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PJ Harvey: Schroffe Melancholie

Auf ihrem mittlerweile siebten Album "Uh Huh Her" schlägt die Indie-Pop-Ikone Polly Jean Harvey wieder schroffere Töne an. Massenkompatible Hits liefert das neue Werk nicht.

Seit 13 Jahren pflegt die in Großbritannien geborene Sängerin und Künstlerin PJ Harvey ihren eigentümlich spröden Rocksound, den die 34-Jährige zumeist auf die Elemente Schlagzeug, Gitarre und Bass reduziert. Bereits nach ihrem Debütalbum "Dry" ehrte sie die amerikanische Ausgabe des Rolling Stone 1992 als "Best Songwriter" und "Best New Female Singer"; mit ihrer letzten Platte "Stories From The City, Stories From The Sea" gewann sie als erste Künstlerin den Mercury Music Prize 2001.

Anders als zuletzt hat die bereits zwei Mal für einen Grammy nominierte Harvey ihr nunmehr siebtes Studioalbum "Uh Huh Her" komplett allein geschrieben, und bis auf das Schlagzeug auch selbst eingespielt.

Aggressive Töne über männliche Lügner

Massenkompatible Hits liefert auch das neue Album nicht: Schon das erste Stück "The Life And Death Of Mr. Badmouth" schlägt aggressive Tone an, dem Mann gehört ihrer Meinung nach der Mund ausgewaschen. Auch die übrigen Songs drehen sich um das (lyrische) Ich der eigenwilligen Sängerin, es dominieren knarzige Töne.

Es sind die Eigentümlichkeiten der Liebe, die die Ikone des Indie-Pops besingt. Es geht um Verletzungen, die Männer den Frauen zufügen, um die Sehnsucht und die Frage, wie die Liebe die Kunst beflügelt. Poetisch werden die verschiedenen Seelenzustände durchgespielt. In der Musik spiegelt sich das wider. Es sind eher diffuse Stimmungen, schroffer und nicht so eingängig wie auf dem Vorgänger, die da zu hören sind.

Torsten Holtz, AP / AP / DPA