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Musikpreis: "Howie" und "Helden" bei den Echos gefeiert

Die deutsche Band "Wir sind Helden" gewann gleich drei "Echo"-Musikpreise. Für sein Lebenswerk wurde Schlagerlegende Howard Carpendale geehrt.

Die Senkrechtstarter Wir sind Helden und Schlager-König Howard Carpendale sind bei der 13. Echo- Verleihung in Berlin gefeiert worden. Mit insgesamt vier Auszeichnungen räumte die Berliner Gitarrenpop-Gruppe Wir sind Helden ("Die Reklamation") die meisten Trophäen ab. Den längsten Beifall bekam "Howie", der vor drei Monaten seine jahrzehntelange Karriere beendete und nun für sein Lebenswerk mit einem Echo geehrt wurde.

"Howie" war gerührt

"Millionen von Menschen können mindestens einen seiner Hits ansingen", sagte Freund und Laudator Heiner Lauterbach. "Howard ist ein Mann, der nicht Musik macht um zu leben, sondern lebt, um Musik zu machen." Carpendale blinzelte kleine Tränen der Rührung weg, als er auf die Bühne kam. "Das habe ich nicht so richtig erwartet", sagte der 58-Jährige. Zum Ende seiner Laufbahn sei der Echo nun "ein Bonbon obendrauf."

Die "Helden" waren die Helden

Noch in der Frühphase seiner Karriere steht das Quartett von Wir sind Helden um die Sängerin und Songwriterin Judith Holofernes, das mit Liedern wie "Aurélie" und "Denkmal" in die Hitparaden kam. Die Band gewann den Nachwuchspreis der Deutschen Phono-Akademie, den nationalen Radio-Nachwuchs-Preis und für ihren Song "Müssen nur wollen" die Auszeichnung fürs beste Video. Der Preis für die beste Marketingleistung ging außerdem an ihre Plattenfirma EMI-Labels. In der Kategorie beste nationale Rock/Pop-Band waren Wir sind Helden ebenfalls nominiert, mussten dort aber Pur den Vortritt lassen.

"Viel Glück und viel Mut"

Holofernes ermutigte junge Künstler mit ungewöhnlichen Projekten: "Viel Glück und viel Mut für alle Bands und Plattenmenschen, die lieben, was sie tun." Eine Veranstaltung wie die Echo-Verleihung sei schon eine fremde Welt, vor allem da die Band zurzeit "ganz introvertiert" an neuen Songs arbeite. Gewinner in der Kategorie nationale Künstler Rock/Pop wurden die Sängerin und "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"-Darstellerin Yvonne Catterfeld sowie Sasha alias Dick Brave mit seiner Rock’n’Roll-Band.

Viele internationale Preisträger blieben zu Hause

Bei aller Freude über die einheimischen Stars waren die rund 4500 Gala-Gäste doch etwas enttäuscht, dass sich von den internationalen Preisträgern kaum jemand blicken ließ. Als bester internationaler Künstler wurden zum zweiten Mal in Folge der britische Popstar Robbie Williams ausgezeichnet, beste internationale Künstlerin wurde die amerikanische Folk-Pop-Sängerin Shania Twain. Beide holten sich ihre Trophäe nicht persönlich ab, sondern bedankten sich mit Videobotschaften. Auch die zweifachen Gewinner Evanescence sowie der ebenfalls ausgezeichnete Rapper 50 Cent waren nicht gekommen.

Outkast dementierten Trennungsgerüchte

Internationale Pop-Prominenz brachte dafür das Publikum im Internationalen Congress Centrum ICC zum Tanzen: Kylie Minogue zeigte sich in Jeans und weißer Korsage auffallend züchtig, US-Rockerin Pink schwebte in einem goldenen Käfig ein, und die amerikanische Sängerin Anastacia feierte beim Echo nach ihrer Krebserkrankung und langen Pause im vergangenen Jahr ihr Europa-Comeback. Einen Auftritt hatten auch die US-HipHopper Outkast, die am Rande der Gala alle Gerüchte um eine Auflösung des Duos dementierten.

Nicht nur Rock- und Popstars wurden geehrt. Der ehemalige Ski-Star Hansi Hinterseer nahm einen Echo in der Kategorie Volkstümliche Musik entgegen. Als bester Jazzer wurde Götz Alsmann ausgezeichnet. Andrea Berg wurde erfolgreichste Schlagersängerin. Als beste deutscher HipHopper erhielt Seeed einen Echo. Dieter Bohlen bekam einen Echo als erfolgreichster Produzent. "Es gibt für mich auch nach 30 Jahren nichts Geileres, als Musik zu machen", meinte er.

Der Echo wurde in insgesamt 26 Kategorien verliehen. Er gilt neben dem Grammy und dem Brit Award als einer der wichtigsten Musikpreise. Ausgezeichnet wurden die Künstler, die im vergangenen Jahr die meisten CDs verkauft und sich am höchsten in den Hitparaden platziert haben.

Elke Vogel/DPA / DPA