Kaiser Chiefs vs. St. Pauli Allstars Kaiser Chiefs kickten für den guten Zweck


Fünf Tage nach dem Sieg der deutschen Nationalelf gegen England lieferten sich die Kaiser Chiefs in Hamburg eine Revanche. Für einen guten Zweck kickte die Brit-Rock-Combo gegen eine Auswahl von St.-Pauli-Spielern und Popstars.
Von Felix Disselhoff

Eine Band, die ihren Namen einem Fußballspieler zu verdanken hat, muss früher oder später ihre Fähigkeiten im Umgang mit dem runden Leder unter Beweis stellen. Die Kaiser Chiefs, die sich nach dem südafrikanischen Fußballverein Kaizer Chief FC benannten, traten am Montag abend gegen die St. Pauli Allstars an. Im Rahmen der "Viva con Aqua"-Wassertage haben sich die eingeschworenen Leeds United-Fans bereit erklärt, ihre Stollenschuhe nach dem Konzert auszupacken und sich mit Fußballprofis und ambitionierten Popstars zu messen. "Viva con Aqua" ist das Benefizprojekt des FC St. Pauli. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser in Entwicklungsländern.

Und was braucht man für ein gelungenes Fußballmatch? Ein Hockeystadion, einen verrückten Schiedsrichter und jede Menge ballverückte Promis. Gepfiffen wurde das ungewöhnliche Match von Punkrocker Bela B., Sänger und Drummer der Ärzte. Sein Schiri-Shirt trug die Aufschrift "Deutsche Fußball Mafia". Ein Schelm, wer jetzt an den inhaftierten Ex-Schiedsrichter Hoyzer denkt. Das altehrwürdige Hockeystadion im Hamburger Stadtpark bot für den Mitternachtskick der Kaiser Chiefs die ideale Kulisse.

Sänger Sasha, Moderator Schlegl bei den Pauli Allstars

Die gegnerische Mannschaft bestand aus ehemaligen und aktuellen Pauli-Spielern. Prominente Unterstützung bekamen die St. Pauli Allstars von Mark Tavassol, Bassist bei "Wir sind Helden", Sänger Sasha und Moderator Tobias Schlegl. Die Kaiser Chiefs hatten bereits eine Woche zuvor beim Musiksender MTV um sportliche Verstärkung gebeten. Eingefleischte Fans konnten sich um einen Platz im Team der britischen Rockband bewerben. Wer seine Idole beim Kick gegen die Hamburger Auswahl unterstützen wollte, bekam seine große Chance.

Kicken für sauberes Wasser

Das Spiel fand nach dem Konzert der Kaiser Chiefs nahe der Freilichtbühne auf einem Hockeyfeld statt. Ein "richtiges" Fußballfeld wollte man den Briten nach ihrem Gig unter einem nasskalten Hamburger Sternenhimmel auch nicht zumuten. Die begrenzte Fläche sorgte bei 22 Mann auf dem Feld aber auch für ein ordentliches Gedränge. Gelegentliche Fouls blieben da nicht aus, verletzt wurde niemand. Die rund 1.000 wetterfesten Fans zeigten sich von den nächtlichen Schauern unbeeindruckt und heizten ihrer Lieblingsband ordentlich ein. Damit der gute Zweck auch nicht zu kurz kommt, wurden nebenher fleißig Spenden gesammelt. Der Gesamterlös der Sammelaktion soll Trinkwasserprojekten in Afrika zu Gute kommen.

Elf gegen 13

Gespielt wurde Elf gegen Elf. Zeitweise spielten die Kaiser Chiefs aber mit 13 Mann gegen die St. Pauli Allstars. Schiedsrichter Bela B. war das egal. Was daran liegen mag, dass die Unparteilichkeit nach einigen Bier auf dem Spielfeld und punkmäßiger Pilotenbrille bei Nacht auf der Strecke bleibt.

Das erste Tor erzielte Benny Adrion, Mittelfeldspieler des FC und Mitorganisator des "Viva con Aqua"-Projekts. Mark von den Helden entpuppte sich als idealer Einkauf und schoss das Viva con Aqua-Team mit zwei Toren in Führung. Warum er kurz vor Spielende von Schiri Bela vom Platz gestellt wurde, bleibt unklar. Mark nahm es gelassen: "Damit ihr's wisst. Bela wird nach dem Spiel erstmal verkloppt."

Auch, wenn das Spiel verständlicherweise von den Hamburger Profikickern dominiert wurde, gelang der Mannschaft der Kaiser Chiefs das wohl verdiente Ehrentor zum Endstand von 3:1. Leider gab es auf dem Hockey-Grün mehr Chaos als schönen Fußball zu beobachten. Sehenswert war der Benefiz-Kick aber allemal. Der bekennende Hobbyfußballer Sasha traf den Kasten bei diesem Spiel allerdings nicht. Angriffslustig war er trotzdem und bekam die volle Härte des britischen Fußballs zu spüren. Seine Lektion hat er gelernt: "Wenn man gegen die Engländer spielt, darf man eines nicht vergessen: Schienbeinschoner."


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