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Die Bachelorette Der Callboy hat die Nase vorn

David Friedrich macht im "Bachelorette"-Finale das Rennen ums Herz von Jessica Paszka. Schon vor dem Finale war die Spannung etwas raus. Immerhin hatte sich Finalist Johannes kurz vor der Ausstrahlung beim Date mit einer Ex-GNTM-Kandidatin erwischen lassen. Zuschauer stellten sich also die Frage, ob David oder Niklas das Herz der "Bachelorette" gewinnen. Beim "Dream Date" spazierten Jessica und Johannes über den Meeresgrund vor Mauritius. Mit Niklas ging Jessica in die Wüste zum Sandboarden. Bei so perfekten Villen fragt man sich schon, was da noch schiefgehen kann. Niklas bekam trotzdem keine weitere Rose von Jessica. Die verbliebenen Herren durften dann noch die Eltern der "Bachelorette" kennenlernen. Am Ende entschied sich Jessica für David. Und wenn man seinem aktuellen Instagram-Post glauben darf, sind die beiden Wochen nach den Dreharbeiten sogar noch zusammen.
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Letzter Aufzug im Liebesschwank mit Jessica Paszka: Für den einen ischt’s der übelste Gang im Leben, für den anderen war am Ende alles gelogen. Aber ein Happy-End gab es natürlich auch noch.
Von Ingo Scheel

So sind sie, die Rockstars. Unterhosen, Telefonnummern, Teddys und Blumen - alles, was ihnen so zugeworfen wird, landet mir nichts, dir nichts im Staub. Da macht auch der Sieger im Bachelorette-Finale keinen Unterschied. Eben noch floraler Liebesbeweis, Momente später auf dem Weg zur Mülltrennung. Kaum hat der Mann die Rose aller Rosen von Bachelorette Jessica Paszka bekommen, wird sie schon achtlos zu Boden geworfen und zurückgelassen. Spoilern wir also die News gleich im Auftaktabsatz weg wie das letzte Gläschen Prosecco vorm Abspann: Der Trommeljunge David Friedrich hat das Herz der Bachelorette erobert, so oder ähnlich sah das Ganze jedenfalls aus und so behauptete es die Freierswillige schlussendlich auch selbst. Mehr als einen Monat lang hat die gute Dschessi sich die buhlende Bande schöngetrunken, am Ende fiel die Wahl auf den Eskimo Callboy aus Moers.

Verliebt habe sie sich, das muss man sich mal vorstellen, gefühlsecht sei das alles. Irgendwann zwischen Badelatschen und Kohlrouladen, Safari und Sekt hat es anscheinend geschnackelt. Kolportiert wurde das ja andeutungsweise schon Mitte der Staffel, zudem war Finalist Johannes vor der Endrunde bereits bei der Parallelbalz mit einer ehemaligen GNTM-Kandidatin gesichtet worden. Dann gab es da noch Niklas, aber der war dann einfach etwas zu verbiestert - „ein Schlag ins Gesicht“ - in Sachen Anbahnung unterwegs. Es konnte also kaum anders laufen.

Dream Date mit Johannes: Arielle trifft Jacques Cousteau

Entsprechend spannungsarm die letzten zwei Stunden bis Buffalo, da konnten auch die sogenannten Dream Dates nur noch wenig retten. Auf Mauritius ging es zusammen mit Johannes unter die Meeresoberfläche. Fischphobie hin, Taucherkrankheit her - mit Riesenglaskuppeln auf der Omme stolzierten die beiden über den Meeresgrund, als hätte sich Arielle, die Meerjungfrau, mit Jacques Cousteau zum Aqua-Walking verabredet. Danach routinierte Dating-Darstellung, authentisch wie die Buchrücken im Regal einer Wohnlandschaft bei Ikea: Schampus, Dinner, Bett mit Rosen, als hätte man einen Ferrero-Rocher-Clip auf die Länge einer GZSZ-Folge ausgedehnt, die schauspielerischen Leistungen ähnlich überzeugend.

Dabei hätte es Johannes bereits aufgehen können, dass das nichts wird, allein durch die Mimik, die Jessica so kurz vom Küssen macht: den Mund immer etwas zu niedlich geschürzt, dazu ein leichtes Kopfschütteln wie beim Wackeldackel, was im Prinzip das „Nein“ ja schon mehr als andeutet, und es am Ende dann eben doch nur ein Schmatzer wie von der Großtante wird. Nun denn - am Rand der Tanzfläche sind wir alle Lambis. Wenn man selbst drinsteckt - oder eben nicht - wird der Blick für die Beurteilung schon mal etwas glasig.

David: Grammatikschwächen stehen der wahren Liebe nicht im Weg

David ließ danach in Afrika die Erinnerung an Jürgen Klinsmann aufleben und bewies, dass Grammatikschwächen der wahren Liebe kaum im Weg stehen, schließlich ist Jessi ja „die Frau, wo man sich verliebt hat“. Ist das nicht wunderbar? Also rein ins Dschungelbuch und Bahn frei für die Feststellung, dass sich das alles schon „so selbstverständlich anfühlt wie bei einem Paar“. Ob es für derlei Leidenschaftsabrieb nicht etwas zu früh ist, fragt man sich kurz, aber da nähert sich beim Safari-Stop schon Dumbo von hinten dem Jeep und bringt mit seinem Rüssel alle auf andere Gedanken.

Mit Niklas ging es anschließend zum Sandboarden in die Wüste und von dort in eine Villa vom derart oberen Regal, dass selbst beim chronisch Angespannten so etwas wie Spurenelemente von Lockerheit fühlbar wurden. Aber mal ehrlich: Was soll in diesen Villen, wo sich sonst Hollywood-Größen, Drogenbarone oder Primera-Division-Kicker das Gemächt schaukeln, schon schief gehen? Ein derart makelloses Setting am Infinity Pool, da würde selbst Schäfer Heinrich bei einem Date mit Frauke Petry in Leidenschaft entflammen. Hier sollten die Sendeverantwortlichen dringend umdenken: So kurz vor dem Zuschlag müssten die Interimsliebenden noch einmal richtig auf die Probe gestellt werden. In einem Oberhausener Schnellimbiss ums Ketchup streiten, zwischen Brake und Elsfleth im Regionalexpress festsitzen oder in Hamburg auf den Schlagermove - das sind die Extremsituationen, in denen sich die Liebesspreu vom Weizen trennt.

Korb für Johannes, letzte Rose für David

Nun gut, regen wir uns nicht auf, das übernahm dann eh der arme Niklas ein letztes Mal, als ihm kurz vor dem Ende also die Rose verweigert wurde, worauf er wiederum seinen Segen für die eben-noch-Herzdame verweigerte. Scheiß auf Freunde bleiben! „Ich hoffe, du hast die richtige Entscheidung getroffen“, sein dräuendes Abschiedswort, bevor die verbliebenen David und Johannes schließlich noch Jessicas Eltern kennenlernen durften. Wie „stabil“ die Jungs wohl seien, fragte sich Vater Paszka, Muttern war da schon eher in Sektlaune: „Ich finde beide süß.“

Am Ende war es wie beim ollen Highlander. Es konnte nur einen geben. Ein Korb für Johannes. Die letzte Rose für David, undäääähm…was mit der passierte, haben wir ja schon eingangs erwähnt. Tschüss, Johannes. Bye-bye, Bachelorette, viel Spaß dann backstage bei Eskimo Callboy.


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