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TV-Kritik

"Sing meinen Song": Als Johannes Oerding singt, bricht Michael Patrick Kelly in Tränen aus

Der Gastgeber kam zum Schluss: In der siebten Folge von "Sing meinen Song" interpretierten die Musiker das Werk von Michael Patrick Kelly. Dem ging eine Darbietung ganz besonders nah.

"Sing meinen Song"

Johannes Oerding übernahm den Part des Gastgebers bei "Sing meinen Song", denn diesmal drehte sich alles um die Musik von Michael Patrick Kelly (r.).

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Sechs Abende lang führte er durch die Show und sagte die anderen Künstler an. Am siebten Tage durfte sich Gastgeber Michael Patrick Kelly zurücklehnen und genießen. Denn diesmal stand sein Schaffen im Mittelpunkt, insbesondere das Solowerk. Lediglich Milow verarbeitete einen Song der Kelly Family, also aus einer Periode seines Lebens, die Michael lange hinter sich gelassen hat. 

Und die er auch nicht wiederaufleben lassen will: An der Reunion seiner Familienmitglieder beteiligte er sich nicht. Denn er hat sich weiterentwickelt: vom Paddy-Mädchenschwarm zu Michael Patrick Kelly. So sieht er es zumindest.

Michael Patrick Kelly ging 2004 ins Kloster

Eine Entwicklung, die nicht ganz einfach gewesen und Folge eines harten Einschnitts ist. Kelly deutet die Episode nur kurz an: 2004 zog sich der Musiker für sechs Jahre aus der Öffentlichkeit zurück und lebte als Mönch. Sein Popstar-Dasein hatte ihn nicht mehr glücklich gemacht, er empfand sein Leben im Schloss mit der permanenten Anwesenheit von Bodyguards zunehmend als Goldenen Käfig, wie er berichtet. Materiell hatte er alles, doch das war es nicht, was er suchte. So gab er fast seinen kompletten materiellen Besitz auf und ging ins Kloster.

Wie schwer diese Zeit für ihn war, darüber gab sein Song "Hope" aus dem Jahr 2003 Aufschluss, in dem er von Suizidgedanken sang. Über diese Zeit erzählt Kelly, wie unglücklich er sich gefühlt hat. Welcher Druck damals auf ihm lastete, weil er nach dem Tod seines Vaters die Familie zusammenhalten musste.

Wie präsent die Erinnerungen noch sind, zeigte sich, als Johannes Oerding den Song auf Deutsch interpretierte. Während seines Vortrags kämpfte Michael Patrick Kelly mehrfach mit den Tränen. Ein bewegender Moment, vor allem für Oerding, der als Junge eines der Konzerte Kellys besucht und dem Popstar damals die Hand geschüttelt hat. Nun hatte er Gelegenheit, sich für diesen Moment zu revanchieren. 

Zwei Preise bei "Sing meinen Song"

Die Trophäen für die beste Performance des Abends gingen aber, etwas überraschend, an Jennifer Haben, die den im Kloster geschriebenen Song "Salve Regina" sang, sowie an Wincent Weiss, der "Roundabouts" ins Deutsche übersetzt hatte.

So waren am Ende irgendwie alle glücklich. Nur Kelly verhinderte das Aufkommen von zu viel Harmonie: "Leb mal drei Tage mit mir, dann weißt du, wer ich bin. Das ist nicht immer alles so toll", warnte er seine Mitstreiter. "Es gibt auch ein Arschloch in mir." 

Das Überstieg dann ein wenig die Fantasie der anderen Musiker. Aber Kunst ist manchmal auch, wenn man nicht alles versteht.

"Sing meinen Song"
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