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Heino: Mit neuen Brillen in den Endspurt

Darüber wird nicht jeder Musikfreund traurig sein: Heino plant seinen Abschied. Noch in diesem Jahr will der Sonnenbrillenträger Schluss machen - und nur unter einer Bedingung zurückkehren.

Gerade hat er sich im österreichischen Kitzbühel neue Sonnenbrillen fertigen lassen - seine alten waren ihm in Hamburg gestohlen worden. Nach mehr als 50 Bühnenjahren bereitet sich Heino auf seinen Abschied vor. Zum Jahresende will der erfolgreichste deutsche Volksmusiker der letzten Jahrzehnte in den Ruhestand gehen. Bis dahin wartet auf Deutschlands bekanntesten Sonnenbrillenträger noch ein strammes Pensum. Urlaub kommt für den gebürtigen Düsseldorfer derzeit nicht in Frage. "Bis zum Jahresende habe ich noch Fernsehauftritte, da lebe ich nur in Autos und Hotels, aber dann ist Schluss", sagte der Sänger.

Heino geht in Rente und will mit seiner Frau Hannelore das Leben jenseits des Medienrummels genießen. Im vergangenen Jahr erlitt sie einen Herzinfarkt, darum hört der Sänger auf. Heino und Hannelore sind seit 27 Jahren verheiratet.

Große Abschiedstour geplant

In den kommenden Monaten ist aber erst einmal Stress angesagt: Aufnahmen mit dem NDR auf der Insel Juist, eine Fernsehshow im September in Südafrika und Ende Oktober beginnt die Abschiedstournee mit 18 Konzerten durch Deutschland. Nach über 1000 aufgenommenen Liedern und mehr als 50 Millionen verkauften Platten sollen dann nur noch ein paar Fernsehauftritte folgen.

Im nächsten Jahr will der gelernte Konditormeister mit seiner Frau ausgiebig Urlaub machen. "Geplant ist aber noch nichts", sagt Heino. Nur ein einziger Termin steht für den gebürtigen Düsseldorfer fest: Das 100-jährige Jubiläum seines Düsseldorfer Fußballvereins S.C. Schwarz-Weiß 06. "Ich bin seit 56 Jahren Mitglied in dem Verein." Der 1938 in Düsseldorf als Heinz-Georg Kramm geborene Heino spielte Fußball, bis er 18 Jahre alt war.

Heino und die erste Strophe

Für einen besonderen Termin würde der Sänger seinen Ruhestand unterbrechen und seine berühmte Bariton-Stimme noch einmal live erklingen lassen: Für die Eröffnungshymne bei der Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr. Ein sensibles Thema für den Sänger. 1977 wurde er sehr gescholten, als er alle Strophen des "Liedes der Deutschen" auf Schallplatte aufnahm. Kritiker warfen ihm Nationalismus und Deutschtümelei vor.

"Ich bin noch nicht gefragt worden, ob ich die Hymne bei der Weltmeisterschaft singen will. Wenn man mich fragt, mache ich das gern", sagt der Volksmusiker. "Aber ich bettle nicht darum. Heino hat noch nie um etwas gebettelt."

DPA / DPA