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"Tatort" aus Dortmund Was Michel Friedman mit dem "Tatort" zu tun hat


Rechtsradikalismus war das Thema im neuen Dortmund-"Tatort" - brillant und ohne Klischees umgesetzt. Ein Satz ließ den Zuschauern jedoch den Atem stocken.

Kommissar Daniel Kossik, brillant gespielt von Stefan Konarske, ist ein Netter. Groß, blond, zuvorkommend - und BVB-Fan. Ein sympathisches Kerlchen eben. Dachten die Zuschauer zumindest bislang. Denn im neuen "Tatort" aus Dortmund bekamen sie Einblick in die Abgründe des Charakters des Ruhrpott-Ermittlers.

9,11 Millionen Zuschauer schalteten am Sonntagabend die "Tatort"-Folge "Hydra" ein, die sich dem heiklen Thema Rechtsradikalismus widmete. Sie bekamen einen guten "Tatort" zu sehen, der ohne gängige Klischees auskam und dem man anmerkte, dass der Drehbuchautor viel Zeit für Recherche investierte. Herausgekommen ist ein komplexer Krimi bei dem auch nach 90 Minuten nicht klar ist, wer nun die Guten und wer die Bösen sind.

Das lag auch an Kossik. Dem jungen Beamten entfuhr es in einem Verhör gegenüber Jedida Steinmann: "Als Jude, Entschuldigung: Person jüdischen Glaubens, hat man hierzulande so etwas wie einen diplomatischen Status. Da kannst du koksen und Zwangsprostituierte vögeln und bist in den Talkshows der Nation immer noch die moralische Instanz."

Wie bitte? Der sonst so nette Kommissar entpuppt sich als Antisemit. Doch das war noch nicht verstörend genug. Denn der Satz kann als Anspielung auf Michel Friedman gedeutet werden. "Uuuui, da gab es eben einen kleinen Seitenhieb auf Michel Friedman. Böse!" war eine der Reaktionen dazu auf Twitter. "War das eine provokante Aussage über Michel Friedman? Ja", schrieb ein User.

Michel Friedman selbst wollte sich auf stern-Anfrage nicht zu der "Tatort"-Folge äußern. Der in der ARD zuständige Sender WDR will von einer Anspielung nichts wissen. "Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären zufällig, auf keinen Fall beabsichtigt." Es gibt eben komische Zufälle im Leben.

mai

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