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RTL-Tanzshow "Ausziehen hilft immer" – und die Jury trinkt sich die Show schön

Rúrik Gíslason und Renata legen einen Wiener Walzer zu "Powerful" hin.
Rúrik Gíslason und Renata legen einen Wiener Walzer zu "Powerful" hin.
© Rolf Vennenbernd / dpa
Pass auf, was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen. In der letzten Woche hatte Joachim Llambi nach Korn gerufen, diesmal brachte Mickie Krause eine ganze Flasche davon mit. Bei einem Kurzen blieb es dabei nicht. Hicks.

Wie heißt es so schön zwischen Flensburg und Alt-Ötting: Auf einem Bein kann man nicht stehen. Soll natürlich heißen: Wer A sagt, muss auch B sagen. Oder besser: Ein Schnaps kommt selten allein. Eine Erfahrung, die diesmal nicht nur Joachim Llambi machen musste, sondern auch gleich weite Teile der "Let’s Dance"-Belegschaft. Wir erinnern uns: In der Vorwoche hatte Lord Llambi angeregt, Mickie Krause möge mal eine Flasche Korn mitbringen, damit man sich sein Gehopse irgendwie schöntrinken kann. Gesagt, getan, gebracht. Meister Krause hatte tatsächlich eine Flasche Batteriesäure dabei, und was für eine. Sah zwar aus wie eine dieser Gemisch-Buddeln, die man auf Bali am Straßenrand kaufen kann, um die gemietete Zwieback-Säge wieder vollzutanken, sollte dem Vernehmen nach aber wohl tatsächlicher feinster Korn aus der Region sein.

Am Jurypult jedenfalls, unmittelbar nach dem sich Mickie und Malik zu "Help" durch den Quickstep geschwoft hatten, zeigte man sich erfreut. Mickies little Helper, eine schöne Buddel Kööm, und so wie es dem Llambi reinlief, war kaum zu übersehen: Zum ersten Mal macht der Mann das nicht. Wo einem so viel Gutes wird beschert, das ist doch gleich eine ganze Runde wert, ergo mussten auch Jorge und Daniel und Motsi und sogar Teile der Kandidaten am Korne nippen. Nicht allen schmeckte es dabei so vorzüglich wie Mickie und Joachim. Schenk’ ein, bring’ an das Ding. Kurz vorm Brüderschaft-Trinken wurde dann aber doch weitergetanzt.

Jede Menge Temperament und Gefühl

Dabei hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Drittel der Paare ihre Runden auf dem Tanzboden gedreht. Als Einstiegs-Choreo gab es diesmal einen Gruppentanz, der aussah wie eines dieser "White Dinner", nur ohne Essen und Trinken. Mit Simon und Patricija ging es in den Cha-Cha-Cha zu "Take You Dancing", eine solide Darbietung, bei der Motsi ein "gutes Gefühl" hatte, Jorge einen "guten Anfang" sah, nur Llambi ein wenig mäkelte: "Zuviel PamPamPam ist ein Problem, aber wenn die Basis stimmt, kannst du oben alles machen." Die Wertung: Jorge 5, Motsi 6, Llambi 4. Ein Wort zu den Outfits: Motsi kam in dramatisch-güldenem Lamé, Llambi in, nun ja, einem Jacket, und Jorge trug ein Chasuble (endlich mal dieses Wort benutzen), das von weitem aussah, als sei schon mal ein Truck drübergefahren, dazu Dom-Rep-All-inklusive-Gedächtniszöpfchen und Schuhe wie aus einem defektem 3D-Drucker, kurzum: wieder mal todschick.

Bei Auma und Andrzej folgte zur Salsa die reine Farbenpracht, jede Menge Temperament und Gefühl. So authentisch und "toll, toll, toll", dass Motsi die Tränen kamen. Für Daniel Hartwich sah das nach Obamacare aus, Punkte (8 - 8 - 7) gab es dafür verdient und reichlich. Nicolas und Vadim hatten die Woche über geackert, Schritte gezählt und mental gearbeitet. Ihr Tango am Ende dann im Randbereich des Contemporarys, bei dem Motsi "die Momente gern stärker gehabt hätte" und Llambi die Fußarbeit nicht vollends gefiel (8 - 7 - 6). Senna und Robert jivten zu Cros "Einmal um die Welt", ein hartes Stück Arbeit, das Senna beim nächsten Mal besser überspielen muss, da man ihr die Anstrengung, so Jorge, wenn ich ihn richtig verstanden habe, im Gesicht zu arg ansieht (5 - 5 -2). Rumba, so lautete die Mammutaufgabe für Ilse und Evegeny, für die Niederländerin oftmals ein Problem, die "Posischioun" zu halten. Nicht unbedingt erleichternd die Tatsache, dass ihr Tanzpartner meint, sie würde aussehen, "wie ein Holländer, der sich in England besaufen will". Dabei war der Korn da noch nicht einmal entkorkt. Der Jury gefiel es, auch wenn die Base zu groß, der Beckenstand nicht optimal war (6 -6 -6).

Joachim Llambi über Let's Dance

Wo bleibt der Schnaps?

Im Anschluss wurde Barry White zerlegt, erst von Erol Sander, der den Gesang des Soulkönigs am Mikro in Grund und Boden karaokisierte, im Anschluss von einer "The First, The Last, My Everything"-Coverversion, die noch weniger Punkte verdient hatte, als das dazu rotierende Paar (5 - 5 - 2). Kai und Katrin hatten sich bereits in den vorangegangenen Shows zum Paar der Herzen aufgeschwungen, auch diesmal wieder großes Kino. Kai Ebel trug unter der Woche eine Lederjacke aus dem "Walking Dead"-Fundus, die Gattin brachte Torte vorbei – so geht Training, dann klappt’s auch mit den Punkten (5 - 5 - 3). Eine Erkenntnis des Klamotten von sich schmeißenden Ebels: "Ausziehen hilft immer." Lola wirkte danach ein bisschen, wie die Sitznachbarin aus der 8. Klasse nach der Mathe-Arbeit, die lauthals "Ich konnte gar nichts" seufzt, man selbst miteinsteigt, ein paar Tage später die erwartete 5 einheimst, während die Nebensitzerin mit einer 2+ von dannen zieht. Im Falle von Lola hieß das: Eine Woche lang "Tango kann ich nicht", am Ende dann 19 Punkte (8 - 7 -6). Es folgte das Kommando Korn mit Mickie und Malika, die sich leicht formverbessert zeigten und 11 Punkte (4 - 4 -3) verbuchen konnten, Jan, die "Rumbakugel", und Christina, die "Always On My Mind" zerschwoften, als hätten auch sie sich an Mickies Hochprozentigem gütlich getan (4 - 4 -2).

Bei Rurik und Renata gab anschließend zwar jede Menge Gewirbel und Geschüttel und dramatisches Gestarre, aber eben auch Körperspannung und Energie vom Feinsten (10 - 9 - 8). Etwas, wovon Kim und Pasha einige Steps entfernt schienen, Llambi wähnte das Tanzpaar gar beim Spazierengehen (4 - 4 -2). Eine Freizeitbeschäftigung, der die beiden in den nächsten Wochen wieder verstärkt werden nachgehen können, denn am Ende flogen sie raus. Save the best for last: Valentina und Valentin sackten für ihren Quickstep eine Wertung ein, die schon fast ein wenig nach Finale schmeckte. 10. 10. Und nochmals 10. In der nächsten Woche dann Mottoshow. Wir stellen schon mal den Korn kalt.


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