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Mobbing am Arbeitsplatz "Sex and the City"-Mitarbeiterin erzählt: So schlimm war es am Set

Sex and the City
Anfang der 2000er war "Sex and the City" eine der erfolgreichsten Serien
© epa afp Vince Bucci/ / Picture Alliance
Heather Kristin stand vier Jahre lang als Double von Kristin Davis am Set von "Sex and the City". Doch die Arbeitsbedingungen seien nicht immer ideal gewesen. Vor allem ein Erlebnis beschäftigt sie bis heute.

Mit Mitte Zwanzig ergatterte die Amerikanerin Heather Kristin ihren Traumjob: Sie wurde von den Machern von "Sex and the City" engagiert. Als Double von Charlotte-Darstellerin Kristin Davis durfte sie vier Jahre lang am Set der Erfolgsserie arbeiten. War immer dann gefragt, wenn es darum ging, Einstellungen zu proben, als Ersatz für die Schauspielerin. Doch die Arbeit sei nicht immer schön gewesen, wie sie nun in Artikeln und einer kommenden Biografie erzählt. Denn bei den Dreharbeiten wurde Kristin gemobbt. Vor allem ein Erlebnis ging ihr nahe.

Für eine Szene in der vierten Staffel der Serie musste Kristin auf einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl Platz nehmen. In der Folge leidet Charlotte an einer Pilzinfektion und soll ein Vagina-Tagebuch führen. Kristin nahm also Platz - und probte über eine Stunde lang die Szene. "Das führte zu einem der peinlichsten Momente meines Lebens", erzählt sie. Denn als die Regisseure für eine kurze Pause verschwanden, schloss sie die Augen und döste ein. Damals habe sie bis zu 60 Stunden die Woche gearbeitet und sei dementsprechend müde gewesen.

Rassistische Kommentare, Mobbing am Set

"Als ich aufwachte bemerkte ich, dass meine Füße mit Klebeband am Stuhl festgemacht wurden. Die Crew lachte. Mir war übel. Sie haben Fotos von mir gemacht, als wäre das nur ein großer Scherz. Ich wollte nur noch weg. Aber ich brauchte das Geld", erinnert sich Kristin. Von diesem Moment an habe sie sich am Set so gut es ging zurückgezogen. Doch das Mobbing war allgegenwärtig: Ein männlicher Darsteller habe einmal auf das Double von Cynthia Nixon gezeigt und gesagt, dass er sie gefesselt zu seinem Wohnwagen gebracht haben will. Eine schwarze Mitarbeiterin habe wegen rassistischer Kommentare geweint. Das alles sei der Grund gewesen, warum Heather Kristin irgendwann kündigte.

Mobbing am Arbeitsplatz: "Sex and the City"-Mitarbeiterin erzählt: So schlimm war es am Set

Lange habe sie über die Vorfälle nicht sprechen wollen. "Es kam mir lächerlich vor im Vergleich zu dem, was andere Frauen erleben mussten", sagt sie. Jetzt sei sie froh darüber, dass sie es öffentlich gemacht habe. Zu lange hätten Film-Mitarbeiter:innen über die Arbeitsplatzkultur an Sets geschwiegen. Viele hätten ihr geschrieben, dass sie Ähnliches erlebt haben. Sie wolle nun über Mobbing am Arbeitsplatz aufklären.

Über die Hauptdarstellerinnen von "Sex and the City" kann Heather Kristin übrigens nur Gutes berichten: So habe ihr Kristin Davis einmal ein Kleid geschenkt und Sarah Jessica Parker ihr Blumen geschickt.

Quellen: "Huffington Post", "The Independent"

sst

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