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Trotz Internetpleite: Radiohead sind real ein Verkaufshit

Angeblich haben 62 Prozent der User das neue Radiohead-Album "In Rainbows" heruntergeladen, ohne dafür zu bezahlen. Doch die Internetpleite hat offenbar keinen Einfluss auf den Verkauf der Real-CD.

Die britische Rockband Radiohead hat trotz des spektakulären Vorabverkaufs ihres neuen Albums im Internet auch im traditionellen Musikgeschäft gepunktet. Die CD-Version des Albums "In Rainbows" landete diese Woche zum Start mit 122.000 verkauften Exemplaren auf Platz eins der US-Musikcharts, wie aus Zahlen des Marktforschers Nielsen Soundscan hervorgeht.

Radiohead hatte das Album schon Anfang Oktober als Internet-Download auf eigene Faust vertrieben und damit die Musikindustrie gehörig durcheinandergewirbelt. Kommerziell war das Unternehmen allerdings kein Erfolg. Rund 62 Prozent der Nutzer machten von der Option Gebrauch, "In Rainbows" kostenlos herunterzuladen. Die Band hatte den Fans angeboten, so viel zu zahlen, wie sie wollen - was auch die Option "gar nichts zahlen" einschloss.

Der jetzt eröffnete CD-Verkauf bedeutet der "New York Times" zufolge für Radiohead ein gemischtes Ergebnis. Das Vorgängeralbum "Hail To The Thief" war 2003 in der ersten Woche 300.000 Mal verkauft worden. Angesichts der drastisch sinkenden Verkaufszahlen in der Musikbranche allgemein und dem traditionell schwachen Geschäft nach Weihnachten sei das Ergebnis des neuen Albums aber beachtlich, hieß es.

Bereits das Weihnachtsgeschäft selbst war schlecht: In den fünf Wochen vor Heiligabend wurden im wichtigsten Musikmarkt der Welt 83,9 Millionen Alben abgesetzt - ein Minus von 20,3 Prozent, wie das US- Fachblatt "Variety" kürzlich berichtete.

DPA / DPA
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