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Samsung-Studie Popsongs müssen kürzer werden, weil die Aufmerksamkeitsspanne junger Menschen schrumpft

Samsung-Studie zu Aufmerksamkeitsspanne: Popsongs müssen kürzer werden
Samsung-Studie: In der Kürze liegt die Würze. Ariana Grandes Hits wie "Bang Bang" bleiben unter vier Minuten.
© Lev Radin / Picture Alliance
Lange Pop-Balladen werden im Streaming-Zeitalter nicht überleben, der Trend geht unaufhaltsam zu kurzen Stücken, die in unter drei Minuten zur Sache kommen.

Es ist keine große Leistung, Popmusik zu hören? Offenbar doch. Die Aufmerksamkeitsspanne von Musikfans ist seit dem Jahr 2000 von zwölf auf acht Sekunden gesunken, so eine Studie von Samsung. In diesen acht Sekunden wird zwischen Top oder Flop entschieden. Samsung sagt voraus, dass die Hits des Jahres 2030 sehr kurz sein werden, um der schrumpfenden Aufmerksamkeitsspanne gerecht zu werden.

Samsung-Studie: Was dauert, wird weggedrückt 

Dazu kommt die "Skipping Culture" in den Streamingdiensten. Wenn ein Song in den ersten 30 Sekunden weggedrückt wird, generiert er keine Einnahmen. Das hat Folgen: Für die Musiker sei es wichtiger denn je, den Hörer früh zu fesseln, die Gesamtlänge eines Tracks kurz zu halten und Refrains nach vorne zu stellen, so Samsung. Und selbst wenn das alles klappt, darf das Stück nicht zu lang sein. Sonst langweilt sich der Hörer und wechselt zu dem Song eines anderen Musikers.

Am besten ist es, wenn die Stück kurz sind und gewissermaßen an ihrem Höhepunkt enden und so den Hörer gleich in den nächsten Track überleiten. Ein sieben Minuten langes Stück ist Gift fürs Business, in der gleichen Zeit könnte man drei Mal die Gebühr einstreichen. Das Skipping hat weitreichende Folgen. Die Algorithmen der Streamingdienste werten einen Absprung als Unzufriedenheit, auf Dauer werden dann gar keine langen Stücke mehr vorgeschlagen.

Ruck-Zuck zum Hit 

Am Ende des Jahrzehnts so die Prognose, wird der durchschnittliche Song maximal zwei Minuten lang sein. Das wäre das Ende der Ära des dreiminütigen Popsongs. Diese Länge haben die Radioformate durchgesetzt. Nur in Punk-Phase waren die Stücke ähnlich kurz. Subtile Balladen und verträumte Instrumentalstücke werden es im Streaming-Rennen schwer haben, so Samsung. Schon heute sind 80 Prozent der zehn meist gestreamten Songs auf Spotify kürzer als vier Minuten. Auch die Länge eines Nummer-eins-Songs ist in den letzten zwei Jahrzehnten geschrumpft. In Großbritannien ging es von vier Minuten und 16 Sekunden im Jahr 1998 auf drei Minuten und 3 Sekunden im Jahr 2019. Eine Minute und 13 Sekunden wurden eingespart. Die Zeiten von Hits wie Madonnas Frozen – sechs Minuten und 12 Sekunden – und Oasis All Around The World mit enormen neun Minuten und 38 Sekunden sind lange vorbei. Wer heute an die Spitze der Charts kommen will, muss immer unter vier Minuten bleiben.

Quelle: Explica

kra

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