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Musik-Download: Radiohead zum Selbstmachpreis

Ein brandneues Album runterladen und nichts bezahlen? Radiohead wagt den Selbstversuch und überlässt seinen Fans die Entscheidung, wie viel denen ihre Musik wert ist. Um an das neue Werk "In Rainbows" zu kommen, reicht ab dem 10. Oktober schon ein einfacher Klick.

Radiohead fordert die traditionelle Musikindustrie heraus: Ihr neues Album "In Rainbows" will die britische Band auf eigene Faust zunächst nur als Internet-Download vertreiben. Das besondere ist, die Fans können auf der Website www.radiohead.com selbst entscheiden, wie viel sie für das Herunterladen der zehn Songs bezahlen wollen. Zugleich kann man dort für 40 Pfund (57,60 Euro) ein Set aus einer Doppel-CD und zwei Vinyl-Platten bestellen, wie die Band am Montagabend mitteilte. Radiohead hatte mit dem Vorgängeralbum "Hail to The Thief" 2003 den Vertrag mit dem Musikkonzern EMI erfüllt und hat derzeit keinen Vertrag mit einer großen Plattenfirma.

Es wäre das erste Mal, dass eine etablierte Band die Preisgestaltung in die Hände der Fans legt. Die Songs sind nicht kopiergeschützt - das heißt, sie können auf allen Musik-Playern abgespielt und beliebig oft kopiert werden. Die Aktion ist damit auch eine Art Test für die These von Verfechtern kopierschutzfreier Downloads, dass Fans von sich aus einen "fairen" Preis für Musik bezahlen würden. Bisherige Versuche zum Beispiel von Prince, neue Musik im Alleingang im Internet anzubieten, waren nicht sonderlich erfolgreich, möglicherweise weil dabei die Marketing-Macht der großen Konzerne fehlte. Die Musikindustrie sucht derzeit intensiv nach neuen Geschäftsmodellen, da die CD-Verkäufe schnell sinken. Bei dem rasant wachsenden Online-Verkäufen geht der Trend zu Downloads ohne Kopierschutz, gegen die sich die großen Musik-Konzerne jahrelang gesperrt haben.

DPA / DPA
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