit viel Liebe zum Detail gestaltete Album des Vielveröffentlichers John Darnielle besingt dieser mit schrammeligen Akustik-Gitarren und meckernder Stimme von alltäglichen Beziehungskonflikten.

Die Werke von John Darnielle, dem kreativen Kopf hinter den Mountain Goats, haben etwas Anrührendes. Seit Anfang der 90er Jahre nimmt der Amerikaner mit wechselnden Musikern und minimalem technischen Aufwand seine Alben auf, bisweilen daheim mit dem Kassettenrecorder. Ruhige Lo-Fi-Kleinode, mit schrammeligen Akustik-Gitarren und dem leicht meckernden Gesang Darnielles, dazu die etwas kruden Texte, die sich immer wieder um die Themen Beziehungskonflikte, Essen, Wasser, die Mythologie des alten Mexiko und sprechende Tiere drehen.

Auf "Tallahassee" geht es erneut um das "Alpha"-Pärchen, ein Ehepaar, das schon seit geraumer Zeit die Mountain-Goats-Songs bevölkert - diesmal in einer zornigen, aber gleichzeitig auch komischen Phase ihrer Beziehung. Für Interessierte: Die Plattenfirma bietet die Texte im Postversand an. Auch wenn Darnielle nie Musik für die breiten Massen machen wird, ein Sympathiepreis für seine Eigenwilligkeit und das in jeder Beziehung mit viel Liebe zum Detail gestaltete Album hat er auf jeden Fall verdient.